Beiträge getagged ‘brasilien’

Ab in die Wärme

22 November 2009

 

Blaublühende Bäume in Buenos Aires

Blaublühende Bäume in Buenos Aires

Nach all den Problemen mit dem LAN Flug von Ushuaia nach Buenos Aires komme ich mit einem anderen Flug der Aerolineas Argentinas schließlich doch gegen 1:30 Uhr nachts in Buenos Aires an und nehme sofort ein Taxi zu meiner Unterkunft, dem Hostel Kaixo im Zentrum der Stadt, nur zwei Blöcke vom berühmten Obelisken entfernt gelegen. Dort erwartet mich schon Neil, ein Freund, den ich im Juni in Bogotá kennengelernt hatte mit einem kühlen Bier – er selbst ist auch erst eine Stunde vorher mit einem Bus aus Mendoza angekommen, da er seinen eigentlichen Bus verpasst hatte. Das Hostel hat einen Balkon zur Straße raus, und dort tauschen wir noch bis 5 Uhr morgens die Erlebnisse der letzten Monate aus, bis wir dann doch ins Bett gehen.

Der Obelisk

Der Obelisk

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück machen wir uns auf, einen kleinen Stadtspaziergang zu machen, San Telmo, Palermo und das Zentrum stehen auf dem Programm. Überall blühen blauviolett Bäume, an jeder Ecke sind kleine Kaffees und viele Bäume säumen die Straßen. Die Stadt ist vielleicht die sauberste und grünste Stadt, die ich auf diesem Kontinent bisher gesehen habe, und die Menschen hier sehen zwar lateinamerikanisch aus, allerdings mit starkem europäischen Einschlag.

Regen in Buenos Aires

Regen in Buenos Aires

Das schwül-heiße Wetter entlädt sich dann am Nachmittag: Regengüsse, wie ich sie noch nicht erlebt habe gehen auf Buenos Aires nieder, bis auf die Haut durchnässt eilen wir durch überschwemmte Straßen, queren knöcheltief unter Wasser stehende sechsspurige Straßen in Flip-Flops während uns einige Argentinier von ihrem überdachten Refugium belustigt zusehen. Überall tauchen plötzlich fliegende Regenschirmhändler auf, die die Gunst der Stunde nutzen wollen, ihre Ware an den Mann zu bringen. Als wir im Hostel ankommen, darf ich Neil erstmal Klamotten ausleihen, da seine Sachen alle noch in der Wäsche sind und wir die Wäsche erst um 20 Uhr abholen können.

Abends treffen wir uns dann mit Leyla zum Essen, einer Freundin aus Chile, die zufällig auf Geschäftsreise in Buenos Aires ist. Das Essen, eine Grillplatte, die Neil und ich uns teilen, ist fantastisch: Perfekt gebratenes saftiges Rindfleisch, wahrscheinlich von Rindern, die erst Stunden zuvor geschlachtet wurden: Am Ende kostet uns der Spaß nur 10€ inklusive eines leckeren Rotweins und wir ziehen weiter zum Plaza Serrano, im Stadtteil Palermo. Dort sitzen wir noch ein Weilchen mit Leyla, bis sich diese verabschiedet, am nächsten Tag steht ein Meeting an. Wir wechseln die Kneipe und lernen schließlich noch zwei Argentinier kennen, mit denen wir dort noch bis in die frühen Morgenstunden (6:30 Uhr) bleiben. Buenos Aires scheint nicht zu schlafen, Ausgehzeiten bis 8 Uhr morgens sind völlig normal, schließlich fängt man auch erst gegen 1 Uhr nachts an.

Am nächsten Tag schlafen wir aus und beschließen, nicht nach Montevideo in Uruguay zu fahren, sondern Buenos Aires weiter zu erkunden. Leider müssen wir unser Hostel verlassen – wir hatten vergessen, zu verlängern und eine große Reisegruppe hat alle Betten belegt. Also checken wir in ein anderes Hostel, diesmal in Palermo, ein und wandern anschließend wiedereinmal durch die Straßen der Stadt, schauen uns die Bauten an und Essen lecker. Danach geht’s wieder auf die altbekannte Stätte des Plaza Serrano, wo wir auch an diesem Abend zwei Argentinier kennenlernen, mit denen wir später noch tanzen gehen – irgendwo im Norden von Palermo. Um 7:30 Uhr geben wir auf und erreichen das Hostel rechtzeitig zum Frühstück, wonach wir ersteinmal ein paar Stunden schlafen. Den Rest des Tages laufen wir wiedereinmal durch die Stadt, bevor wir abends früh ins Bett gehen.

Wasserfälle

Wasserfälle

Dann steht auch schon meine Busfahrt nach Iguazú zu den Wasserfällen an: Auf der Fahrt dorthin sitze ich neben einer netten Mexikanerin, so dass die Fahrt nicht zu langweilig wird und nebenbei sind noch eine Deutsche und eine Holländerin ebenfalls im Bus, die mich zu meinem Hostel begleiten – sie selbst hatten noch nichts rausgesucht. Während die Mädels am gleichen Tag noch einen Teil der argentinischen Seite anschauen, lauf ich ein wenig durch die Stadt und mache nichts…

Für den nächsten Morgen verabreden wir uns aber, um den Nationalpark zusammen zu besuchen. Sie haben einen Teil der argentinischen Seite noch nicht gesehen, also gehen wir zusammen dahin, machen eine Speedboat-Fahrt mit Dusche unter zwei Wasserfällen und am Nachmittag ziehe ich dann alleine weiter – zum Teufelsschlund, la Garganta del Diablo.

Der Blick von der brasilianischen Seite

Der Blick von der brasilianischen Seite

Der Nationalpark ist unglaublich: Unglaubliche Wassermengen stürzen die Klippen hinunter, das Hinterland steht komplett unter Wasser, vereinzelt luken die Spitzen einiger Sträucher oder Bäume aus der Seenlandschaft empor. Enge Durchflüsse erzeugen reißende brodelnde Sturzbäche und Regenbogen zeigen sich in der Gischt der brausenden Wasserfälle. Die pure Kraft der Natur, die sich hier zeigt lässt sich nur mit offenem Mund ertragen, und die 34°C im Schatten werden durch die Gischtnebel gelindert.

Die brasilianische Seite der Wasserfälle sehe ich am nächsten Tag: Nach Querung der Grenze erwartet uns der dortige Nationalpark, der schönste Panoramen zeigt und es ermöglicht, ganz nah an die Wasserfälle ranzukommen. Beeindruckend. Und ich kann mich einfach nicht entscheiden, welche Seite schöner ist: Beide Seiten sind wunderschön, ein Erlebnis, das man so einfach nicht vergisst.

 

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Aktuelle Reiseplanung

11 September 2009

An Airbus in downtown Hong Kong
Creative Commons License photo credit: lrargerich

 

Kleines Update meiner Reiseplanung:

  • 15.09.09 Popayán  => Bogotá
  • 18.09.09 Bogotá => Washington D.C.
  • 23.09.09 Washington D.C. => Bogotá
  • 29.09.09 Bogotá  => Calama (Chile) – Beginn Rundreise Chile, Argentinien, Uruguay, Brasilien (Iguacu)
  • 26.11.09 Calama  => Bogotá – Ende Rundreise
  • 29.12.09 Bogotá  => Cartagena de Indias
  • 02.01.09 Panamá? Evtl. Zentralamerika bereisen, inkl. Mexico.

Das ist so im Groben die derzeitige Planung…

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Die neue Welt

8 April 2009

Im Flieger: Super Sache, so ein Platz am Notausgang – mehr Beinfreiheit als ich nutzen kann, nur beim Start lächelt mir Frau A. Koch, ihres Zeichens Saft…äh…Flugbegleiter zu – sie muss, mir gegenüber, auf dem Jumpseat platznehmen, obwohl der Flieger nicht voll ist und eigentlich noch normale Plätze verfügbar wären. Die 747 hebt ab und die Dame gegenüber wünscht mir noch einen schönen Flug und verschwindet nach dem Zuziehen des Vorhangs zur Businessclass.

Nachdem ich ein Gläschen Wein getrunken habe stelle ich fest, dass ich der Flugbegleiterin wohl auch auf Deutsch hätte antworten können – der spanisch/portugiesische Name auf dem Namensschild hatte mich verleitet, Englisch zu sprechen. Kurz darauf gibt es Abendessen und dann ist Schlafenszeit – als ich aufwache sind schon 8-9 Stunden des Fluges um. Eine echte Premiere im Flugzeug! Könnte aber an der Beinfreiheit liegen, mein Platz ist wirklich total geräumig und neben mir ist auch nur ein Sitz, okkupiert von einem Deutsch-Brasilianer, der vor dem Abflug mit einem Handy telefonierte und mit dem Blackberry im Internet gesurft ist…

Pünktlich zum Aufwachen gibt es dann auch schon Frühstück, nebenher läuft der aktuelle James Bond “Ein Quantum Trost” als Video. Kaum ist der hochwillkommene Kaffee leer, wird auch schon abgeräumt und kurz darauf beginnen wir den Landeanflug auf Sao Paulo.

5:30h brasilianische Zeit: In Sao Paulo kann ich gottseidank im Transitbereich bleiben, trotzdem wird mein Handgepäck heute das dritte Mal untersucht. Als ich die Abflughalle betrete traue ich meinen Augen nicht: Neben gelangweilten Servicekräften sitzen gelangweilte Fluggäste und gucken Fernsehen. Was läuft? Bundesliga, Köln gegen Leverkusen! *Kopfschüttel*. WLAN würde hier wahrscheinlich sogar mit meinem Flugticket funktionieren, ich weiß allerdings nicht, was ich zusätzlich zu meiner Eticketnummer als Passwort eingeben muss (falls Senha auf Portugiesisch Passwort bedeutet…) :(.

Boarding für die finale Strecke nach Santiago beginnt um 7:30h … und dauert ewig. Mindestens eine Stunde, ich dachte, wir heben gar nicht mehr ab. Im Flieger, der noch mal vier Stunden nach Santiago braucht, gibt es aber ein super Entertainmentsystem: Slumdog Millionaire vertreibt mir die Zeit, danach kommen noch 3/4 vom “Ja-Sager” bis der Landeanflug und damit das Chile-Werbevideo beginnt… Den Landeanflug nutzt dann auch gleich noch ein Brasilianer quer hinter mir, die blonde Russin neben sich anzubaggern – aufgrund unserer Haarfarbe dachte er, wir reisen zusammen…

Danach folgen die Passkontrollen und die Gepäckausgabe. Dort laufen lustig Hunde mit ihren Führern rum, um nach Lebensmitteln (oder auch Drogen) zu schnüffeln. Während ich auf mein Gepäck warte, klingelt auf einmal mein Handy: Maike aus dem Skiurlaub wollte mal kurz durchrufen und wundert sich, dass ich schon in Santiago bin… und nach einem letzten Durchleuchten des Gepäcks bin ich dann endlich durch und kann meinen Flughafentransfer zum Hostel “El Patio Suizo” im schönen Stadtteil Providencia suchen. Nachdem der Fahrer seine sechs Leute zusammen hatte, gings nach 20 min. auch schon los und jetzt sitze ich in meinem Zimmer am Netbook, draußen hat es gemütliche 23 Grad, und schreibe diese Zeilen – ich habe WLAN hier und konnte auch schon ein kleines Skype Videotelefonat mit meinen Eltern führen. Schon praktisch, die moderne Technik. Gleich werde ich mal was zu Essen suchen…

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