Beiträge getagged ‘schnorcheln’

Galapagos: Española

28 Juni 2009

Für den heutigen Tag steht die Insel Española auf dem Programm. Als wir um 6:45 Uhr zum Frühstück gehen, wissen wir, warum unser Guide unbedingt sehr früh los will: neben unserem Schiff liegen acht weitere Schiffe vor Anker.

Das Dinghi bringt uns, wie immer, vom Schiff auf die Insel, diesmal allerdings alle 16 Personen gleichzeitig. Trotz der frühen Stunde ist allerdings schon eine Gruppe da, die ebenso wie wir, staunend die spielenden Seelöwen und die Marine-Iguanas betrachten.

Die Marine-Iguanas sind ca. 50-60cm lang und schwarz-rot gemustert – fast nicht zu unterscheiden von den schwarz-roten Steinen und versuchen sich auf den Steinen aufzuwärmen – als Kaltblüter ist externe Wärmezufuhr für sie lebensnotwendig.

Zwischendurch hüpfen immer wieder die hiesigen Nachtigallen durch die Gegend, die wie alle Tiere hier ohne Scheu vor Menschen schon fast über unsere Füße hüpfen. Während wir unsere Photos schießen, schweben über uns elegant Fregatten, oder wie auch immer diese Vögel auf Deutsch heißen.
Als wir genug von den spielenden Seelöwen haben, machen wir uns auf zum Inneren der Insel. Neben beeindruckender Küstenlinien mit steilen, von Krabben besetzten, Klippen, erwarten uns dort die Galapagos Albatrosse. Diese Albatrosse können nicht aus dem Stand starten, sondern benötigen die Klippen, um sich in die Luft zu schwingen. Interessant ist auch der Balztanz, bei dem beide Teilnehmer lustig ihre Hälse wie im Tanz bewegen.

Als wir zurück zum Schiff fahren erwartet uns ein kleiner Snack, danach fahren wir für 30min. entlang der Küstenlinie von Española. Hier ankert das Schiff, und es steht der nächste Programmpunkt des Erlebnisurlaubs Galapagos bevor: Vom Schiff direkt in den Pazifik springen und dort baden.
Nach einem Sprung wird es mir dann allerdings bei stärkerem Wind zu kalt, und kurze Zeit später klingt auch schon die Schiffsglocke: Zeit zum Mittagessen.

Das wiederum sehr leckere Essen wird mit einem Eis abgerundet und 45 min. später geht es weiter mit dem Tagesprogramm: Schnorcheln und Aufenthalt an einem Strand.

Einen so weißen Strand habe ich bisher noch nie gesehen: Blendend weiß, nur vereinzelt finden sich schwarze Felsen, die nur schwer von den sich am Strand tummelnden Seelöwen zu unterscheiden sind.
Die Seelöwen stört es wiederum überhaupt nicht, wenn Menschen sich auf 1-2m nähern, sie liegen faul am Strand, spielen, oder im Fall der ganz Jungen, lassen sich von ihrer Mutter säugen. Wir hingegen ziehen die Flossen an, machen die Maske fertig und stürzen uns rückwärts stolpernd in die Brandung, um zu einem dem Strand vorgelagerten Felsen zu schwimmen.

Beim Schnorcheln zeigen sich ein paar bunte Fische und, zu unserer Freude ein Hai (White-Tipped-Reef-Shark). Diesmal schwimmen die Seelöwen allerdings leider nicht um uns rum, und nach ungefähr einer Stunde kehren wir zurück zum Strand. Dort haben wir dann noch ca. eine Stunde zum Ausruhen und dann, pünktlich mit dem einsetzenden Regen, werden wir vom Beiboot abgeholt.

Die “Amigo” startet sodann sofort die Motoren, da die nächste Insel, San Cristóbal, recht weit entfernt ist, und wir wohl 4-5 Stunden im Boot brauchen werden.

Zur Zeit ist die Bootsfahrt noch im vollen Gange, inklusive etwas stärkerem Wellengang, was ich durchaus zu schätzen weiß. Bisher ist auch noch niemand hier seekrank geworden, allerdings hat die hiesige Kanadierin eine panische Angst vor Seelöwen… 3. TAG.

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Galapagos: Anreise und Isla Floreana

28 Juni 2009

Gestern ging es los: Um 4:15h stehe ich auf, um meinen Flug zu bekommen, der um 6:40h Quito verlassen soll. Als ich am Flughafen ankomme, darf ich zusammen mit zwei Brasilianern erstmal ne Dreiviertelstunde warten, da das Personal für Gepäckkontrolle und Check-In noch nicht da ist.

Dann geht es aber schnell: ID-Karte für Galapagos wird gekauft, das Gepäck geprüft und der Check-In bei Aerogal gemacht, und schon sitze ich in der Abflughalle am Gate.

Als wir die Abflughalle verlassen und das Rollfeld betreten eröffnet sich uns ein atemberaubender Anblick: Außergewöhnlich gute Sicht erlaubt es dem zweitgrößten Vulkans Ecuadors, dem Cotopaxi, sich uns zu zeigen. Mühelos dominiert der schneebedeckte, immer noch aktive Vulkan das sonst schon überwältigende Panorama Quitos. Cotopaxi, mit einer Höhe von über 5000m ist auch nach dem Abheben über den Wolken noch lange zu sehen. Hier in Ecuador grenzt die Begeisterung über diesen Vulkan schon an Verehrung.

In Guayaquil steht dann ein einstündiger Zwischenstopp an, danach geht es weiter auf die Galapagos, nach Baltra.

In Baltra werden sofort die Einreisepapiere vom Check-In kontrolliert, sowie der Eintritt für den Nationalpark kassiert: $100, von denen wenigstens 25% zur Erhaltung des Nationalparks direkt verwendet werden. 5% gehen leider auch an das Militär, man kann nur hoffen, dass damit die Küstenwache gemeint ist.

Nachdem das Gepäck ausgeladen ist, spricht mich Marcin, ein Pole, an, ob ich auch auf der “Amigo”, meinem Schiff, die Reise sei. Er hat den Aufkleber gesehen, den ich zur Erkennung auf dem Flughafen tragen sollte.

Unser Naturalist, der Reiseleiter, hat aber Verspätung, und wie sich rausstellt, warten nicht nur wir, sondern auch eine  vierzehnköpfige Gruppe von 14-17 jährigen Teenagern samt zweier Gruppen-Reiseleiter auf den lokalen Reiseleiter.

Die Gruppe besteht fast ausschließlich aus Amerikanern, die Ausnahmen bilden eine Puerto Ricanerin, eine Kanadierin und eine Chinesin. Wie mir der Dan, einer der beiden Gruppen-Reiseleiter später erzählt, ist das Ganze eine Abenteuer-Bildungsreise, die die Eltern für 21 Tage $5500 kostet. Inklusive sind dabei 2 Tage Sozialarbeit, da wohl inzwischen viele High Schools Sozialarbeit zur Voraussetzung zum Abschluss machen.

Als wir nach einer kurzen Busreise im Hafen ankommen, bedarf es mehrmaligen Pendelns des Dinghis, bis das gesamte Gepäck und alle Personen an Board der “Amigo” sind.

Die Amigo ist ein Boot der sogenannten Touristenklasse, und ich scheine der einzige zu sein, der die komplette Tour über acht Tage gebucht hat: Am Donnerstag werden neue Passagiere hinzukommen.

Um 14 Uhr geht es dann nach einem leckeren Mittagessen zur “Estación Charles Darwin”, die das Zuchtprogramm für Schildkröten verantwortet. Der Unterschied zu einem Zoo ist allerdings immens: Unser Naturalist nimmt uns mit ins Gehege, wo wir die bestimmt 1m großen Riesenschildkröten aus 1-2m Entfernung ohne Zaun oder sonstige Barrieren erleben dürfen: Seien es Territorialverhaltensweisen beim Trinken des Wassers aus dem Teich oder Paarungsversuche zweier männlicher Schildkröten.

Bis um 18 Uhr bleiben wir noch an Land, danach geht es zurück zum Schiff, um Abend zu essen.

Den Sonnenuntergang erleben Marcin und ich bei einem Bierchen auf dem Schiff, der Rest der Gruppe darf keinen Alkohol konsumieren, da in den USA die Altersgrenze hierfür 21 ist. 1. TAG.

Am nächsten Morgen weckt mich zunächst mein Mobiltelefon eine Stunde zu früh, da ich vergessen hatte, die Zeitzone umzustellen – die Galapagos Inseln sind eine Stunde zurück in der Zeit, bei GMT-6.

Nachdem mich Marcin brummelnd darauf hinweist, schlafen wir noch das knappe Stündchen, dann gibt es Frühstück.

Über Nacht ist das Schiff zur Insel Floreana gefahren, wo wir als erste Reisegruppe des Morgens anlanden. Ziel des heutigen Tages ist, möglichst viele Flamingos in freier Wildbahn zu sehen. Da ber laut unseres Naturalisten nur ca. 500 Flamingos in Floreana sind, sehen wir nur ganze vier Exemplare. Und zwei Seelöwen.

Seelöwen: Diese an Land tolpatschigen Tiere erwachen im Wasser zu ungeahnter Eleganz und sollten uns später am Tag noch viel freude bereiten.

Für den späten Vormittag steht schnorcheln auf dem Programm. Als erstes kommt mir der untere Teil des Schnorchels im Wasser abhanden, er bleibt unauffindbar. Die Flossen sind leider auch zu groß, also geht es zurück zur “Amigo”, wo ich eine neue Brille erhalte. Flossen leider aber nicht.

Als ich endlich schnorchelnd im Wasser bin, ist es erst einmal enttäuschend: Im Vergleich zum Tauchen im Tayrona Nationalpark wirkt das Meer in Schnorcheltiefe sehr leer. Doch auf plötzlich zeigt sich ein vorbeiziehender Fischschwarm, und kurze Zeit später tummeln sich zwei Seelöwen im Wasser, die sich uns neugierig bis auf ca. 1m annähern, dann aber stilvoll wegtauchen oder per Rolle ausweichen.

Die Seelöwen schwimmen bestimmt noch 10 Minuten mit uns, und kurze Zeit später geht es dann auch schon zurück zum Dinghi, das uns rechtzeitig zum Mittagessen auf die “Amigo” bringt.

Nach dem Mittagessen fahren wir dann auf die andere Seite der Insel: Hier ist das sogenannte Postoffice, die Post.

Das Konzept, angelehnt an das Nachrichtensystem der früher auf Galapagos ansässigen Freibeuter ist einfach aber intelligent: Wohnt man in der Nähe der auf einer Postkarte angegebenen Adresse, nimmt man die Karte mit und stellt sie persönlich zu.

Da ich allerdings zunächst nicht in Deutschland sein werde, erbeute ich eine Postkarte, die ich in Bogotá, Kolumbien zustellen werde. Nach dem Postamt geht es dann noch in eine durch Lava geformte Höhle, in der es stockduster ist. Hier macht es sich bezahlt, dass ich eine Taschenlampe dabei habe, da die Funzel unseres Touristenführer doch mal neue Batterien bräuchte…

Hinterher sind zwei Stunden Freizeit am Strand von Floreana geplant.

Für den 3. Tag morgen steht eine der wohl beeindruckendsten Inseln auf dem Programm: Española. 2. TAG.

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