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	<title>doetsch.info &#187; los lagos</title>
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	<description>Im Wendekreis des Elbfisches</description>
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		<title>Zu Füßen des Vulkans Osorno</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 21:22:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<h3 style="text-align: left;">28.10.2009 &#8211; 30.10.2009, Puerto Varas, Chile</h3>
<p style="text-align: left;"><a title="Postal" href="http://www.flickr.com/photos/41479766@N00/2229768474/" target="_blank"><img style="border: 2px solid black; margin: 15px;" src="http://farm3.static.flickr.com/2087/2229768474_af35ecce94_m.jpg" border="0" alt="Postal" width="240" height="135" /></a><br />
 <small><a title="Attribution-NonCommercial-ShareAlike License" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank"><img src="http://doetsch.info/wordpress/wp-content/plugins/photo-dropper/images/cc.png" border="0" alt="Creative Commons License" width="16" height="16" align="absmiddle" /></a> <a href="http://www.photodropper.com/photos/" target="_blank">photo</a> credit: <a title="nachX" href="http://www.flickr.com/photos/41479766@N00/2229768474/" target="_blank">nachX</a></small></p>
<p style="text-align: left;">Im Bus von Castro nach Puerto Varas reserviere ich per Internet und Telefon ein Bett im Hostel Compass del Sur. Bei meiner Ankunft um 20:30 Uhr in Puerto Varas regnet es selbstverständliche und ich mache mich, beladen mit meinen zwei Rucksäcken, auf den 15 minütigen Fußweg zum Hostal, über Treppenstufen einen Hügel hinauf, an schwedisch erscheinenden Häusern vorbei bis hin zum Eingang des Hostels, dessen Tür mir von zwei älteren Kolumbianerinnen, die ebenfalls dort wohnen, geöffnet wird.</p>
<p style="text-align: left;">Ich werde von Gisela, einer Chilenin aus Frutillar, begrüßt, und als sie mir mein Zimmer zeigt, schreit auf einmal eine junge Frauenstimme vom Dachboden herunter, dass sie Deutsch spräche: Jaqueline, die im Hostel arbeitet und aus Münster kommt. Ich schleiche an diesem Abend allerdings nur noch in mein Zimmer und gehe früh ins Bett. Übers Internet erhalte ich gute Nachrichten &#8211; Daniela, meine Ex-Spanischlehrerin aus Valparaíso wird am nächsten Tag in Puerto Montt, der Hauptstadt der Provinz, 20 Minuten von Puerto Varas entfernt gelegen, ankommen. Wir vereinbaren, dass wir uns am naechsten Tag treffen.</p>
<p style="text-align: left;">Am nächsten Morgen darf ich das hervorragende Frühstück des Hostels genießen. Während ich gemütlich die warmen Brötchen mit Marmelade esse, unterhalte ich mich mit ein paar Australiern und einer Italienerin und als ich danach meine Sachen für einen Zimmerwechsel zusammengepackt habe, schlägt mir eine weitere Mitarbeiterin, Maria-José, vor, ich solle doch mal nach Frutillar fahren.</p>
<p style="text-align: left;">Angekommen in Frutillar fängt es selbstverständlich an zu regnen, glücklicherweise allerdings nur schwach. Dieser Ort wirkt wie eine deutsche Kolonie: Es gibt ein Restaurant &#8220;Seeblick&#8221;, &#8220;Guten Appetit&#8221;, auf den Speisekarten stehen Kuchen und Waffeln und als ich die Straßen entlangwandere, sprechen mich zwei alte Damen an: Ob ich Deutsch spräche, was ich hier täte, usw. Sie seien Nachfahren deutscher Einwanderer erzählten sie mir in fast perfektem, aber akzentuierten Deutsch, immer wieder ins Spanische zurückfallend, wenn ein Wort fehlte. Ich schaue mich noch kurz ein wenig um, danach kehre ich allerdings schon zurück nach Puerto Varas, um mit Dani zu telefonieren.</p>
<p style="text-align: left;">Mit Dani vereinbare ich zunächst, dass sie mit einem Freund von Puerto Montt nach Puerto Varas kommt. Als wir uns dann am Abend treffen, besuchen wir noch eine Pizzeria und eine Bar, danach kehren die beiden zurück nach Puerto Montt. Bei meiner Rückkehr ins Hostel überredet mich Jaqueline noch, zusammen mit ihr, einem anderen Deutschen, ihrem Chef und einem Freund ihres Chefs noch ein wenig auszugehen. Interessanterweise landen wir in der gleichen Pizzeria, der gleichen Bar und bleiben dort dann noch ein wenig. Es ist der sehr frühe Morgen des 30.10.2009, dem Tag an dem die Fähre in den Süden Patagoniens geht, als ich schließlich ins Bett gehe.</p>


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		<title>Herbststürme im Frühling</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 16:39:13 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><a title="Vulcão Villarica, vista de Pucón" href="http://www.flickr.com/photos/87677088@N00/3188864684/" target="_blank"><img class="alignright" style="border: 2px solid black; margin: 15px;" title="Lago Villarica und Vulkan Villarica" src="http://farm4.static.flickr.com/3339/3188864684_de9f97b13e_m.jpg" border="0" alt="Vulcão Villarica, vista de Pucón" width="240" height="180" /></a><small><a title="Andrecx" href="http://www.flickr.com/photos/87677088@N00/3188864684/" target="_blank"></a></small></p>
<p style="text-align: left;">Pucón: Dieses kleine Dörfchen bringt ob seiner landschaftlich herausragenden Lage die Mehrzahl der Touristen und Einheimischen zum Schwärmen. Wo gibt es schon einen aktiven Vulkan zu sehen, der direkt an einem See gelegen ist, die meiste Zeit des Tages Rauch ausspuckt und des nächstens gelegentlich vor sich hin glüht und den Abendhimmel in ein surreales rotes Farbenmeer taucht? So wird der Ort regelmäßig als Höhepunkt der chilenischen Provinz Los Lagos, der &#8220;Seen&#8221;-Provinz angepriesen, lediglich die immer zahlreicher auftauchenden Touristen seien nicht jedermanns Sache.</p>
<p style="text-align: left;">Soweit mein Wissensstand über Pucón, bevor ich ankam. Auf Höhe von Chillán fing es an zu regnen, regelrechte Flüsse tropften die Busscheiben hinab und der Himmel zeigte sich in einem einheitlichen Hamburger Grau: Es machten sich Heimatgefühle in mir breit&#8230; Am Straßenrand Felder und Wiesen in sattem Grün, grasende Holsteiner Kühe oder Schafe und dazu dieses nasskalte, windige Klima. Es wunderte mich nicht mehr, warum Chile einst in Deutschland damit warb, dass deutsche Einwanderer sich sofort heimisch fühlen würden, kämen sie nur als Pioniere und Einwanderer nach Chile.</p>
<p style="text-align: left;">So näherten wir uns an Pucón an, der Regen wurde immer stärker, ebenso der Wind, und im Hintergrund plärrten die beiden Kleinkinder im Bus. Und als wir den Zwischenstopp in Villarica, einem kleinen Dorf einlegten, war vom Lago Villarica nichts, aber auch gar nichts zu sehen. Die gleiche Situation ereilte mich dann in Pucón: Vulkan? Welcher Vulkan? See? Welcher See? Nichts war zu sehen von den ach-so-spektakulären Landschaften, lediglich die an einen österreichischen Wintersportort erinnernde touristische Infrastruktur erstreckte sich vor mir im Regen. Das Hostel schien in der Nähe des Busbahnhofs gelegen, nach 30 Sekunden im strömenden Regen entschied ich mich aber doch dafür, ein Colectivo zu nehmen, dessen Route direkt am Hostel vorbeiführte. Als ich dann im Hostel Ecole ankam, bekam ich glücklicherweise noch ein günstiges Bett, zusammen in einem Raum mit einem Engländer, Jim, der schon länger da war und sich bitterlich über das Wetter beklagte, das anscheinend schon seit Tagen sehr schlecht war.</p>
<p style="text-align: left;"><a title="Muuuuuuuuca" href="http://www.flickr.com/photos/91988540@N00/1250049249/" target="_blank"><img class="alignleft" style="border: 2px solid black; margin: 15px;" src="http://farm2.static.flickr.com/1309/1250049249_7fcbb2bdfd_m.jpg" border="0" alt="Muuuuuuuuca" width="240" height="240" /></a><br />
 Da ich nach 11 Stunden recht hungrig war, ging es erstmal ins Chef Pato, ein italienisches Restaurant, wo ich dennoch erstmal eines der stets guten chilenischen Filetsteaks verdrückte. Im Hintergrund lief ein Fußballspiel zwischen Universidad de Chile und dem brasilianischen Verein Fluminense im Rahmen des Copa Nissan Suramérica, das per Beamer auf eine Leinwand produziert wurde. Nachdem Fluminense schon nach 15min ein Tor geschossen hatte und Universidad kein Land sah, ging ich zurück zum Hostel &#8211; später erfuhr ich, dass die Mannschaft aus Brasilien noch 2:1 gegen Santiago verlor. Zurück im Hostel unterhielt ich mich dann noch ein paar Stunden mit ein paar Iren und meinem englischen Mitbewohner bevor ich gegen 1 Uhr nachts ins Bett ging.</p>
<p style="text-align: left;">Am nächsten Morgen zeigte sich dann der Himmel im gleichen Grau wie am Vortag, der Wind peitschte nach wie vor durch die menschenleeren Straßen und Gassen und der Vulkan Villarica war weiterhin nicht zu sehen, da die Wolken nach wie vor fast den Boden küssten. Somit war die Entscheidung leicht: Ich verließ Pucón schon am Morgen nach meiner Ankunft in Richtung Valdivia, eine weitere mehrstündige Busfahrt erwartete mich. Glücklicherweise war das Wetter in Valdivia besser: Bei gelegentlichem Sprühregen und böigem Wind traute sich die valdivische Sonne zwischendurch immer mal wieder aus ihrem Versteck.</p>
<p style="text-align: left;">Valdivia ist benannt nach dem spanischem Conquistador Pedro Gutiérrez de Valdivia (ca. 1500-1553), der von der  spanischen Krone nach Südamerika geschickt, unter Pizarro die chilenischen Ureinwohner unterwarf. Hierbei gründete er unter anderem die Städte Santiago und Valdivia und wurde im Jahr 1549 erster spanisch-königlicher Gouverneur Chiles. Heutzutage ist die an drei Flüssen gelegene Stadt Valdivia, die auch gleichzeitig Namensgeber der Metropolregion Valdivia ist,  insbesondere für Kunstmann, das im angrenzenden Niebla gebraute Bier bekannt. Es ist schwierig, einen Chilenen zu treffen, der nicht begeistert von diesem Bier schwärmt, auch wenn es für meinen Geschmack zu viel Malz enthält.</p>
<p style="text-align: left;"><a title="Leutturm in Niebla" href="http://www.flickr.com/photos/17475693@N00/380898686/" target="_blank"><img class="alignright" style="border: 2px solid black; margin-right: 15px; margin-left: 15px;" title="Leuchtturm in Niebla" src="http://farm1.static.flickr.com/162/380898686_6d540b9089_m.jpg" border="0" alt="Solitario" width="180" height="240" /></a></p>
<p style="text-align: left;"><small><a title="NebulaskiN" href="http://www.flickr.com/photos/17475693@N00/380898686/" target="_blank"></a></small>Im Hostal in Valdivia traf ich sogleich eine weitere Deutsche, mit der ich mir dann am nächsten Tag Niebla, ein durch seeseitige Befestigungsanlagen geschütztes Dorf anschaute. Die Befestigungsanlagen waren allerdings nicht ausreichend, das von den Mapuche-Indianern geraubte Land dauerhaft zu halten. Erst 1861, lange nach der Unabhängigkeit Chiles, gelang es den Nachkommen der Conquistadores diesen Landstrich für sich zu beanspruchen und dem Widerstand der Mapuche standzuhalten. Abgesehen von einem Salsa-Club und Seelöwen an der Hafenmole hatte Valdivia allerdings nicht viel zu bieten, auch die angeblich sichtbaren deutschen Einflüsse auf die Architektur waren für mich nicht auszumachen.</p>
<p style="text-align: left;">Aus diesem Grund ging es dann gestern morgen weiter nach Süden, so dass ich nach 7 Stunden Busfahrt gen Süden nun den Norden Patagoniens erreicht habe. Zur Zeit bin ich in Castro auf Chiloé, der zweitgrößten Insel Südamerikas, die der Bus durch eine 20min Fährfahrt von Puerto Montt aus erreichte. Die Insel war lange abgeschieden vom Festland und entwickelte sich dadurch ein wenig anders als das von Einwanderern geprägte Festland Chiles: Mystische Wesen und Legenden von Hexen und Hexern prägen die hiesige Folklore. Für Touristen interessante Ausflugsziele sind hier z.B. die 150 Kirchen oder auch ein Nationalpark, in dem großer Artenreichtum an Vögeln herrscht, Füchse und Wölfe gesehen werden können und gewandert werden kann. Weiterhin gibt es auf Chiloé die in Chile sonst nicht verbreiteten Pfahlhäuser.</p>
<p style="text-align: left;">Falls der Regen morgen schwächer wird, stehen somit Kirchen und Pfahlhäuser auf dem Besuchsprogramm. Und danach geht&#8217;s dann nach Puerto Varas, bevor ich am Freitag die Navimag-Fähre in Puerto Montt nehmen werde.</p>


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