Seit meinem letzten Eintrag hier habe ich tatsächlich ein paar Neuigkeiten zu erzählen: Fangen wir damit an, dass ich nun seit ca. 3 Wochen Salsa-Unterricht habe. Das schöne dabei ist, dass ich guten Einzelunterricht in 20m Entfernung von meinem Haus für 3€ die Stunde bekomme. Inzwischen habe ich doch tatsächlich einige Schritte lernen können, auch wenn ich wohl niemals wie ein Latino tanzen können werde.
Die erste Bewährungsprobe der Unterrichtsstunden gabs dann auch prompt vor gut 2 Wochen: An diesem Wochenende stand ein Besuch Calis, einer der größten Städte Kolumbiens, an. Ich mach mich also mit gemischten Gefühlen auf den Weg dorthin, immerhin hat mir so ziemlich jeder Kolumbianer in Popayán erzählt, dass ich auf mich aufpassen soll, Cali sei gefährlich… Der Taxifahrer zum Busbahnhof gibt mir noch mit, ich solle nicht mehr als 10000 zahlen, und kaum betrete ich das Terminal, kommt auch schon ein Ticketvermittler auf mich zu. Ich wolle nach Cali? Klar, kein Problem nur 18000. Nachdem ich laut loslache und ihm ins Gesicht sage, dass der Preis ein wenig zu hoch sei, geht er sofort auf 10000 runter, und wenig später sitze ich für 3 Stunden in einem Kleinbus, der sich ruckelnder Weise auf den Weg nach Cali macht. Zwischendurch kaufe ich noch mein Mittag- und Abendessen, ein paar Fleischspieße von einer Straßenverkäuferin, die an einem Halt zwischendurch an den Busfenstern vorbeigeht.
Als ich in Cali ankomme, ist das von mir angeschriebene Hostel ausgebucht, aber die Eigentümerin schickt mich zu einem benachbarten Hostel, dem Pelikan Larry Hostel, das von einem Deutschen geleitet wird. Dort bekomme ich auch sofort ein Bett über der anderen deutschen Reisenden und mache mich auf den Weg zur Lobby, wo sich schon ca. 10 Leute befinden, mit denen sich schnell Kontakt aufnehmen lässt. Nach einigen Cuba-Libres machen wir uns dann zusammen auf den Weg auszugehen: Zuerst ein wenig tanzen im Salsa Club, danach allerdings mit 3 Taxis inkl. 2 neu kennengelernten Kolumbianern in Richtung eines Clubs der recht eintönige House-Musik spielen sollte. Nach langwierigen (20min) Verhandlungen mit der Eingangskontrolle und Geschäftsführung bekommen wir schließlich einen Rabatt, so dass wir statt 45000 Pesos nur 25000 Pesos Eintritt bezahlen. Heftig teuer ist das allerdings trotzdem. Der Rest ist kurz erzählt: Viel getanzt, viel geredet und um 5 Uhr morgens zurück ins Hostel gefahren. Dort verbringe ich den Tag damit, mich zu erholen und vor allem etwas zu essen – die paar Fleischspieße sind ja nicht wirklich sättigend gewesen, so dass ich völlig verhungert ein großes Steak verdrücke.
Abends geht’s dann weiter: Zusammen mit 2 Israelis mach ich mich nach gemeinsamer “Aufwärmrunde” mit den anderen Gästen alleine auf den Weg in eine Salsa Bar, da der Rest lieber in einen Club mit House-Musik will. Nun denn, nachdem wir vertrauensvoll den Taxifahrer um eine Empfehlung bitten (und sie im Endeffekt nicht bekommen) bringt dieser uns in die Ausgehzone von Cali, in die Zona Rosa an der Av. 6. Dort besuchen wir eine Discothek namens Praga wo viele Leute nach lateinamerikanischer Musik in topmodernem Ambiente tanzen. Im Laufe des Abends lernen wir dann Cata plus ihre Freunde kennen, mit der wir alle drei begeistert unsere Tanzkünste erkunden. Wie sich später rausstellt, ist sie trotz guten Tanzens allerdings nicht aus Cali, sondern eine Paisa, und zwar aus Medellín. Die Bewohner Calis sind ja bekannt dafür, dass sie die beste Salsa Kolumbiens (oder auch der Welt) tanzen, was sie auch regelmäßig in Wettbewerben zur Schau stellen. Nachdem wir morgens um 5 Uhr zurück ins Hostel gefahren sind, falle ich wie tot ins Bett und werde gerade noch rechtzeitig von Christina, der anderen Deutschen geweckt, die sich nach Medellín verabschiedet. Nachdem ich noch ein wenig mit Nathaly geskypt habe mache ich mich dann auf den Weg zurück nach Popayán, dessen angenehmeres Klima ich gegen Abend dann auch genießen kann.
Die neue Woche an, wie die alte aufgehört hat: Mit Salsa. Die folgenden Tage unternehme ich abends nichts, nur meine Salsa-Stunden stehen an. Am Wochenende geht es dann mit Gustavo, einem Kollegen, samt Freundin und einer Freundin von ihm ins Iguana, eine Salsa-Bar. Dort verlassen wir allerdings recht früh, schon um 0 Uhr den Ort des Geschehens und gehen schlafen. Am nächsten Tag geht’s dann Abends ins Corona, einem der angesagtesten Clubs in Popayán.
Diese Woche fing dann auch recht unspektakulär an: Salsa-Kurse am Abend, ein wenig Skype oder MSN, aber viel mehr dann doch nicht. Bis zum Donnerstag: Noch während meiner Salsastunde ruft mich Gustavo an, dass die Eröffnungsfeierlichkeiten des Gastronomiekongresses wären, und ich doch kommen solle zum Empfang. Nachdem ich dorthin gehetzt bin, und nur kurz das T-Shirt gewechselt habe, warten so einige Sicherheitskontrollen auf mich. Eintrittskarten, deren Barcodes mit Datenbanken abgeglichen werden und viel, viel Polizei erstaunen mich. Aber als ich eintrete zeigt sich warum: eine geschlossene Gesellschaft, in Anzügen und Abendkleidern, nur vereinzelt jemand der legère gekleidet ist. Naja, ich stell mich trotzdem erstmal beim Essen an und schlürf zusammen mit Gustavo ein wenig Wein.
Wenig später bietet sich mir dann die Möglichkeit Michelle, die amtierende Schönheitskönigin “Miss Colombia” kennenzulernen und ein Foto mit ihr zu schießen. Und so unterhalten wir uns noch mit ein paar weiteren Gästen bis es um 23 Uhr ab ins Bett geht, ist ja schließlich Donnerstag.
Am Freitag (gestern) geht’s dann weiter mit dem Kongress. Abends mache ich mich auf den Weg dahin, wo die Standcrew schon in lustiger Runde mit Bier der Marke Club Colombia feiert. Glücklicherweise möchte Melissa, eine der Hostessen, ihr noch geschlossenes Bier nicht, so dass ich es leeren kann… Es wird viel geredet gelacht, ein wenig getanzt und ein paar gute Weine der Gastronomiemesse werden geöffnet und degustiert. Aber auch heute geht es recht zeitig, um 0 Uhr ins Bett, da morgen der nächste Kongresstag wartet.
Heute sollte es dann weitergehen mit der Präsentation der Projekte “Organischer Kaffee” oder auch “Café de Caficultores mujeres”, was eine Assoziation von weiblichen Kaffeebauern ist, die sich zusammengeschlossen haben, um ihre Belange besser durchsetzen zu können. Dabei ist unter anderem auch die Schönheitskönigin der hiesigen Provinz, Senorita Cauca, oder auch Karen, die ordentlich Werbung für den Kaffee der Region macht. Da das ganze von Caracol, einem der größten Fernsehsender Kolumbiens, gefilmt wird lerne ich in diesem Zuge Pilar Schmitt, Tochter eines deutschen Vaters ;), kennen. Nachdem wir uns gemeinsam haben fotografieren lassen, erfahre ich dann auch, wer sie ist: Eine bekannte Reporterin von Caracol, die überall im Land bekannt ist. Naja, ein wenig peinlich ist es schon, dass ich sie nicht kenne, aber da ich nie Fernsehen gucke… Mal schauen, ob wir dann in Bogotá, wo sie wohnt, Kontakt haben werden oder nicht.
So, das wars für heute, eine Nacht des Tanzes steht vor der Tür, wahrscheinlich geht’s ins Millenio.























