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Trekking in Torres del Paine

7 November 2009

03.11.2009 – 04.11.2009 Torres del Paine

 

Parque Nacional Torres del Paine

Cuernos del Paine im Parque Nacional Torres del Paine

Um 6:15 Uhr reißt mich das Handy unsanft aus meinem durch Schnarcher gestörten Schlaf: Es ist Zeit aufzustehen, um den Nationalpark Torres del Paine zu besuchen. Der Bus hat sich für 7:30 Uhr angekündigt, so dass wenigstens noch genug Zeit bleibt, das Gepäck zuendezupacken und gemütlich zu frühstücken.

Durch meine Reservation noch an Bord der Fähre – mobilem Internet sei Dank – konnte ich am Vortag noch ein Bett im Hostel Erratic Rock ergattern und checkte dort gegen Mittag ein. Im Hostel wurden wir gleich freundlich vom Hausherrn begrüßt und konnten endlich mal wieder echten Kaffee genießen – kostenlos. Nachdem wir mit einem kleinen Grüppchen zu Mittag gegessen hatten, stand auch schon ein Termin auf dem Programm, nämlich eine Informationsveranstaltung zum Parque Nacional Torres del Paine: Welches Klima herrsche (von allem etwas), was mitzubringen sei, wie man die schönsten Punkte des Parkes erreichen könnte, wie der Transport funktioniert undsoweiterundsofort. Nach einer Stunde geballter Informationen ging ich somit nach nebenan, zum Ausrüstungsverleih und lieh mir Gehstöcke. Mehr brauchte ich nicht, da ich mich gegen Camping und für die Unterkunft in einem Refugio, einer im Park befindlichen Unterkunft entschieden hatte. Abends packte ich dann noch bis 1 Uhr nachts die nötigsten Dinge ein und ging ins Bett.

So reib ich mir also in der gefühlten Schwärze der Nacht den Schlaf aus den Augen, zieh mich an und pack das restliche Gepäck zusammen. Dann geht’s runter zum Frühstück, wo schon Bill, der Hausherr, mit selbstgebackenem Brot, frischem Kaffee, Marmelade und Joghurt auf die in den Park abfahrenden Gäste wartet. Das Brot ist eine spezielle Kreation von ihm: Erdnussbutter, Schokolade, Kaffee und Banane sind wohl die Hauptbestandteile und es schmeckt sensationell. Leider hat er für jeden nur eine Scheibe, den Rest des Hungers muss ich mit Toast und Cornflakes stillen.

Torres del Paine

Patagonische Landschaften auf dem Weg nach Torres del Paine

Als der Bus um 7:30 Uhr vorfährt sind wir die letzten, die restlichen Plätze sind schon besetzt – die anderen mußten also noch früher aufstehen. Die Fahrt zum Park führt durch wunderschön anzuschauende ewig weite Steppen auf denen Pferde und Schafe grasen. Die Lämmer jagen ängstlich zu ihren Eltern als der Bus vorbeifährt, von der Straße nur durch einen winzigen, aus 70cm hohen dünnen Holzstöcken gebauten Zaun getrennt, dessen rotes Tor sich deutlich vom sich endlos hinziehenden Grün der Weideflächen absetzt. Am Horizont ragen schneebekränzte Gipfel in die Höhe, an der Straße und auf der Steppe verstreut zeigen sich vereinzelt Holzhäuschen, vor denen Pferde, am Zaun angebunden, versuchen, der Steppe ihr Gras zu entreißen. Ein Mitreisender macht das entgegengesetzte: Zweimal müssen wir halten, da ihm durch die schaukelnde Busfahrt über Schotterpisten schlecht geworden ist und er sich übergeben muss.

Als wir uns dem Nationalpark nach ungefähr 2 Stunden Fahrt nähern, begrüßen uns unter blauem Himmel, von Wolken umkränzt, die Torres del Paine: bizarr anmutende, spitze Berge, die wie Dolche aus dem Gebirgsmassiv hervorstechen. Diese sind auch die Namensgeber des Nationalparks, der als einer der eindrucksvollsten in Lateinamerika gilt.

Die Torres del Paine

Die Torres del Paine

Am Parkeingang müssen wir zunächst eine Wanderkarte kaufen, die zum Parkeintritt berechtigt. Diese Karte ist eindrucksvoll detailliert: Höhenlinien und Wanderzeiten zwischen verschiedenen Wegpunkten sind aufgeführt. Danach gilt es dann, den richtigen Bus zum eigentlichen Einstieg zu nehmen: Wandert man das “W”, die beliebteste Strecke mit allen Highlights, gegen den Uhrzeigersinn, so sind die Torres del Paine der Beginn, ansonsten ist der nächste Stop ein See, der per Katamaran überquert werden kann und somit die Ost-West Verbindung darstellt.

Da ich mich für den Uhrzeigersinn entschieden habe, besteige ich den Bus zum Katamaran, der sodann die 38km durch atemberaubende Landschaft zurücklegt: Türkisblaue Lagunen über denen sich mächtige Gebirgsmassive, die Cuernos del Paine erheben. Auf den Bergen schimmern blaue Gletscher und am Straßenrand und dem angrenzenden Land grasen gelangweilt, nicht im mindesten von den Autos eingeschüchtert, Guanakos.

Als wir den Bus verlassen haben wir noch eine Stunde Zeit bis der Katamaran fährt. Da es aber in direkter Nähe einen Wasserfall zu besichtigen gibt, begeben wir uns auf eine kleine, halbstündige Wanderschaft, schießen ein Foto und kehren zurück. Inzwischen ist auch der Katamaran angekommen und wir gehen an Bord. Kurz bevor das Boot ablegt werden wir Zeugen des verzweifelten Sprints derjenigen, die am Wasserfall die Zeit vergessen haben und nun versuchen, den Katamaran doch noch rechtzeitig zu erreichen. Es klappt.

Der Gletscher Grey

Der Gletscher Grey

Die halbstündige Fahrt im Katamaran über die türkisblauen Wasser des Lago Pehoe erfolgt ohne Zwischenfälle und nachdem ich Schlafsack und die meisten Lebensmittel im Refugio auf meinem Bett deponiert habe, geht es los mit der Wanderung zum Gletscher Grey. Während zunächst die Sonne das Wandern begünstigt und nach ein paar Stunden spektakuläre Ausblicke auf den Gletscher samt vorgelagerten See bietet, ist der Rückweg nicht so erbaulich: Das vom Hielo del Sur produzierte Wetter hat wiedereinmal umgeschlagen und dicke Regentropfen, glücklicherweise nur wenige, versüßen die spätere Ankunft im Refugio, wo ein prasselndes Kaminfeuer zum Aufwärmen brennt und eine warme Mahlzeit geordert werden kann.

Am nächsten Tag stehe ich früh auf, um mir das Valle del Frances, das Franzosental, anzuschauen. Normalerweise der schönste Teil des Parkes schaue ich in freudiger Erwartung aus dem Fenster, werde allerdings arg enttäuscht. Draußen wütet ein Schneesturm, glücklicherweise nur mit kleinen Flocken, aber dennoch sieht das ganze ziemlich unangenehm aus. Aber da der Park ja ständig sein Wetter wechselt, traue ich mich raus auf den Pfad hin zum Valle del Frances.

Nach 4 Stunden Schneesturm, mit zeitweise schönem Ausblick auf den Gletscher am Ende des Tals, teilweiser Sicht auf die Berge, die das Tal säumen und wandern im bis zu 7cm tiefen Schnee, entscheide ich mich zurückzukehren. Als ich gerade 20min gegangen bin höre ich ein Donnern: Eine Lawine hat sich auf dem Berg am Ende des Tals gelöst. Das Geräusch der vierten Lawine erschreckt mich schon gar nicht mehr, als ich mich aber umdrehe, sehe ich, wie sich die Schneemassen über den Gletscher ergießen, Meter für Meter bedecken und in einer riesigen Schneewolke enden. Eindrucksvoll…

Als ich nachmittags zurück bin, schneit es immer noch stark und ich überbrücke die Zeit bis zur Rückfahrt des Katamarans mit heißem Moccaccino bis ich abends um 22 Uhr wieder im Hostel ankomme und mich ins Bett werfe. Am nächsten Tag habe ich nichts eingeplant, ein Ruhetag, aber für den Tag darauf steht die 12-stündige Busfahrt nach Ushuaia auf Feuerland, der letzten größeren Siedlung nördlich der Antarktis, an.

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Hochgebirgswanderungen

20 Juni 2009

Nachdem wir ja letzte Woche per teleferiQo plus 6 Stunden Wanderung den Lucu Pichincha erstiegen haben, ging es am Montag dann mit Chris und Nathalie ins Landesinnere: Zunächst geht es nach Otavalo, den indigenen Markt anschauen, dann weiter nach Ibarra und von dort per Taxi 20min. über holprige Straßen in das wie ausgestorben wirkende Dorf La Esperanza. Dort angekommen, begrüßen uns Glühwürmchen und reine Natur, glücklicherweise gibt es wenigstens manchmal warmes Wasser.

Am nächsten Morgen stehen wir um 6:30 Uhr auf, um den hiesigen Hausberg zu ersteigen: eine 10 Stunden Tour mit 6 Stunden Aufstieg, in denen wir 1200 Höhenmeter bewältigen. Auf dem Gipfel in ca. 3600m Höhe eröffnen sich dann wunderschoene Aussichten… Insgesamt wird die Tour wohl 18-19 Meilen lang gewesen sein und hinterher freuen wir uns nur noch auf Dusche und Bierchen.

Am naechsten Tag nehmen wir einen Ruckelbus zurück nach Ibarra, und zusammen mit der halben indigenen Bevölkerung von La Esperanza geht es über fast nicht existente Straßen mi 20km/h durch die Landschaft. In Ibarra nehmen wir dann den Direktbus nach Latacunga, einer Stadt südlich von Quito, die im sogenannten Quilotoa-Loop liegt. Von dort geht es weiter mit einem Bus in Richtung Tigua, der aber in dem Bergdorf nicht hält, sondern uns vorher rauslässt – den Rest des Weges müssen wir zu Fuß gehen. Der Quilotoa Loop bietet höchstes Gebirge, wunderschoene Landschaften und Vulkane.

In Tigua treffen wir zwei nette Holländerinnen, mit denen wir noch im urigen Hostel zu Abend essen und einen Rotwein trinken, aber es geht dann doch recht früh ins Bett, da wir alle recht müde sind. Von Tigua aus werden wir am nächsten Morgen vom Hausherrn des Hostels ca. 30min. mit seinem Auto nach Quilotoa gefahren, einem Bergdorf, das direkt am Krater eines Vulkans liegt. Der Vulkan ist zwar noch aktiv, hatte aber schon lange keine Eruption mehr, so dass sich uns der Blick auf eine smaragdgrüne Lagune im Inneren des Kraters bietet. Die Photos können vielleicht einen kleinen Eindruck vermitteln, aber der Anblick ist atemberaubend.

Wir wandern ein wenig am Kraterrand entlang und steigen dann ab in Richtung Chugchilan, eine 5 Stunden Wanderung. In Chugchilan müssen wir dann am nächsten Morgen um 2:30 Uhr aufstehen, da der einzige Bus des Tages in Richtung Latacunga um 3 Uhr losfährt. Von Latacunga nehmen wir einen Bus nach Baños.

Nach 7 Stunden kommen wir um 10 Uhr morgens in Baños an. Die Stadt ist in direkter Nähe eines aktiven Vulkans gelegen, den wir im Laufe des Tages auch noch Rauchwolken ausstoßen sehen. Außer Vulkan angucken, einer Massage und sich Entspannen steht nur noch das freitägliche Weggehen an, was wir zusammen mit ein paar Schweden dann auch zelebrieren – schließlich ist in Schweden Mittsommernacht!

Heute morgen nehmen wir dann den Bus zurück nach Quito, wo ich nun sitze und auf morgen warte: Um 6:30 Uhr geht der Flieger nach Baltra auf die Galapagos Inseln, wo meine 8-tägige Kreuzfahrt startet. Dort werde ich übrigens kein Internet haben… Bis dahin werde ich aber versuchen, zumindest die Photos hochzuladen, die Videos brauchen wohl zu lange…

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