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		<title>Freier Fall in Mendoza</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Oct 2009 13:53:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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</p>
<p style="text-align: left;">Am Sonntag habe ich Santiago verlassen, wo ich ein paar wenige Tage Freunde besucht hatte. Vorher war ich noch in Valparaíso, dieser wunderschönen Stadt, gewesen und hatte ein paar Tage damit verbracht, meine Bekannten dort zu sehen und alles mögliche zu regeln, z.B. von Koffer auf Rucksack zu wechseln, um die Tour in den Süden in Angriff zu nehmen. Von Santiago ging es dann nach Mendoza, Argentinien mit dem Bus &#8211; eine 5 Stunden-Fahrt, wenn alles gut geht. Die Einreiseformalitäten waren jedenfalls schnell erledigt und Abends kam ich dann im Hostal Lagares an, das ich sehr empfehlen kann: Ein sehr hilfsbereites Personal mit sauberen und guten Einrichtungen sprechen für sich.</p>
<p style="text-align: left;">Nachdem ich mir einen Tipp für ein Abendessen geholt hatte, saß ich nun dort am Tisch, als mich auf einmal eine Touristin ansprach, ob ich Lust hätte, mich bei ihr (und 2 weiteren Touristinnen) an den Tisch zu setzen. Gesagt, getan, wie sich rausstellte war das eine bunt gemischte Truppe: Eine Japanerin, eine Finnin, eine Schweizerin und dann noch ich.</p>
<p style="text-align: left;">Bei der Unterhaltung, die sich dann entwickelte erfuhr ich natürlich von den weiteren Plänen der Mädels und beschloß spontan, mich ihnen in Mendoza anzuschließen. Nach dem mexikanischen Abendessen ging ich somit zur Hotelrezeption, um meinen Fallschirmsprung für den nächsten Tag zu buchen&#8230;</p>
<p style="text-align: left;">Am nächsten morgen wurden wir um 9 Uhr abgeholt, um im Umland von Mendoza den Skydive, bzw. Fallschirmsprung zu machen. Zunächst wurden wir unterwiesen, wie der Ausstieg aus dem Flugzeug funktioniere, wie die Landung funktioniere usw. Und dann durfte ich als schwerster der Gruppe auch schon als erster fliegen&#8230; Also ab in die Cessna (oder was auch immer für ein Modell das Flugzeug war) und erstmal 15min Höhe gewinnen &#8211; der Sprung sollte aus 3500m Höhe erfolgen.</p>
<p style="text-align: left;">Als wir dann die Höhe und Position erreicht hatten machte mein Tandempartner die Tür auf und im starken Gegenwind versuchte ich zu atmen und mich zu halten. Aber dann klopfte mir Adrian auf die Schulter und ab gings, ein Schritt in die Weite des Himmels, das Flugzeug drehte ab und wir fielen&#8230; 40, 45 Sekunden freier Fall. Traumhaft schön, und Adrenalin pur&#8230; Danach segelten wir dann gemütlich mit dem Fallschirm zum Grund&#8230; Der ganze Spaß wurde auch noch auf Video festgehalten (kommt in Kürze, lädt noch hoch).</p>
<p style="text-align: left;">Der folgende Tag war nicht ganz so spannend: Fahrradtour mit Führungen und Verkostungen durch die Weinanbaugebiete Mendozas, wo 70% des argentinischen Weins produziert wird. Interessant, aber nicht spektakulär.</p>
<p style="text-align: left;">Und gestern ging es schlussendlich zurück, statt der 5-6 Std. brauchte der Bus allerdings 10-11 Stunden, da wir, in Erinnerung an die innerdeutsche Grenze, 4-5 Stunden warten durften. Dadurch konnte ich auch den Bus nach Pucón gestern nicht mehr nehmen, so dass ich erst jetzt im Bus sitze.</p>
<p style="text-align: left;"> </p>
<p>
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		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 14:59:21 +0000</pubDate>
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<p style="text-align: left;"> </p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/sets/" target="_blank">Hier klicken fuer alle neuen Photos </a>(kann noch ein wenig dauern, bin im McCafe am hochladen&#8230;)</p>
<p style="text-align: left;">Schweren Herzens habe ich nun Kolumbien verlassen, um Chile, Argentinien und Uruguay kennenzulernen. Die Tage zuvor hatte ich verzweifelt versucht, ein günstiges Hostel in Calama aufzutreiben, jedoch ohne Erfolg. Letztendlich war ich dann glücklich, eine Reservierung in einem der wenigen Hotels ergattert zu haben, die mit $50 USD noch relativ günstig war.</p>
<p style="text-align: left;">Am 29.09. nehme ich also aus Bogotá den Flug nach Calama, mit 3-stündigem Zwischenstop in Santiago. Als ich am Flughafen ankomme, bringt mich auch sofort ein Taxi zum Hotel. Calama ist eine kleine, von einer Kupfermine geprägte Stadt, die ca. 120000 Einwohner hat. Nebenbei ist sie auch noch das Sprungbrett zu San Pedro de Atacama, dem Ausgangspunkt für viele Touren in die Atacama Wüste. Die sehr hilfsbereite Tamara des Hotels hilft mir zum einen, einen späten Bus nach San Pedro zu reservieren und ebenso meldet sie mich für die Führung der Chuquicamata Mine.</p>
<p style="text-align: left;">Dieser Minenkomplex ist einer der größten, wenn nicht der größte der Welt, allein die Chuquicamata ist 5km lang, 2km breit und 1km tief. Das Kupfer wird hier nicht unterirdisch sondern offen gefördert und unter der sengenden Wüstensonne fahren speziell dafür konstruierte Laster die Terassen und Serpentinen entlang &#8211; 40 Tonner, deren Reifen alleine $50000 USD pro Stück kosten und gerademal acht Monate halten. Da die Fahrerkabine auf der linken Seite ist, herrscht Linksverkehr &#8211; die Fahrer können auf der rechten Seite wegen der Größe der Laster nichts sehen. Das geförderte Kupfer ist mit ca. 0.8%-tigem Anteil im Gestein enthalten und wird durch einen Verfeinerungsprozeß gewonnen. So werden die Steine zunächst zermalmt, daraufhin werden die Kleinstpartikel in Wasserbädern mit Sauerstoff angereichert. Das Kupfer (und einige andere Metalle) steigt nun mit dem Sauerstoff a die Wasseroberfläche, wo es abgeschöpft werden kann. Schon durch diesen Prozess wird eine Reinheit von 97% erreicht, die durch Elektrolyse noch auf 99% verbessert wird. Das so gewonnene Kupfer ist der Exportschlager Chiles: Der immense Bedarf insbesondere der Halbleiter- und Elektronikindustrie in Asien hat den Kupferpreis in den Jahren vor der Finanzkrise explodieren lassen, und so lebt die chilenische Wirtschaft zu großen Teilen von der Kupferindustrie. Da das ganze Areal so abgelegen und die Arbeit hart ist, werden die Arbeiter für chilenische Verhältnisse sehr gut bezahlt: Ein Lastwagenfahrer erhält ca. $3000 USD pro Monat an Gehalt plus zusätzliche Leistungen wie kostenlose medizinische Versorgung, Übernahme der Studiengebühren für alle Kinder an jedweder chilenischen Universität, also auch der Universidad de Chile und weiteres.</p>
<p style="text-align: left;">Nach der 1-stündigen Führung geht es dann zurück nach Calama, wo ich 2 Stunden später meinen Bus nach San Pedro de Atacama nehme. Glücklicherweise verläßt er Calama gegen 17:00 Uhr, so dass sich, während der Bus sich durch die trockenste Wüste der Welt quält, die die Wüste begrenzenden Berge im Licht der untergehenden Sonne in surrealen Farben präsentieren. Kurz darauf, gegen 19:30 Uhr komme ich in San Pedro an, wo schon Roberto vom Hostel Iquasi auf mich wartet und mich mit dem Auto zur Unterkunft fährt. Das Hostel ist einfach, hat aber warmes Wasser und mobiles Internet und saubere Betten. Da nur wenig Gäste da sind, habe ich ein Mehrbettzimmer für mich, was ja auch mal ganz angenehm ist. Abends geben mir noch ein paar Briten Tips für die Touren bevor ich ins Bett gehe.</p>
<p style="text-align: left;">Am nächsten Tag mache ich mich auf den 10-minütigen Weg ins Zentrum von San Pedro, nicht ohne vorher Sonnencreme Faktor 30 aufzutragen &#8211; San Pedro ist auf 2600m Höhe und es regnet praktisch nie &#8211; die trockenste Region der Erde. Der Fußballplatz ist trotzdem grün &#8211; Kunstrasen macht es möglich. Die Stadt überlebt nur, weil sie in einer Oase der Atacama gelegen ist und von Touristen praktisch überrannt wird. So sprießen an jeder Ecke Reiseagenturen, Restaurants und Mini-Supermärkte aus dem Boden und insbesondere Deutsch und Französisch hört man an jeder Ecke. Nachdem ich nach einigem Suchen die Agentur finde, die mir von den Briten empfohlen wurde, reserviere ich für den Nachmittag eine Tour in das sogenannte Valle de la Luna, für den nächsten Tag 2 Touren und frühstücke erstmal.</p>
<p style="text-align: left;">Nachmittags treffen sich dann alle Tourteilnehmer um 15 Uhr vor der Agentur und ausgestattet mit Pullover, Wasser, Sonnencreme, Hut und Sonnenbrille geht es los. Zunächst besuchen wir das Valle de los Muertos (Death-Valley), das so heißt, weil dort wohl mal Menschenknochen gefunden wurden. Früher war die Route die Hauptroute nach San Pedro, inzwischen wurde die Strecke allerdings durch eine andere abgelöst. Die Landschaft ist beeindruckend: Unter der gleißenden Sonne erheben sich bizarre Fels-Salz-Formationen die an Bilder des Grand Canyon erinnern. Pflanzen haben schon längst aufgegeben hier zu leben, nicht mal Kakteen oder Gestrüpp sind zu sehen &#8211; ausschließlich Salzebenen, Felsen und Sand. Nachdem wir das Tal der Toten verlassen haben ist der nächste Stopp das Valle de la Luna, das Mondtal. Es heißt so, weil die Landschaft an den Mond erinnert: Auch hier erheben sich in beeindruckendster Weise Felsen und Berge, geformt aus Salz und Fels. Vereinzelt wachsen Salzkristalle aus dem Fels und von Vegetation fehlt jede Spur. Kurz vor dem Sonnenuntergang ersteigen wir eine Sanddüne, von wo aus wir einen grandiosen Blick auf die flankierenden Anden und das Tal haben. Als sich die Sonne vom Firmament verabschiedet taucht sie die Berge und das Tal in wunderschöne Farben &#8211; und mein Kamera-Akku gibt auf. Glücklicherweise leiht mir eine Amerikanerin für den einen oder anderen Schnappschuss ihre Kamera, in die ich dann meine Speicherkarte stecke&#8230; Danach geht es zurück, ich esse noch zu Abend und gehe dann ins Bett.</p>
<p style="text-align: left;">Die folgende Nacht soll nämlich kurz sein: Um 4 Uhr morgens hält der Tour-Bus vor dem Hotel, die Tour zu den Geysiren auf einer Hochebene beginnt. Da mir von einigen Leuten mitgeteilt wurde, dass das ganze eine frostige Angelegenheit mit Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt ist, trage ich, da ich ja keine Wintersachen mithabe, vier T-Shirts, 3 Pullover und eine Jacke &#8211; gut dass ich in den letzten Monaten ein wenig Gewicht verloren habe, so dass ich die Sachen angezogen bekomme&#8230; Ich steige also in den Bus, schlafe ein wenig und zwei Stunden später erreichen wir die Geysers de Tatio, die auf einer thermoaktiven Hochebene gelegen sind. Nebenbei ist es auch ein lokaler Streitpunkt, da die Energieindustrie ein Thermo-Kraftwerk bauen möchte, das allerdings wohl die Geysire verkümmern ließe und somit eine Touristenattraktion und die Natur stark beschädigen würde. Die Geysire selbst sind interessant: Bei -11°C sieht man überall aus dem Boden Dampf aufsteigen &#8211; aufgrund der Höhenlage reichen hier schon 85°C damit sich der Aggregatzustand des Wassers ändert. Zwischendurch spritzen immer mal Fontänen mit Wasser in die Höhe, dort lebende Bakterien färben das Gestein in verschiedenen gelblich-rötlichen Farben und alle in der Gruppe frieren&#8230; Nachdem wir ein wenig rumgelaufen sind, bietet sich noch die Möglichkeit zu baden, allerdings sind die Pools nicht wirklich verlockend, so dass ich drauf verzichte. Danach gibt es noch ein Mini-Frühstück und dann geht es zurück nach San Pedro.</p>
<p style="text-align: left;">Drei Stunden später beginnt die nächste Tour: Die Salzebenen (Salar de Atacama) und eine Lagune, bevölkert von dreierlei Arten von Flamingos. Vorher besuchen wir allerdings noch ein paar Dörfer auf dem Weg, bis wir endlich an der Lagune ankommen. Leider sind wir nicht die einzigen: es sind bestimmt noch sechs weitere Reisegruppen dort. Die Landschaft aber ist wiedereinmal beeindruckend: Weit ziehen sich Salzgesteine in die Landschaft, zwischendurch die Lagune und in der Ferne die Anden und Vulkane. Chile hat ca. 150 Vulkane und einige erheben sich auch hier prominent in den Himmel, der größte hat eine Höhe von etwas über 6000m. Und es zeigt sich mal wieder das Chile ein schmales Land ist, die Grenze zu Argentinien ist nur 150km entfernt. In der Lagune machen die Flamingos das, was sie am besten können: Fressen. Sie suchen im Wasser nach Kleinstlebewesen, je mehr sie davon essen, desto stärker das Rosa ihrer Federn. Die verschiedenen Arten kann man an ihren Beinen leicht unterscheiden: Schwarze Füße, rosa Füße, rosa Beine. Während wir auf den wiedereinmal spektakulären Sonnenuntergang warten, steigen immer wieder mal Gruppen von Flamingos in die Höhe, um zu anderen Teilen der Lagune zu fliegen. Als der Sonnenuntergang anbricht, brillieren die Berge und die Lagune wiedereinmal in wunderschönen Farben, der Vollmond scheint auf die Landschaft und die Touristen photographieren was das Zeug hält&#8230; Danach geht es dann zurück nach San Pedro, wo ich noch mit zwei Chilenen zu Abend esse und danach ins Bett gehe.</p>
<p style="text-align: left;">Und schon ist Samstag, der Tag meiner Abreise aus San Pedro. Gut gebräunt von der Wüstensonne lasse ich mich um 14:20 Uhr zu meinem Bus bringen, der mich in 16 Stunden nach La Serena bringen soll. Das erste Mal habe ich mir gegönnt, den teuersten Tarif zu buchen: Salon/Cama heißt das ganze und der Sitz lässt sich komplett absenken &#8211; erinnert an Business-Class im Flugzeug, es gibt Essen und heute morgen, als wir in La Serena ankommen, weckt mich der Steward &#8211; heißen die eigentlich Busbegleiter? Hier in La Serena ist es 7 Uhr als ich ankomme, ich bringe mein Gepäck in die Aufbewahrung und mache mich auf den Weg, die Stadt anzuschauen. Abgesehen davon, dass die Stadt um diese Uhrzeit wie ausgestorben ist, nieselt es und die Architektur und das Stadtbild sind auch nicht wirklich beeindruckend. Nach 1,5h Stadtrundgang durch die leeren Gassen kehre ich zurück zum Busterminal, kaufe mein Ticket nach Valparaíso, wo ich nun schon heute Abend ankommen werde. Leyla, wo ich unterkommen werde, weiß allerdings noch nichts von ihrem Glück, sie erwartet mich morgen :D. Und jetzt werde ich weitere 4,5h auf den Bus nach Valparaíso warten&#8230;</p>
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		<title>Zurück in Santiago</title>
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		<pubDate>Sun, 03 May 2009 21:51:04 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Feliz 18...!!!" href="http://www.flickr.com/photos/34843762@N00/1384634772/" target="_blank"><img src="http://farm2.static.flickr.com/1249/1384634772_b261a43c77_m.jpg" border="0" alt="Feliz 18...!!!" /></a><br />
 <small><a title="Attribution-NoDerivs License" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/" target="_blank"><img src="http://doetsch.info/wordpress/wp-content/plugins/photo-dropper/images/cc.png" border="0" alt="Creative Commons License" width="16" height="16" align="absmiddle" /></a> <a href="http://www.photodropper.com/photos/" target="_blank">photo</a> credit: <a title="mabel flores" href="http://www.flickr.com/photos/34843762@N00/1384634772/" target="_blank">mabel flores</a></small></p>
<p>Der 1. Mai ist der Tag des Abschieds von Nadja und Eva &#8211; die beiden sind auf einem Geburtstag in Los Andes eingeladen und sind somit am Samstag, dem Tag meiner Abreise nicht in Valpo. Aber den Kontakt kann man ja auch über Facebook halten&#8230;</p>
<p>Ich hingegen bin auf Leylas Geburtstag eingeladen: Wiedereinmal erwartet mich der traumhafte Blick von ihrem Haus auf Valparaíso &#8211; der Geburtstag findet in einem Partyraum im 31. Stock statt. Die Schönheit der Stadt bei Tag und Nacht ist immer wieder atemberaubend: Tagsüber das Ozeanblau des Pazifiks in der Bucht und die vielen bunten Häuser, die die Hügel säumen, nachts die Hafenbeleuchtung und die vielen kleinen orangen Lichter auf den Hügeln. Als Geschenk habe ich auf dem Cerro Alegre, eine handgefertigte Handtasche erstehen können, bei deren Auswahl mir Nadja helfen konnte&#8230;</p>
<p>Nach und nach treffen auf dem Geburtstag die Gäste ein und zur Begrüßung wird mir natürlich das chilenische Nationalgetränk, Pisco Sour, gereicht. Pisco ist ein hochprozentiger Traubenschnaps, für den eigentlich Peru bekannt ist, der aber inzwischen überwiegend in Chile produziert wird. Wer mal einen leckeren Pisco probieren will, kann ja mal versuchen, einen Pisco der Marke Mistral zu finden. Während ich am Glas nippe, werden mir verschiedenste Leute vorgestellt: Jessica, über die ich dann im Frühling bei &#8220;Un Techo Para Chile&#8221; mitmachen werde, Paula, die Schwester von Leyla, Isaac, ein Freund von Paula, und noch einige andere. Jessica spricht doch tatsächlich ein sehr gutes Englisch, aber den Abend über spreche ich dann doch nur Spanisch und versuche, den chilenischen Dialekt zu verstehen. Morgens um 2:30 Uhr finde ich dann mein Bett, wo ich ziemlich erschöpft einschlafe.</p>
<p>Gestern steht dann um 14 Uhr die gemeinsame Busfahrt mit Leyla nach Santiago an. Diesmal wohne ich in einem anderen Hostel, dem &#8220;<a href="http://www.lacasaroja.cl/" target="_blank">Casa Roja</a>&#8220;. Das Hostel ist ein riesiger alter Palast im Stadtteil &#8220;Barrio Brasil&#8221;, der vollständig renoviert wurde. Insgesamt wohnen hier sehr sehr viele Reisende und es ist ganz anders als die vorherigen Unterkünfte: Groß, das Personal eher unpersönlich aber mit exzellenten Freizeitbereichen, Internetcafé, WLAN, Duschen, Reisebüro, Bar, Swimmingpool und vielem anderen. Für den Swimmingpool ist es allerdings zu kalt, in Santiago sind bestimmt nur 15°C.</p>
<p>Während ich mich noch mit einigen neu kennengelernten anderen Gästen unterhalte (an unserem Tisch: 1 Schwede, eine Dänin, eine Finnin, eine Brasilianerin, ein Holländer) klingelt mein Telefon: Paula ist dran und fragt, ob wir heute Abend was unternehmen wollen. Wir verabreden uns (entgegen meiner ursprünglichen Pläne, einen ruhigen Abend zu verbringen) um 22:30 Uhr der Metro-Station Republica, wohin ich auch Juliana, die Brasilianerin, die gerne was machen will, mitnehme.</p>
<p>Dort angekommen treffen wir auch schon die wartende Paula und zusammen gehen wir in eine Bar namens Piso 33. Nachdem wir ein paar Pisco Cola getrunken haben, füllt es sich langsam: Hier in Chile fängt die Nacht erst um 1 Uhr morgens an. Kaum haben wir gezahlt und sind aufgestanden, wird unser Tisch weggeräumt, damit der zusätzliche Platz als Tanzfläche genutzt werden kann. Die Musik ist sowieso schon ziemlich laut, also tanzen wir ein wenig. Während Juliana keine Lust mehr hat und zurück nach Hause geht, bleiben wir noch länger. Der vorherig für einen Geburtstag reservierte Raum lockt, und die Türsteher interessiert auch nicht, dass wir da reingehen. Hier wird populäre Musik, kein an Techno grenzender House gespielt. Zwischen europäischen und amerikanischen Klassikern der 80er, 90er und dem besten von Heute ;-) sind natürlich auch ein paar Latino-Klassiker. Interessant! Wir beenden die Nacht jedenfalls gegen 3:30 Uhr, Paula fährt nach Hause und ich ins Bett.</p>
<p>Kaum bin ich heute aufgestanden und hab mir ein Frühstück organisiert, klingelt mein Telefon wieder: Diesmal ist es Paulas Schwester Leyla: Ich sei zum Mittagessen bei ihrer Familie, die ja in Santiago lebt, eingeladen und solle um 13 Uhr vor dem Präsidialpalast, &#8220;La Moneda&#8221; sein. Also kurz das Frühstück runtergeschlungen, sich mit ein paar neuangekommenen Israelis unterhalten und dann zur Moneda gehetzt. Dort schauen wir uns noch eine Ausstellung über die chilenischen Ureinwohner, die Mapuche an und gehen dann zur Wohnung der Eltern, wo diese sowie ihre dritte Schwester schon warten.</p>
<p>Zum Essen gibt es einen Salat (für mich mit Huhn statt Fisch), dann Empanadas al Piña und als Nachtisch Papajas mit Eis. Während des Essens werde ich natürlich über Zustände und Gegebenheiten in der deutschen Gesellschaft gelöchert und erfahre im Gegenzug einiges über Chile. Dennoch zeigt sich hier, dass ich nach wie vor viel zu wenige Vokabeln kenne&#8230;</p>
<p>Heute Abend werde ich hier im Hostel ein Thaicurry essen, morgen steht wohl ein Museumsbesuch an &#8211; und so wie es aussieht, wird es hier auch die nächsten Tage nicht langweilig werden&#8230;</p>
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		<title>Weggehen in Valpo</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Apr 2009 20:46:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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<p>Langsam nähert sich die erste Zeit in Valparaíso dem Ende, schon am Samstag fahre ich zurück nach Santiago, dort wartet dann ja am Mittwoch der Flug nach Bogotá. Der Ortswechsel wird langsam auch echt nötig, da es hier bei unter 10°C und nicht aktivierter Heizung ziemlich ungemütlich ist &#8211; vor allem ohne vernünftige Jacke. Diese ist nämlich nach wie vor in Argentinien und wird jetzt per Post zu Leyla geschickt werden, da es anscheinend keinen 24-Stunden Service aus dem Ort gibt, wo sie derzeitig weilt. Und in Bogotá werde ich sie eh nicht brauchen und außerdem weiß ich nicht, wie lange ich dort sein werde. Voraussichtlich aber nicht länger als 4 Tage.</p>
<p>Dennoch hat Valpo immer wieder mal neue Erfahrungen zu bieten. So waren wir am Dienstag Abend zu viert (Eva, Edward, Marten, ich) in einer Kneipe, dem Abasto, die eine Kleinkunstbühne hat. Die Empfehlung von Sol sollte sich lohnen: Es traten ein Tänzerin, ein Pantomime und zwei Musikgruppen auf und es hat wirklich viel Spaß gemacht zuzuschauen. Andere Touristen waren nicht da und Sol erzählte mir auch heute, dass das ganze sehr typisch für die Künstlerszene in Valparaíso ist, aber kaum ein Tourist dieses mitbekommt.</p>
<p>Gestern, das Wetter war wieder saukalt, haben sich Marten, Edward und ich das Ex-Gefängnis und einen Friedhof angeschaut. Das Ex-Gefängnis wurde zu einem Ort für Kunst umgestaltet, größtenteils ist diese der Freiheit gewidmet. Später sind wir dann zusammen mit Nadja einkaufen gegangen und haben uns dann bei Evas Hostel getroffen: Selbstgemachte Pizza stand für das Abendessen auf dem Programm, da Edward zuletzt als Koch in Tel Aviv gearbeitet hat.</p>
<p>Die Pizza war auch sehr lecker, auch wenn sie schwer zu essen war. Naja, 4 Flaschen Wein und 6 Pizzen später machten wir uns dann auf den Weg zum La Sala, einem hiesigen Club. Es war zwar nicht besonders voll, getanzt haben wir dann trotzdem bis das Licht angemacht wurde &#8211; so gegen 3.30 Uhr. Im Anschluss wurden wir dann gefragt, ob wir noch Lust auf eine &#8220;After-Party&#8221; hätten. Also haben wir uns dorthin auf den Weg gemacht und standen aufeinmal vor einer Tür, die immer ganz kurz mal aufging, zwei Leute reinließ und wieder zuging &#8211; dass auch ja niemand von der Polizei diese Location entdecke&#8230; Als ich reingezogen wurde ist jedenfalls nichts zu sehen, da das Licht aus war. Nach ein wenig Treppensteigen im Dunkeln und zwei weiteren Türen, an denen der Eintritt kassiert wird, tat sich auf einmal ein ca. 20m² großer Raum auf, mit Bar, Fernseher und ein paar Leuten, die dort schon standen.</p>
<p>Nachdem wir uns dort für ca. 1,5h mit zwei Chileninnen unterhalten hatten, sind wir dann allerdings gegen 5 Uhr nach Hause gegangen&#8230;</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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		<pubDate>Fri, 24 Apr 2009 20:48:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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<p>Dani und ich gehen jetzt wieder getrennte Wege &#8211; der Spanisch-Intensivkurs ist vorbei. Ich weiß jetzt zwar theoretisch, wie der Subjuntivo funktioniert, praktisch anwenden ist da aber ne andere Sache, weil es irgendwie ständig Ausnahmen gibt&#8230;</p>
<p>Abgesehen vom Spanischkurs habe ich nur ein paar wenige Sachen hier gemacht: Abends bin ich mal mit den beiden Schweizer Mädels losgezogen, wo wir in den Kneipen Kabala bzw. El Pajarito eingekehrt sind. Generell habe ich diese Woche Abends viel gekocht, und den einen Abend habe ich Valparaíso mal wieder von oben betrachten dürfen &#8211; auf Holzbrettern auf dem Dach eines Hauses sitzend. Das war dann auch so eine schöne Aussicht, dass wir das ein paar Stunden durchgehalten haben. Nebenbei haben wir natürlich chilenischen Wein getrunken. Abends habe ich dann in meinem Zimmer Gesellschaft bekommen, weil eine Dänin kein Zimmer mehr bekommen hatte und ich ihr, ich kannte sie schon ein paar Tage, angeboten hatte, dass sie bei mir im Zimmer übernachten könne, da ich ja ein riesiges Bett habe&#8230;</p>
<p>Am nächsten Morgen, also gestern morgen,  bin ich dann wieder zum Spanisch gegangen und nachmittags habe ich eine Hafenrundfahrt durch den Hafen Valparaísos gemacht und anschließend sind wir ins Vinilo gegangen und haben dort sündhaft teures, aber sehr gutes original chilenisches Essen gegessen und uns stundenlang mit Ivan, dem Bruder des Besitzers über Valpo, Chile, Tango und Argentinien unterhalten.</p>
<p>Für heute Abend habe ich noch keine Pläne, aber morgen werde ich dann mit Nadja, einer der Schweizerinnen einen Ausritt auf Pferden durch angeblich sehr schöne Landschaft machen. Außerdem findet wohl in der Nähe von Valpo ein Weinfestival statt, das mir vom hiesigen Hostel-Besitzer sehr ans Herz gelegt wurde.</p>
<p>Sonntag morgen treffe ich mich dann mit Leyla, um mit ihr zur Isla Negra einen Ausflug zu machen &#8211; da gibt es wohl sehr schöne Buchten und ein Pablo Neruda Haus, das sehr sehenswert sein soll. Außerdem muss ich mich noch entscheiden, wo ich ab morgen Abend übernachte&#8230;</p>
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		<pubDate>Mon, 20 Apr 2009 21:07:35 +0000</pubDate>
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<p>Quelle: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%B6he">Wikipedia</a></p>
<p>Oh wie ist das Reisen schön &#8211; irgendwie hatte mein Bett im Hostel wohl vor ein Paar Tagen mal einen Gast mit Flöhen oder einer der Straßenhundflöhe hat große Sprünge in meine Richtung gemacht. Auf jeden Fall habe ich Flohbisse am Arm und ich hab die Viecher das erste Mal in meinem Leben hautnah erlebt und bin somit um eine Erfahrung reicher&#8230; Naja, die Klamotten sind erstmal alle gewaschen, Kissen, Matratze und Bettwäsche komplett ausgetauscht, und ich hoffe damit ist das Thema gegessen.</p>
<p>Da erzähl ich doch lieber von etwas Erfreulichererem: Meinem Spanischkurs. Der hat nämlich heute morgen um 9 Uhr angefangen. Bißchen früh, da ich doch inzwischen ein mehrstündiges Frühstück gewöhnt. Eingestuft als &#8220;avanzado&#8221; hatte ich heute 6 (Unterrichts-) Stunden Konversation. Die Folge davon ist, dass ich inzwischen viele Details aus dem Leben meiner 23 jährigen, Daniela heißenden Lehrerin kenne&#8230; Morgen werden wir uns dann wohl draußen in der Sonne mit dem Subjuntivo beschäftigen &#8211; Grammatikübungen usw. Ohne geht es leider nicht :(.</p>
<p>Heute Abend werde ich mit zwei Schweizer Mädels, die hier für ein paar Monate leben, in eine Kneipe bzw. Bar gehen, mal schauen wie es so wird. Aber manchmal scheint es so, als ob die ganze Schweiz hier in Chile ist &#8211; man trifft unablässig Schweizer, die hier ein paar Monate in Chile verbringen.</p>
<p>Gestern war ich faul: Hab ein paar Stunden in der Sonne mit wunderbarem Blick auf den Pazifik auf einer Bank, bzw. später im Turri, einem Restaurant, gesessen und in Salman Rushdies &#8220;The Enchantress of Florence&#8221; gelesen. Ein lustiges, kreatives, spannendes und schönes Buch, das ich nur wärmstens empfehlen kann.</p>
<p>Abends habe ich mich dann noch auf eine heiße Schokolade mit Leyla getroffen und hinterher noch mit einigen Gästen im Aufenthaltsraum geplaudert.</p>
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		<title>Carretear en Valparaíso</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Apr 2009 16:52:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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<p>Der gestrige Tag startet mit blauem Himmel &#8211; auch heute ist wunderschönes Wetter, die Bewölkung,die sonst typischerweise im Herbst in Valparaíso vorherrscht ist verschwunden. Die Straßen Valparaísos wirken frühlingshaft: Die Farben der Hauswände wirken viel freundlicher und heller, die Häuser werfen Schatten und die Stadt lebt spürbar auf. Überall auf den Straßen sind Einwohner zu sehen: Hausfrauen gießen die Blumen am Straßenrand, in den Einkaufsstraßen treten sich die Passanten gegenseitig auf die Füße, um frisches Obst, Gemüse oder Fleisch zu erstehen. Vor einem Regierungsgebäude &#8211; Valparaíso ist Parlamentssitz -  sind Schulklassen, die gegen irgendetwas lautstark mit Sprechgesängen protestieren, während Marktschreier ihre Produkte anpreisen. Im Zentrum eilen Banker durch die Straßen, um die Mittagspause bestmöglich zu nutzen und Taxis und Busse streiten sich um den schnellsten Weg durch die Straßen. Studenten sitzen im Park an der Avenida Brasil und genießen die Sonnenstrahlen, so dass sich schon die Frage aufdrängt, ob eigentlich jemand in den Vorlesungen sitzt.</p>
<p>Bei diesem schönen Wetter bietet sich endlich die Chance, ein paar schöne Photos zu machen, und so starte ich gegen 12 Uhr im Cerro Alegre, wo ich wohne, einen ungeplanten Rundgang durch Straßen und Gassen. Die überall gegenwärtigen Restaurants, Cafés und kneipen sind packend voll: Mittagessenszeit. Nach dem Mittagessen im &#8220;Filou de Montpellier&#8221; entscheide ich mich, dem hiesigen Haus Pablo Nerudas einen Besuch abzustatten: La Sebastiana ist der Name. Um dorthin zu kommen, nehme ich ein Micro, einen der Kleinbusse, die überall in der Stadt in halsbrecherischem Tempo die Hügel erklimmen &#8211; schnelles Anfahren und Vollbremsungen gehören hier zum normalen Fahrstil &#8211; selbst wenn es nur der normale Busstop ist. Das Micro 612 Richtung Viña del Mar bringe ich per Winken zum Anhalten, so dass ich einsteigen kann. Auf dem Weg zur Avenida Ferrari, wo La Sebastiana ist, fahren wir die Av. Alemana entlang, vorbei an Stichstraßen, die Namen wie Av. Bismarck haben. Die Strecke auf der Av. Alemana bietet wunderschöne Aussichten auf Hafen und Bucht, und, angekommen in Pablo Nerudas Haus, zeigt sich, dass auch die Aussicht aus dem Haus heraus spektakulär ist.</p>
<p>La Sebastiana ist ein mehrstöckiges Haus, das noch komplett so möbliert ist, wie es Pablo Neruda damals hinterlassen hat &#8211; inzwischen wird es als Museum betrieben und ist eine der Sehenswürdigkeiten Valparaísos. Skurrile Einrichtungsgegenstände, wie z.B. ein Karusselpferd im Wohnzimmer zeugen von Nerudas interessantem Geschmack.</p>
<p>Nachdem ich einen Anruf von Leyla bekommen habe, dass wir uns eine Stunde später in der Innenstadt treffen könnten, nehme ich ein Micro zurück nach Cerro Alegre, und mach mich von dort aus auf den Weg nach &#8220;El Plan&#8221;, die Innenstadt, wo Leyla in einem Institut für maritime Biologie arbeitet. Dort erhalte ich von ihr und Kollegen eine kleine Führung und Erklärung was dort untersucht und erforscht wird und später machen wir uns auf den Weg zur Schwesterstadt Viña del Mar.</p>
<p>Diese Stadt, nur wenige Minuten von Valparaíso entfernt, könnte kaum gegensätzlicher sein: Teurere Autos auf den Straßen, ein Casino, eine Strandpromenade und viele, z.T. sehr häßliche Neubauten. Während wir noch den Sonnenuntergang zusammen mit wahrscheinlich der halben Stadtjugend am Strand mitbekommen essen wir noch kurz ein Gebäck, das deutschen Schweineohren sehr nahe kommt und betrachten die Sandskulpturen am Rand der Strandpromenade. Als es dunkel ist, wandern wir noch zu einem Imbiss, wo ich den größten Burger, den ich je gesehen habe für knappe 3 Euro vorgesetzt bekomme: Schweinebraten mit Avocadocrème (Palta heißt das hier) sind drauf, aber die Avocadocrème in unglaublichen Mengen, der Burger ertrinkt förmlich in ihr &#8211; wie die Chilenen es halt mögen&#8230; Leyla isst ein anderes chilenisches Nationalgericht: Wiener Würstchen in leicht pappigem Weißbrötchen mit ein wenig Gemüse drin und unglaublichen Mengen an Mayo, Avocadocrème &#8211; einen sogenannten Completo.</p>
<p>Nach einem kurzen Einkauf im Supermarkt, wo wir als Party-Mitbringsel zwei Flaschen guten chilenischen Wein erstehen, fahren wir zurück nach Valparaíso, um dort der Einladung eines Arbeitskollegen zu folgen, der seinen Geburtstag feiert. Dort angekommen, stellt sich schnell raus, dass auf der Dachterasse des Hochhausneubaus in dem er wohnt, ein Asado stattfinden wird. Der Blick von dieser Terasse auf das nächtliche Valparaíso ist wiedereinmal spektakulär und während Bier und Wein, Rum und Vodka-Mischgetränke in nicht zu verachtenden Mengen verzehrt werden, das Fleisch auf dem Grill langsam vor sich hinbrutzelt, und ich versuche, den Gesprächen der anderen zu folgen bzw. selbst dran teilzunehmen, trudeln immer mehr Leute ein &#8211; darunter auch eine Kolumbianerin.</p>
<p>Später am Abend unterhalte ich mich mit ihr, und sie erzählt mir, dass auch sie Meeresbiologin ist und deswegen hier in Chile arbeitet. Sie habe aber eine kleine Schwester in Bogotá, und wenn ich wolle, könne sie Kontakt herstellen, so dass diese dort treffen könne&#8230; Die Welt kann wirklich einfach sein, es scheint, als ob man immer irgendwelche Leute trifft, die wiederum Kontakte in Regionen haben, die sich mit meinen Reisezielen decken&#8230;</p>
<p>Wir feiern noch bis 2:30 Uhr weiter, und ich habe Gelegenheit mich mit verschiedensten Leuten zu unterhalten: Die meisten interessiert natürlich, wo ich herkomme, was ich vorhabe und wie mir Chile gefällt, aber es ist schon interessant, wie z.B. Schule und Kindergarten organisiert sind, wie die Internetabteilung der Polizei in Chile arbeitet, oder dass einige, sehr lateinamerikanisch aussehende Leute auf einmal mit einem deutschen Nachnamen, geerbt von der väterlichen Seite, aufwarten.</p>
<p>Heute werde ich noch eine E-Mail an Diana, die Kolumbianerin, schreiben, damit sie ihrer Schwester meine Kontaktdaten geben kann und ich im Gegenzug auch die Daten ihrer Schwester erhalte.Außerdem muss ich noch meinen Flug nach Kolumbien buchen, laut dem Besitzer des Hostels &#8211; er ist der Autor des Footprint Reiseführers für Chile &#8211; könnte das ganze interessant werden: Die Flüge auf der chilenischen Internetseite scheinen günstiger zu sein als auf der englischsprachigen Seite und z.T. wird wohl nach der Kreditkartenprüfung noch der Preis geändert, da eine europäische Kreditkarte entdeckt wurde. Falls der Preisunterschied zu hoch ist, hat er mir empfohlen, in ein LAN Chile Reisebüro zu gehen und statt über das Internet dort zu buchen. Außerdem will ich auch noch zum Oasis-Konzert in Santiago am 4. Mai, wofür ich allerdings noch Karten benötige.</p>
<p>Vom gestrigen Erdbeben, 1600km nördlich war hier in Valparaíso übrigens nichts zu spüren, anscheinend war aber Arica betroffen. Inzwischen hat auch meine Dusche warmes Wasser, so dass ich auch mal wieder lange duschen konnte.</p>
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		<title>Der lächelnde Mond</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Apr 2009 00:45:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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<p><a href="http://www.lunasonrisa.cl" target="_blank">La Luna Sonrisa</a>, der lächelnde Mond, so heißt das Hostel in Valparaíso, in dem ich gerade diese Zeilen schreibe. Nachdem ich die letzten Tage die Nachteile von Internetcafés erleben durfte, freue ich mich jetzt ueber WLAN, und somit unbegrenzten Internetzugang. Das Hostel liegt im Cerro Alegre, einem der begehrtesten Wohnhügel der Stadt, wo man auch häufig Touristen sieht &#8211; bei Leyla, im Cerro Playa Ancha war ich glaube ich der einzige :). Dafür sah man dort täglich junge Marinesoldaten joggen. Generell spielt das Militär in Chile nach wie vor eine große Rolle &#8211; im Hafen der Stadt liegen fortwährend Kriegsschiffe und in den Straßen der Stadt sieht man viele uniformierte Marinesoldaten, die ihre Uniform augenscheinlich mit viel Stolz tragen.</p>
<p>Ich bin ins Hostel gezogen, weil ich Leylas Gastfreundschaft nicht überstrapazieren möchte, aber wohl nicht lange genug hier in Valpo bleiben werde, um mir ein WG Zimmer zu holen. Obwohl die Stadt einen Charme hat, der seinesgleichen sucht, wird es hier nachts und auch morgens empfindlich kühl &#8211; tagsüber ist dann, wenn die Sonne scheint, zwar T-Shirt Wetter, dennoch werde ich wohl bald Richtung Kolumbien in die Wärme fliehen. Für die Woche meines Sprachkurses bleibe ich jedoch hier und genieße weiterhin die Schönheit dieser Stadt, deren teilweiser Verfall seinen eigenen Reiz ausübt.</p>
<p>Direkt vor dem Hostel parkt zum Beispiel ein Volkswagen aus den 70ern &#8211; kaputte Seitenscheibe, durch Spanplatten geflickt &#8211; morgen wird definitiv ein Photo davon gemacht. Grundsätzlich kann man hier nicht durch die Straßen wandern, ohne tolle Photomotive zu finden &#8211; seien es die Aufzüge (Ascendores) für die Valparaíso berühmt ist, oder einfach ein Haus an der Straße.  Gestern bin ich z.B. mit dem Ascendor Artillería gefahren, der von 1883 ist und mit, so stand es an der Informationstafel, deutscher Technik gebaut wurde. Die Mittel zum Betrieb dieser Aufzüge sind aber anscheinend sehr begrenzt &#8211; heute hörte ich, dass in Kürze einer der Aufzüge stillgelegt werden muss, da die Mittel zur Instandhaltung fehlen. Dabei frage ich mich dann allerdings, wie die Leute auf ihren Hügel kommen wollen &#8211; die Aufstiege sind mitunter sehr steil und sicher nicht für jede Altersgruppe geeignet. Es fahren zwar auch Busse, aber das ist a) umständlicher und b) stillos ;-).</p>
<p>Während ich in Santiago ja in kürzester Zeit viel vom Nachtleben mitbekommen habe, bin ich hier erst einmal, und zwar mit Leyla weggewesen. Morgen folgt der zweite Teil, am Samstag der dritte. Außer Soledad, einer hier im Hostel angestellten Chilenin habe ich bisher auch noch nicht allzuviele Kontakte, aber ein Sozialprojekt bahnt sich an: Eine Freundin Leylas hat Kontakte zu &#8220;<a href="http://www.untechoparachile.cl" target="_blank">Un Techo para Chile</a>&#8220;, einer Initiative zum Häuserbau für Bedürftige, die kein Dach über dem Kopf haben. Dankenswerterweise hat sie angeboten, Kontakt herzustellen, was ich wohl Samstag mit ihr bequatschen kann.</p>
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		<title>Spanischkurs</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Apr 2009 14:12:19 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Habe gestern einen Spanisch-Intensivkurs gebucht &#8211; 30 Unterrichtsstunden in 5 Tagen. Mal schauen, was es so bringt. Im allgemeinen kann ich mich zwar verstaendigen, aber so richtig fluessig kommt das alles noch nicht rueber, und den Subjuntivo ignoriere ich bisher komplett&#8230; Dazu kommt natuerlich, dass die Chilenen viele Laute einfach verschlucken und andere Woerter verwenden [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Habe gestern einen Spanisch-Intensivkurs gebucht &#8211; 30 Unterrichtsstunden in 5 Tagen. Mal schauen, was es so bringt. Im allgemeinen kann ich mich zwar verstaendigen, aber so richtig fluessig kommt das alles noch nicht rueber, und den Subjuntivo ignoriere ich bisher komplett&#8230; Dazu kommt natuerlich, dass die Chilenen viele Laute einfach verschlucken und andere Woerter verwenden &#8211; z.B. carretear fuer Feiern.</p>
<p>Gestern habe ich auch mal fuer Leyla und mich gekocht &#8211; hab ja Zeit genug, also gab es mal voellig unchilenische Nudeln mit Tomatensauce&#8230;</p>
<p>Ausserdem werde ich heute mal ein Hostel buchen, um nicht die ganze Zeit Leylas Apartment zu belagern. Wahrscheinlich fahre ich schon frueher Richtung Kolumbien, da hier das Wetter doch langsam kalt wird &#8211; morgens haengt hier immer viel Nebel uber der Bucht, und der Himmel ist auch ziemlich bewoelkt. Hoffe, ich bekomme hier noch einen schoenen Sonnentag, um gute Photos schiessen zu koennen.</p>
<p>Schreibe was laengeres, wenn ich nicht ins Internet-Café muss :).</p>
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		<title>Im Paradiestal</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Apr 2009 16:42:29 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Valparaiso  from Playa Ancha." href="http://www.flickr.com/photos/35899870@N00/313729330/" target="_blank"><img src="http://farm1.static.flickr.com/115/313729330_ed546ce3f3_m.jpg" border="0" alt="Valparaiso  from Playa Ancha." /></a><br />
<small><a title="Attribution-NonCommercial-NoDerivs License" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank"><img src="http://doetsch.info/wordpress/wp-content/plugins/photo-dropper/images/cc.png" border="0" alt="Creative Commons License" width="16" height="16" align="absMiddle" /></a> <a href="http://www.photodropper.com/photos/" target="_blank">photo</a> credit: <a title="Bracani....Antonio" href="http://www.flickr.com/photos/35899870@N00/313729330/" target="_blank">Bracani&#8230;.Antonio</a></small></p>
<p>Valparaíso &#8211; traumhaft schoen bei Nacht und Sonnenschein, triste grau bei bewoelktem Himmel.</p>
<p>Valparaíso &#8211; verfallene Haeuser neben gut erhaltenen Kolonialbauten, Zeugnisse vergangenen Wohlstands. </p>
<p>Valparaíso &#8211; lebendige Strassen, Musikanten, die in Lokalen ueben, Bergsteigen um nach Hause zu kommen, Obstkisten mit frischem Obst auf der Strasse.</p>
<p>Ja, ich bin jetzt in Valpo, und kann erahnen, warum es Paradiestal (Valparaíso kommt von Valle Paradiso) heisst. Der Blick auf die Pazifikbucht ist atemberaubend schoen, das Klima ist mediterran, wenn auch morgens dank des Herbstes neblig und ueberall weht ein leichter Wind des charmanten Verfalls, aehnlich wie in Venedig.</p>
<p>Alte, von Erdbeben und mangelnder Fassadenpflege gezeichnete Haeuser verteilen sich ueberall ueber die Cerros &#8211; ueber 40 dieser Huegel gibt es hier, und alle sind mit Haeusern uebersaeht und man ist gezwungen, steile Aufstiege und Treppen zu nehmen oder einen sogenannten Ascensor, eine Seilbahn. Von diesen Ascensoren gibt es glaube ich viezehn und Leylas Wohnung ist in der Naehe des Ascensors Artillería &#8211; die Wohnung ist aber noch einen kleinen Fussweg entfernt. Sie wohnt in einem 30-stoeckigen Hochhausneubau, direkt in Steinwurfnaehe des Pazifiks. Der Blick von der Dachterasse &#8211; unbeschreiblich, atemberaubend, grandios, wunderschoen. Morgens sehe ich vom Fenster ihres Apartments ebenfalls die Bucht und dort die Fischer, wie sie in ihren kleinen Booten den taeglichen Kampf mit dem Meer aufnehmen.</p>
<p>Hier in der Naehe ist auch die Universidad Católica, wo ich gleich mal nach einer WG suchen werde. Ausserdem gehe ich heute mal bei einer Sprachschule vorbei &#8211; ein Intensivkurs kann ja nicht schaden&#8230;</p>
<p>Die Fahrt von Santiago war unspektakulaer, aber mit schoener Landschaft: Knappe zwei Stunden durch Weinanbaugebiete und bewachsene Huegel, sehr schoen anzusehen. Das Taxi am Busbahnhof bringt mich dann auch direkt zu Leylas Wohnung, wo sie schon wartet. Zu Abend essen wir Tomaten mit Avocados mit Tortillas, sehr lecker. Die Wohnung ist brandneu, es gibt bisher weder Kuehlschrank noch Bett fuer mich, aber dank Teppich und Wolldecken als Matratze schlaf ich gut&#8230;</p>
<p>Gestern treffen wir uns in der Innenstadt von Valpo, um uns ein wenig umzuschauen und ein Bierchen zu trinken. Im Lokal, wo wir das machen, sitzen nebenan Musikanten, die irische Folk-Musik ueben &#8211; bestimmt 8 Leute. Als wir gehen, folgt ein kurzes Einkaufen, ich werde naemlich fuer Leyla mal kochen &#8211; unglaublich billig, die Lebensmittel hier.</p>
<p>Photos werde ich wieder hochladen, sobald ich Internet mit meinem Netbook habe &#8211; zur Zeit sitze ich im Internetcafé&#8230;</p>
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