Gestern ging es los: Um 4:15h stehe ich auf, um meinen Flug zu bekommen, der um 6:40h Quito verlassen soll. Als ich am Flughafen ankomme, darf ich zusammen mit zwei Brasilianern erstmal ne Dreiviertelstunde warten, da das Personal für Gepäckkontrolle und Check-In noch nicht da ist.
Dann geht es aber schnell: ID-Karte für Galapagos wird gekauft, das Gepäck geprüft und der Check-In bei Aerogal gemacht, und schon sitze ich in der Abflughalle am Gate.
Als wir die Abflughalle verlassen und das Rollfeld betreten eröffnet sich uns ein atemberaubender Anblick: Außergewöhnlich gute Sicht erlaubt es dem zweitgrößten Vulkans Ecuadors, dem Cotopaxi, sich uns zu zeigen. Mühelos dominiert der schneebedeckte, immer noch aktive Vulkan das sonst schon überwältigende Panorama Quitos. Cotopaxi, mit einer Höhe von über 5000m ist auch nach dem Abheben über den Wolken noch lange zu sehen. Hier in Ecuador grenzt die Begeisterung über diesen Vulkan schon an Verehrung.
In Guayaquil steht dann ein einstündiger Zwischenstopp an, danach geht es weiter auf die Galapagos, nach Baltra.
In Baltra werden sofort die Einreisepapiere vom Check-In kontrolliert, sowie der Eintritt für den Nationalpark kassiert: $100, von denen wenigstens 25% zur Erhaltung des Nationalparks direkt verwendet werden. 5% gehen leider auch an das Militär, man kann nur hoffen, dass damit die Küstenwache gemeint ist.
Nachdem das Gepäck ausgeladen ist, spricht mich Marcin, ein Pole, an, ob ich auch auf der “Amigo”, meinem Schiff, die Reise sei. Er hat den Aufkleber gesehen, den ich zur Erkennung auf dem Flughafen tragen sollte.
Unser Naturalist, der Reiseleiter, hat aber Verspätung, und wie sich rausstellt, warten nicht nur wir, sondern auch eine vierzehnköpfige Gruppe von 14-17 jährigen Teenagern samt zweier Gruppen-Reiseleiter auf den lokalen Reiseleiter.
Die Gruppe besteht fast ausschließlich aus Amerikanern, die Ausnahmen bilden eine Puerto Ricanerin, eine Kanadierin und eine Chinesin. Wie mir der Dan, einer der beiden Gruppen-Reiseleiter später erzählt, ist das Ganze eine Abenteuer-Bildungsreise, die die Eltern für 21 Tage $5500 kostet. Inklusive sind dabei 2 Tage Sozialarbeit, da wohl inzwischen viele High Schools Sozialarbeit zur Voraussetzung zum Abschluss machen.
Als wir nach einer kurzen Busreise im Hafen ankommen, bedarf es mehrmaligen Pendelns des Dinghis, bis das gesamte Gepäck und alle Personen an Board der “Amigo” sind.
Die Amigo ist ein Boot der sogenannten Touristenklasse, und ich scheine der einzige zu sein, der die komplette Tour über acht Tage gebucht hat: Am Donnerstag werden neue Passagiere hinzukommen.
Um 14 Uhr geht es dann nach einem leckeren Mittagessen zur “Estación Charles Darwin”, die das Zuchtprogramm für Schildkröten verantwortet. Der Unterschied zu einem Zoo ist allerdings immens: Unser Naturalist nimmt uns mit ins Gehege, wo wir die bestimmt 1m großen Riesenschildkröten aus 1-2m Entfernung ohne Zaun oder sonstige Barrieren erleben dürfen: Seien es Territorialverhaltensweisen beim Trinken des Wassers aus dem Teich oder Paarungsversuche zweier männlicher Schildkröten.
Bis um 18 Uhr bleiben wir noch an Land, danach geht es zurück zum Schiff, um Abend zu essen.
Den Sonnenuntergang erleben Marcin und ich bei einem Bierchen auf dem Schiff, der Rest der Gruppe darf keinen Alkohol konsumieren, da in den USA die Altersgrenze hierfür 21 ist. 1. TAG.
Am nächsten Morgen weckt mich zunächst mein Mobiltelefon eine Stunde zu früh, da ich vergessen hatte, die Zeitzone umzustellen – die Galapagos Inseln sind eine Stunde zurück in der Zeit, bei GMT-6.
Nachdem mich Marcin brummelnd darauf hinweist, schlafen wir noch das knappe Stündchen, dann gibt es Frühstück.
Über Nacht ist das Schiff zur Insel Floreana gefahren, wo wir als erste Reisegruppe des Morgens anlanden. Ziel des heutigen Tages ist, möglichst viele Flamingos in freier Wildbahn zu sehen. Da ber laut unseres Naturalisten nur ca. 500 Flamingos in Floreana sind, sehen wir nur ganze vier Exemplare. Und zwei Seelöwen.
Seelöwen: Diese an Land tolpatschigen Tiere erwachen im Wasser zu ungeahnter Eleganz und sollten uns später am Tag noch viel freude bereiten.
Für den späten Vormittag steht schnorcheln auf dem Programm. Als erstes kommt mir der untere Teil des Schnorchels im Wasser abhanden, er bleibt unauffindbar. Die Flossen sind leider auch zu groß, also geht es zurück zur “Amigo”, wo ich eine neue Brille erhalte. Flossen leider aber nicht.
Als ich endlich schnorchelnd im Wasser bin, ist es erst einmal enttäuschend: Im Vergleich zum Tauchen im Tayrona Nationalpark wirkt das Meer in Schnorcheltiefe sehr leer. Doch auf plötzlich zeigt sich ein vorbeiziehender Fischschwarm, und kurze Zeit später tummeln sich zwei Seelöwen im Wasser, die sich uns neugierig bis auf ca. 1m annähern, dann aber stilvoll wegtauchen oder per Rolle ausweichen.
Die Seelöwen schwimmen bestimmt noch 10 Minuten mit uns, und kurze Zeit später geht es dann auch schon zurück zum Dinghi, das uns rechtzeitig zum Mittagessen auf die “Amigo” bringt.
Nach dem Mittagessen fahren wir dann auf die andere Seite der Insel: Hier ist das sogenannte Postoffice, die Post.
Das Konzept, angelehnt an das Nachrichtensystem der früher auf Galapagos ansässigen Freibeuter ist einfach aber intelligent: Wohnt man in der Nähe der auf einer Postkarte angegebenen Adresse, nimmt man die Karte mit und stellt sie persönlich zu.
Da ich allerdings zunächst nicht in Deutschland sein werde, erbeute ich eine Postkarte, die ich in Bogotá, Kolumbien zustellen werde. Nach dem Postamt geht es dann noch in eine durch Lava geformte Höhle, in der es stockduster ist. Hier macht es sich bezahlt, dass ich eine Taschenlampe dabei habe, da die Funzel unseres Touristenführer doch mal neue Batterien bräuchte…
Hinterher sind zwei Stunden Freizeit am Strand von Floreana geplant.
Für den 3. Tag morgen steht eine der wohl beeindruckendsten Inseln auf dem Programm: Española. 2. TAG.























