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Und auf einmal ist es Februar

11 Februar 2010
Präsidentenpalast in Bogotá

Präsidentenpalast in Bogotá

Mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass ich im Dezember das letzte Mal was geschrieben habe. Dann schauen wir mal, was ich seitdem so erlebt und gemacht habe.

Zunächst kam ich in Bogotá an, wo Nathaly und ich uns auch gleich auf die Suche nach einer Wohnung machten. Nachdem wir zwei Tage durch die ganze Stadt gewandert waren, verschiedenste Apartments und Zimmer angeschaut hatten fanden wir schließlich in der Straße unseres Hostals ein günstiges, möbliertes 3-Zimmer Apartment in einem Altbau kolonialen Stils in der Altstadt, La Candelaria, Bogotás.

Iglesia de Carmen, La Candelaria, Bogotá

Iglesia de Carmen, La Candelaria, Bogotá

Im Zuge unserer Wohnungssuche lernten wir auch gleich das verrückte Nachbarhaus kennen, wo allerlei Besucher, Studenten und Leute in unserem Alter sich ein Zimmer mieteten – bis der Hausherr zurückkam und alle Nicht-Kolumbianer rausschmiss. Vorher lernten wir allerdings Ginger, Ashley und Morgan kennen, drei Mädels aus Kalifornien, die inzwischen ein paar Blocks weiter den Berg rauf wohnen.

Die nächsten Tage (und Wochen) verbrachten wir damit, Freunde und Bekannte zu treffen, die Wohnung einzurichten und auf die Montage der Hängematte zu hoffen. Inzwischen sieht sie aus wie ein Geschäft für indigene Kleinkunst…

In unserer Wohnung in der Candelaria

In unserer Wohnung in der Candelari

Und bevor es am Ende des Monats wiedereinmal auf Reisen ging, schrieb Nathaly sich für einen Deutschkurs ein, der immer noch andauert. Nichtsdestotrotz ging es dann gen Norden: Nach San Gil, für 9 Tage über Weihnachten und Silvester. In San Gil kamen wir im Hostel einer Freundin Nathalys unter, dem Casa Monkora, das allerdings im Vergleich zu dem neuesten Mitbewerber, Sam’s V.I.P Hostel, überteuert ist. Abgesehen davon gab es kein warmes Wasser, was aber bei Temperaturen um die 30-32°C kein großes Problem ist.

Barichara, Santander

Barichara, Santander

San Gil ist in der Provinz Santander, welche sich selbstbewusst “Tierra de Aventura”, grob übersetzt Abenteuerland nennt. Dort fuhren wir zum Nationalpark “Parque Nacional de Chicamocha”, der beeindruckende Ausblicke auf den gleichnamigen Cañon erlaubt, besuchten das kleine Örtchen Barichara mit seiner wunderschönen Kolonialarchitektur und badeten am Fluss der San Gil durchfließt, erstiegen einen Kletterpfad zu Wasserfällen und genossen das Fleisch am Spieß mit Kartoffel namens Chuzo, das allerorten zu kaufen war. Die Spezialität Santanders, frittierte Ameisen (Ormigas Colonas), probierte ich allerdings nicht…

Carnaval de los Carrancios, Straßenkampf in San Gil

Carnaval de los Carrancios, Straßenkampf in San Gil

In Johanas Hostal feierten wir dann auch Weihnachten und am 30.12. nahmen wir und einige Hostel-Gäste am Carnaval de Carrancios teil. Während Heiligabend und Weihnachten für mich eher enttäuschend waren ist der Karneval schon eine besondere Erfahrung: Auf der einen Seite werden die Carrancios, mit Schwarzpulver und Böllern gefüllte Puppen, präsentiert die am folgenden Tag, an Silvester dann feierlich angezündet und in die Luft gejagt werden. Auf der anderen Seite ist der Karneval ein Straßenkampf mit Mehl, Wasser und Schaum – sehr spaßig aber am Schluss sieht man aus wie frisch aus der Schaum-Bäckerei.

Wunderkerzentanz an Silvester

Wunderkerzentanz an Silvester

Silvester feierten wir dann wieder im Hostel, kochten zusammen und zwischendurch liefen Nathaly und Catalina einmal mit einem Koffer um den Block – eine Tradition in Kolumbien, die die Chance auf Reisen im neuen Jahr erhöhen soll… Im Hintergrund explodierten allerorts die Carrancios und Feuerwerk erleuchtete den Himmel. Weiter gings mit ein bißchen Salsa-Tanzen und irgendwann dann auch dem Bett.

Der Januar und bisherige Februar waren dann davon geprägt, Bogotá zu erkunden, ein paar Dörfer im Umland zu sehen (z.B. Chia mit dem beeindruckenden Erlebnisrestaurant “Andres Carne de Res”) und das Schengen-Visum für Nathaly zu beantragen. Mein Netbook ging zwischendurch kaputt, so dass ich keinen eigenen internetfähigen Computer mehr habe. Inzwischen haben wir das Visum jedenfalls nach einigen organisatorischen Hürden erhalten und freuen uns auf Deutschland. Achja, und wir haben momentan eine Mitbewohnerin in unserem Apartment: Marián, eine Spanierin, die ich seinerzeit im Mai in Medellín kennengelernt hatte.

In den nächsten Tagen (morgen) geht’s wohl für ein paar Tage in die Kaffeezone um Manizales, ins Hauptgebiet des kolumbianischen Kaffeeanbaus und danach evtl. noch nach San Agustín und Tierradentro. Aber mal schauen was kommt…

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Wieder in Bogotá

29 November 2009

Salta

Salta

Diesmal nur kurzer Artikel… Mit Solveig und Kim, die ich in Puerto Iguazú kennengelernt hatte, nahm ich einen Flug nach Salta, da dieser bei fast gleichem Preis, ca. 20 Stunden an Zeit sparte. Diesmal wohnten wir allerdings in unterschiedlichen Unterkünften, die Mädels entschieden sich, ein etwas teureres, komfortableres Hostel zu buchen. Dennoch waren unsere Bleiben in unmittelbarer Nähe zueinander, so dass wir abends ein paar exzellente Steaks zusammen aßen, bis die beiden dann in die Umgebung von Salta weiterzogen. Ich harrte noch ein paar Tage aus, bestieg den örtlichen Hügel, um die Stadt von oben zu sehen und lernte Uwe kennen, mit dem ich dann auch über den Paso de Jama von Salta nach San Pedro de Atacama fuhr. Der Bus kam nach ca. 12 Stunden an, die Busfahrt aber war gespickt mit wunderschönen Aussichten. Sicherlich die schönste Busroute, die ich bisher gesehen habe. In San Pedro habe ich dann nur noch auf den Tag meines Rückfluges nach Bogotá gewartet, und inzwischen bin ich hier wieder angekommen.

Morgen werde ich zusammen mit Nathaly ein Zimmer mieten und dann werden wir mal die Planung für den Dezember angehen…

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Mit Flugangst nicht möglich

25 September 2009

 

Drei Flüge in 9 Tagen liegen jetzt hinter mir, ein weiterer folgt am 29.09.09 – langsam werden Flugzeuge zu meinem zweiten Zuhause.

Der erste Flug war der Flug von Popayán nach Bogotá am 16. September, nach 2 Monaten in Popayán, wo ich Caficauca helfen durfte. Popayán habe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen – Abschiede von vielen neuen Bekannten und Freunden und von der Familie, bei der ich gewohnt hatte mischten sich mit der Vorfreude, Freunde in Bogotá wiederzusehen. Aber vielleicht werde ich schon im Dezember nach Popayán für ein paar Tage zurückkehren – meine Freundin kennt diese sogenannte Ciudad Blanca nicht und würde sie gerne kennenlernen. Popayán schickte mich jedenfalls erstmal mit einer Grippe gen Bogotá, die wohl in den folgenden Tagen mindestens 4 Freunde erwischte…

Nach zwei Tagen in Bogotá in meiner schon altbekannten Bleibe, dem Hostel Posada del Sol ging dann am Freitag morgen, dem 18.09., mein Flug nach Washington DC um meine dort arbeitende Freundin für 5 Tage zu besuchen. Washington als Stadt war allerdings unspektakulär – einige Memorials und Grünflächen in National Mall, der Kongress, das Weiße Haus und einige Museen bieten dem Besucher sicherlich ein Angebot an Aktivitäten, die Stadt an sich wirkt allerdings sehr ruhig und nicht sehr lebendig. Es fehlen die Menschen in dieser Stadt: Die Straßen und Restaurants sind leer, kein Vergleich zu New York City.  Nathaly und ich hatten dennoch eine schöne Zeit in Washington, erst im Henley Park Hotel im Zentrum von Washington, danach in einer einfachen Unterkunft in Alexandria, welches wir auch noch besucht haben. Und die Grippe war am Freitag auch fast weg :).

Am Mittwoch musste ich dann wieder zurück, mein Rückflug nach Bogotá stand auf dem Programm. So sitze ich nun wiedereinmal im Hostel und schreibe diese Zeilen. Später werde ich noch Freunde besuchen bzw. heute Abend in der Zona T Bogotás treffen. Morgen steht dann wahrscheinlich ein Ausflug nach Girardot, einem Ort 3 Stunden von Bogotá auf dem Programm, wo ich mich mit Freunden am Swimmingpool des Apartments einer Freundin entspannen kann. Wenn es denn klappt…wenn nicht werde ich die Wahlen in Deutschland verfolgen, mit der Hoffnung, dass sich in der Sitzverteilung des Parlamentes und der Regierung substantielle Änderungen ergeben.

Am Dienstag (29.09.) geht dann mein Flug nach Calama in Chile, wo ich meine 2-monatige Rundreise durch Chile und Argentinien beginnen werde, nicht ohne Montevideo in Uruguay und Iguacu in Brasilien zu besuchen. Aber als erstes steht San Pedro de Atacama auf dem Programm. Und kurz danach werde ich auch nach langer Zeit wieder meine Freunde in Chile wiedersehen können.

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Aktuelle Reiseplanung

11 September 2009

An Airbus in downtown Hong Kong
Creative Commons License photo credit: lrargerich

 

Kleines Update meiner Reiseplanung:

  • 15.09.09 Popayán  => Bogotá
  • 18.09.09 Bogotá => Washington D.C.
  • 23.09.09 Washington D.C. => Bogotá
  • 29.09.09 Bogotá  => Calama (Chile) – Beginn Rundreise Chile, Argentinien, Uruguay, Brasilien (Iguacu)
  • 26.11.09 Calama  => Bogotá – Ende Rundreise
  • 29.12.09 Bogotá  => Cartagena de Indias
  • 02.01.09 Panamá? Evtl. Zentralamerika bereisen, inkl. Mexico.

Das ist so im Groben die derzeitige Planung…

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Schon zwei Wochen?

14 Juli 2009

Wow, schon zwei Wochen, seit ich das letzte Mal was geschrieben habe. Also muss ich wohl aufholen…

Galapagos

nach Española habe ich das Schiff gewechselt: Zu wenig Passagiere auf dem alten und somit durfte ich auf ein luxurioeseres Schiff wechseln. Dort traf ich dann viele nette Leute in meinem Alter und die letzten vier Tage auf den Galapagos vergingen wie im Flug. Wir steuerten noch North Seymour, Genovesa, Bartholomé, Isla Lobos, Isla Rabida und Kicker Rock an, wo nochmal viele Seeloewen, Voegel und Pinguine warteten. Die Photos koennt Ihr Euch wie ueblich unter Photos anschauen.

Quito

Danach ging’s kurz zurueck nach Quito und von da aus per Bus zur ecuadorianisch-kolumbianischen Grenze. Nach 7 Stunden Fahrt holte mir mein 90-Tage Visum fuer Kolumbien und uebernachtete in der kolumbianischen Grenzstadt Ipiales, wo ich mit zwei Englaendern, Rory und Faye noch ein Bierchen trinken ging. Am naechsten hiess es dann um 6 Uhr aufstehen, um einen Bus nach Bogotá zu nehmen.

Bogotá

Der Bus nach Bogotá benoetigte schlappe 26 Stunden, nach denen ich geraedert im Hostel “Posada del Sol”, dem mir schon wohlbekannten Hostel im Stadtteil “La Candelaria” eincheckte. Wie sich herausstellte, sollte ich eine knappe Woche Zeit haben, die aber wie im Flug verging: Einladungen zu Abschieds- und Geburtstagsfeiern, zu Onces (Spaetnachmittag bis Abend) und abendliches Weggehen liessen keine Zeit fuer anderes – nebenbei importierte dann auch noch eine Japanerin eine kleine Erkaeltung aus Argentinien, die mich mehr oder weniger im Bett hielt. Leider habe ich es aufgrund der vielen anderweitigen Aktivitaeten wieder nicht geschafft, nach Zipaquirá oder Guatavita zu fahren…

Popayan

Seit gestern bin ich nun in Popayan. Ein Billigflieger ersparte mir die 12-16 Stunden Fahrt von Bogotá hierher, so dass ich morgens direkt vom Flughafen zu Caucicafe fuhr, der hiesigen Kaffee-Operative, denen ich als Freiwilliger helfe. Die Kooperativen wurden gegruendet, um den Kaffee-Kleinbauern zu fairen Kaffeepreisen zu verhelfen und sie sozial zu unterstuetzen: So bietet Caucicafe z.B. eine kostenlose zahnaerztliche Versorgung der Familien mittels mobiler Wagen an. Untergekommen bin ich bei einer Familie in Popayan, die so etwas wie eine Finca am Rande des Stadtkerns haben. Wunderschoenes Gebaeude, allerdings kein Internet, bis mein mobiles Internet (Telefonica) funktioniert. Zur Zeit bekommen sie es einfach nicht gebacken.

So, das reicht erstmal, ich werde Bogotá allerdings vermissen. Ist schon zu einer zweiten Heimat geworden :). Zu viele nette Leute, ich kehre bestimmt mal fuer ein Wochenende zurueck… auf jeden Fall fuer den Flug nach Peru/Chile, die Busse in Ecuador sind echt nicht schoen, und im Gegensatz zu Kolumbien hatte ich dort nicht das Gefuehl, das mein Gepaeck sicher ist…

Zur Zeit macht hier gerade jeder Siesta, von 12-14 Uhr passiert hier nicht viel…

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Die zweite Juni Woche

14 Juni 2009

So, hab jetzt seit ein paar Tagen nichts mehr schreiben können, und schon vergess ich die ersten Details. Am Sonntag habe ich nicht mehr viel gemacht, außer noch mit ein paar anderen Slumdog Millionaire zu schauen, aber am Montag ging es dann zum Cerro Montserrat, der von Bogotá aus mit einer Kabinenbahn zu erreichen ist. Dort oben sind ein paar kirchliche Gebäude und man hat einen schönen Blick auf die Stadt. Abends haben wir dann noch ein paar Bierchen getrunken, Tischtennis im Hostel gespielt und dann bin ich auch schon ins Bett gegangen.

Der Dienstag war dann der letzte Tag in Bogotá, zusammen mit Nathaly habe ich mir noch mal ein paar Ecken von Bogotá angeschaut, in der Candelaria Mittag und Abend gegessen und abends haben wir noch gemütlich mit Danny, dem Hostel-Besitzer, Ed und Neil zusammengesessen – bis 4 Uhr morgens.

Mein Flug ging dann am Mittwoch morgen los, aufstehen war um 5 Uhr, so dass ich nicht wirklich viel Schlaf bekam. Aber im Flieger konnte ich dann wenigstens 1-2 Stunden schlafen.

In Quito angekommen, hat mich dann Nathalie, eine Ecuadorianerin, die ich aus dem 2006 Peru-Urlaub kenne, abgeholt. Zusammen sind wir zum Hostel gefahren, danach sind wir sofort in eine Kneipe, um das Spiel Ecuador-Argentinien zu sehen. So verrücktes Feiern nach einem Sieg habe ich noch nie gesehen… Es kamen dann noch ein paar Freunde von Nathalie dazu, aber gegen 23 Uhr bin ich dann halb-tot ins Bett gefallen.

Am nächsten Tag haben Nathalie und ich dann ca. 10 Reisebüros besucht, um ein gutes Angebot für die Galapagos Inseln zu finden – am 21.06.09 geht es für 8 Tage auf eine Bootsfahrt (Touristenklasse). Da alle von den Galapagos-Inseln schwärmen, bin ich sehr gespannt. Das ganze ist sehr teuer, aber man macht es auch nur einmal im Leben…

Abends sind wir dann noch ausgegangen, zusammen mit Chris, einem Amerikaner, den wir im Hostel getroffen haben.

Am Freitag musste Nathalie dann arbeiten (sie ist Touristenführer), aber Chris und ich sind dann zu zwei Museen in Quito gefahren, die Werke des Künstlers Guayasamin ausstellen. Sehr beeindruckende Kunstwerke!

Samstag stand dann eine Führung durch die Altstadt von Quito auf dem Programm, mit Besuch der Kirche “La Compañia de Jésus” der Jesuiten: Eine kuenstlerisch beeindruckende Kirche, wo man sich allerdings nachdem man sich von dem Gold- und Prunkschock erholt hat fragt, wie diese Kirche bei der Armut moeglich sein konnte. Ausbeutung der indigenen Bevoelkerung ist wahrscheinlich die Antwort…

Spaeter sind Nathalie und ich noch zu einem Fussballspiel gegangen (Deportivo Quito vs. Liga Quito), das leider 1:1 ausging.

Heute waren wir dann 6 Stunden wandern, bis auf 4700m auf den Gipfel eines der Hausberge in Quito… Beeindruckende Landschaft, aber atmen kann man auf der Hoehe kaum. Gluecklicherweise gibt es einen Lift, der einen schonmal auf 4100m bringt.

Neue Photos sollten auch bald verfuegbar sein, allerdings werde ich in der naechsten Woche wohl gar kein Internet haben, da ich Wandern gehe…

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De noche en Bogotá – des Nächtens in Bogotá

8 Juni 2009

Und wiedereinmal bricht Nacht herein über Bogotá, es ist Samstag und die Bars, Diskotheken und Bars beginnen ihre Pforten für die Massen an Feierhungrigen zu öffnen.

Zusammen mit einem Schweizer (Benoit) und zwei Kolumbianerinnen (Nathaly und Viviana) machen wir uns per Taxi auf den Weg zum Teatrón, wo schon fünf weitere Bekannte warten: Zwei Engländer, eine Irin aus dem Hostel sowie eine kolumbianische Freundin von Louisa, der Irin. Weiterhin Alejandro, ein spanischer Freund Louisas aus Barcelona.

Als wir ankommen, sehen wir vor jedem der vielen Clubs lange Schlangen. Auf den letzten Metern zum Teatrón treffen wir dann zufällig auf Freunde von Benoit, der uns daraufhin verlässt und mit den anderen Feiern geht. Auch das Teatrón weist eine lange Schlange auf, in der wir glücklicherweise Ed, Neil und Olivia, die beiden Engländer sehen, was uns noch längere Wartezeiten erspart. Nach 30 min. des Wartens und einer kleinen Schlägerei zwischen einem ungeduldigen Gast und dem Sicherheitspersonal können wir endlich eintreten – natürlich erst nach einer gründlichen Sicherheitsüberprüfung auf Waffen. Für 8 € Eintritt sind alle Getränke inklusive, daher erhält jeder Gast einen hässlichen Plastikbecher.

Drinnen ist es brechend voll, mit deutlichem Männerüberschuss, da der Club, wie wir lernen, von vielen Homosexuellen frequentiert wird. Noch bevor wir unsere Sachen an der Garderobe abgeben können, stehen aufeinmal Louisa und Alejandro vor uns, so dass nun alle versammelt sind.

Da Olivia mir und Nathaly unsere Sachen abnimmt verschwinden Nathaly und ich kurz auf eine Tanzfläche, woraufhin wir die anderen später für 1h nicht mehr wiederfinden können. Schließlich finden sie uns… Zwischendurch findet dann eine Bühnenshow von Transvestiten statt, das Publikum tobt. Gegen 3 Uhr morgens geht auf einmal die Musik aus, da das Gesetz dies vorsieht. Louisa, Alejandro und Olivia sind nicht aufzufinden, die Auf- und Abgänge vor den Garderoben überfüllt und für Nathaly und mich ist es nicht möglich, an unsere in der Garderobe abgegebenen Sachen zu kommen.

Während wir auf die anderen (vergeblich) warten, lernen wir ein paar weitere Gäste des Teatróns kennen und verlassen schließlich, ohne die anderen zu finden, das Teatrón. Die drei neu kennengelernten Gäste überreden uns, mit ihnen noch in der Wohnung eines der 3 weiterzufeiern, und so machen wir uns, ohne zu Wissen was uns erwartet, mit zwei Taxis auf den Weg zu dem Apartment, noch weiter im Norden der Stadt  gelegen.

Als wir ankommen, werden wir von der Gebäudesicherheit eingelassen und feiern noch im Apartment weiter, Musik aus dem Notebook kommend. Um 5:30 Uhr, nach viel Tanz und Spaß, ist Sonnenaufgang und anderthalb Stunden nachdem sich die Sonne wieder am Himmel zeigt, befindet sich dann Viviana schlafend auf dem Sofa, Ed ebenso, und der Rest von uns entscheidet sich, die beiden aufzuwecken, um eine Taxifahrt zurück zum Hostel zu machen.

Die Taxifahrt ist furchterregend wie üblich: Rote Ampeln werden grundsätzlich nur als farbliches Spektakel angesehen, Kurven auch an Hängen geschnitten, aber da die Straßen leer sind passieren wir schon bald die Basisstation der Kabinenbahn zum Besuch von Montserrat und gegen viertel vor Acht hält das Taxi vor dem Hostel – eine halbe Stunde Fahrt für 4 €.

Während Ed und Neil noch einen Kaffee im Viertel trinken gehen, geht der Rest ins Bett – um spätnachmittags erst wieder zu neuem Leben zu erwachen. Nathaly und ich stellen zu unserer Freude fest, dass Louisa unsere Sachen aus der Garderobe mitgebracht hat, auch wenn anscheinend jemand die Toilette mit der Garderobe verwechselt hat – sie wandern direkt in die Wäsche…

Und Benoit? Am nächsten Morgen lernen wir telefonisch, dass er im Krankenhaus ist: Eine Erkrankung hat zugeschlagen, die mit der Nacht nichts zu tun hat…

In der Erinnerung verbleibt eine durchfeierte kolumbianische Nacht, die nur schwer zu übertreffen ist – und es hat sich wiedereinmal gezeigt, dass man manchmal einfach dem Gefühl trauen und offen gegenüber Unbekannten sein sollte, da dies unvergessliche Erlebnisse ermöglicht.

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Flucht aus Bogotá

11 Mai 2009

Nun habe ich die nächtliche Kriminalität in Bogotá am letzten Abend meines Aufenthaltes doch noch selbst erleben dürfen: Als ich gestern gegen 23:30 Uhr vom Haupthaus des Hostels die 30m zum Nebenhaus gehe, taucht aufeinmal aus dem Schatten des Bodens direkt neben der Eingangstür ein Typ auf, der auf mich zukommt, mich auf Café anspricht und auf einmal mit einer Glasscherbe in der Hand hektisch “La plata, la plata, la plata!” schreit. Was übersetzt “Das Geld, das Geld, das Geld” bedeutet. Also krame ich aus meiner Hose das Portemonnaie raus, wo ich eh nur 30000 Pesos drin habe – ungefähr €13. Daraufhin ist er auch schon fast glücklich, es folgt noch ein “La blusa, la blusa, la blusa”, wodurch ich um einen Kapuzenpullover ärmer bin. Direkt danach verschwindet der Typ im Laufschritt und ich trete endlich ins Haus ein.

Dort unterhalte ich mich noch kurz zum Runterkommen mit zwei anderen Gästen, die dort am Fernsehgucken sind, verständige das Personal des Hostels per Telefon, dass sie die Videos sichern sollten und gehe dann irgendwann ins Bett.

Insofern bin ich jetzt auch froh, dass ich erstmal aus dem Hostel und der Straße raus bin. Heute habe ich zusammen mit Krishna, einem Ami, den ich im Hostel kennengelernt habe, den Bus richtung Tunja und dann nach Villa de Leyva genommen. Nach 4 Stunden Busfahrt kommen wir in Tunja an, wo wir gleich gefragt werden, ob wir nach Villa de Leyva wollen. Der Typ bringt uns auch sofort zu einem Kleinbus, und zusammen mit ein paar Kolumbianern machen wir uns auf den Weg durchs kolumbianische Bergland Richtung Villa de Leyva.

Villa de Leyva ist ein 6000 Seelen Dorf nordöstlich von Bogotá und besteht fast ausschließlich aus sehr gut erhaltenen Kolonialbauten aus dem Mittelalter. Photos werde ich morgen dann machen, heute sind Krishna nach einer ewig langen Fußwanderung zum Hostel nicht mehr zum Besichtigen gegangen. Wir werden hier auf jedenfall noch bis übermorgen bleiben, es ist hier schön ruhig, sicher und die Leute sind sehr sehr nett.



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Clubbing in Bogotá

9 Mai 2009

Freitag abend ist ja immer nett zum weggehen, so auch hier in Bogotá. Schon gestern hatte ich mich ja mit Andrea und Carolina zum Weggehen verabredet. Anstatt des Trans Milenio, des hiesigen Buses, nehme ich aber dann doch lieber ein Taxi – bei Dunkelheit alleine auf unbekannten Bushaltestellen umsteigen und umherzuirren wird hier nicht unbedingt empfohlen.

Nachdem ich ins Taxi eingestiegen bin, beginne ich ein Gespräch mit dem Taxifahrer und er erzählt mir so allerlei über sich und Bogotá und ist auch recht interessiert daran, vom Leben in Europa zu erfahren. Als wir nach ca. 30 min. Fahrt im Ausgehviertel Bogotás, der Zona Rosa ankommen, telefoniert er noch kurz über mein Handy mit Andrea, um die genaue Adresse und Straßenkreuzung rauszukriegen und gibt mir seine Karte samt Mobilfunknummer – damit ich auf jeden Fall auch sicher nach Hause komme :).

Mit Andrea geht’s zunächst in eine recht hübsche Bar, das Kea, wo schon 3 Freunde von ihr auf uns warten. Nach und nach kommen noch ihr Bruder samt Freundin hinzu, sowie auch Carolina mit einer weiteren Carolina, die beide noch bis 21:30 Uhr eine Vorlesung hatten. Nachdem wir dort ein paar Bier getrunken haben ziehen wir weiter – viele der Clubs hier sind für hiesige Verhältnisse sehr hochpreisig (bis zu 10 € Eintritt), aber schließlich landen wir für 10000 Pesos (3 €) im Philomena, wo es noch gähnend leer ist (aber es ist auch 21:30 Uhr), wo aber gute Musik gespielt wird und ich von Andrea erste Tanzstunden in Lateinamerikanischen Tänzen erhalte.

Dort bleiben wir dann bis ca. 2:30 Uhr, woraufhin wir uns auf den Weg nach Hause machen. Vorher legen wir aber einen Boxenstopp bei einem Straßenverkäufer von Perros Calientes (Hot Dogs) ein. Die Hotdogs hier sind ziemlich lecker und extrem gepimpt: Käse, Ananassirup, mehrere Saucen, frische Zwiebeln, Ketchup, Senf, Mayonaise plus Getränk gibt es für schlappe 3000 Pesos. Fazit: Viel leckerer als in Dänemark.

Danach teilen uns Caro und ich ein Taxi in die historische Altstadt Bogotás, wo ich ja wohne. Das Taxi fährt mich auch direkt vor die Tür und wartet bis ich drin bin, denn Bogotá alleine um diese Uhrzeit ist kein Spaß, insofern muss man ein wenig aufpassen. Das zeigt sich auch heute morgen, als zwei Niederländer erzählen, dass sie gestern abend in der Nähe des Hostels um 20000 Pesos erleichtert wurden. War aber auch ein wenig naiv, zu Fuß durchs nächtliche Bogotá zu wandern, denn das garantiert Überfälle. Tagsüber fühlt sich die Stadt genauso sicher an wie andere südamerikanische Städte, und wenn man die Augen aufhält, passiert auch nichts, wenn man die gefährlichen Stadtteile / Gebiete meidet. Auf diese wird man aber ständig hingewiesen, insofern kann man sie leicht umgehen.

Für heute war eigentlich eine längere Exkursion zu den ursprüngen der El Dorado Legende geplant, aber irgendwie sind die anderen (Kolumbianer von gestern) nicht aufgetaucht und nach 2,5 Stunden des Wartens hatte ich keine Lust mehr und hab per SMS abgesagt.

Ich habe jetzt aber eine kolumbianische Telefonnummer unter der ich (theoretisch) erreichbar bin: +573142732315. Zur Zeit überlege ich, mit einem anderen Gast mich am Montag in Richtung St. Marta auf den Weg zu machen – schönste Karibikstrände locken dort…

Was man über Bogotá wissen sollte:

  • Das Goldmuseum ist ein Muss.
  • Überall gibt es tieeeeeeeeeeefe Schlaglöcher, man muss also beim Gehen öfter mal nach unten schauen.
  • Bier aus Dosen ist sicherer als Bier aus (geöffneten) Flaschen.
  • Kolumbianisches Fastfood ist super lecker.
  • Überall auf der Straße kann man für ca. 200 Pesos / min. ein Handy mieten.
  • Man kann einzig Funktaxis benutzen, alles andere ist unsicher.
  • Die Menschen sind sehr hilfsbereit und besorgt, ist man erstmal mit ihnen ins Gespräch gekommen.
  • Ich hab noch kein Kokain gesehen oder angeboten bekommen. Das war in Peru anders, da wurde man schon auf dem Plaza del Armas angesprochen.
  • Die Sonne auf 2600m ist immer gut für einen Sonnenbrand.
  • Die Zona Rosa im Norden Bogotás wirkt wie eine europäische Einkaufsmeile / Partymeile.
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In Kolumbien!

7 Mai 2009

Gestern morgen ist um 2:50 Uhr Aufstehen angesagt, da der Flug von Santiago nach Lima verdammt früh ist: Um 6:40 Uhr soll er abfliegen und die Fluggesellschaft, Taca, will dass man mindestens 3 Stunden früher am Flughafen ist. Nach Rücksprache mit dem Reisebüro im Hostel ignore ich das und plane 2,5 Stunden ein und bestelle einen Flughafentransfer für 3:40 Uhr. Nachdem der Transfer um 3:55 Uhr immer noch nicht da ist, lasse ich die Nachtschicht im Hostel ein Taxi bestellen, und kaum hat er das gemacht, klingelt es an der Tür: Der Transfer ist da. Also muss der arme übernächtigte Mitarbeiter das Taxi wieder stornieren und ich mache mich auf den halbstündigen Weg zum Flughafen.

Dort angekommen lasse ich erstmal meinen Koffer in Plastik einschweißen und stelle ich mich an der Taca Schlange an, wo schon ein paar Leute stehen. Kaum stehe ich da, fangen zwei Mädels vor mir an sich zu unterhalten – in Deutsch. Die beiden, Mareike und Barbara, sind, wie sich rausstellt, auch auf dem Weg nach Bogotá und haben die gleichen Flugverbindungen. Also kämpfen wir uns fortan zusammen durch den undurchsichtigen Dschungel am Flughafen Santiago: Zuerst das Ticket von Taca holen, dann mit dem Ticket zu LAN gehen und das Gepäck einchecken – LAN macht den Flug nach Lima. Angeblich soll alles durchgecheckt werden, wir haben aber so unsere Zweifel, ob das wirklich klappt.

Unsere Plätze sind vom Zweitcheckin bei LAN natürlich nicht mehr zusammen und so verbringen wir den 4-stündigen Flug nach Lima ziemlich allein mit Video (Mi perro y yo), schlafen und lesen. In Lima angekommen müssen wir das Gepäck noch mal durchleuchten lassen und 1,5 Stunden später betreten wir mit dem letzten Aufruf das Flugzeug von Taca Richtung Bogotá. Die Maschine ist viel weniger modern, der Flug aber genauso lang. An Board des Fliegers bekommen wir erstmal die Einreiseformulare ausgehändigt und zusätzlich noch einen Fragebogen, ob wir Husten, Schnupfen, Fieber, Gliederschmerzen, o.ä. haben – die Schweinegrippe lässt grüßen.

Als wir dann endlich um 14 Uhr (mit einer Stunde Zeitverschiebung, also GMT-5) ankommen, wartet erstmal die Einreise auf uns: Der Grenzbeamte ist superfreundlich und bewilligt mir auch anstandslos die von mir gewünschten 60 Tage Aufenthaltsgenehmigung. Da ich vor den Mädels noch auf die (überfüllte) Toilette gegangen bin, sind diese schon lange durch, aber als ich am Gepäckband ankomme sitzen sie da und warten auf mich – unsere Koffer sind nicht da! Alle Passagiere, die von Santiago über Lima nach Bogotá geflogen sind, vermissen ihr Gepäck. Also darf ich erstmal ein Gepäckverlustformular ausfüllen und die Dame sagt mir noch, ich solle mal auf den nächsten Flug aus Lima warten – der käme in einer Stunde an.

Glücklicherweise ist an Bord dieses Fluges tatsächlich unser Gepäck, so dass wir uns nun den weiteren organisatorischen Dingen widmen können: ein wenig Bargeld holen (im Notfall hätte ich ja glücklicherweise von meinen Kollegen schon kolumbianisches Geld gehabt – Danke nochmal), den Flug der Mädels nach Leticia bestätigen und dann am Schluss ein Taxi zum Hostal organisieren. Das mit dem Geld abheben ist auch nicht so einfach, Barbara bekommt mit ihrer Karte aus keinem der fünf verschiedenen Automaten Geld, während es bei mir glücklicherweise schon beim ersten klappt. Der DKB-Visa Karte sei Dank!

Die Taxifahrt nach Bogotá ist ein Abenteuer für sich: Sicherheitsabstände gibt es nicht, die Autos fahren beim Spurwechsel nur Zentimeter aneinander vorbei und unser Fahrer hupt im Durchschnitt einmal pro Minute. Da Barbara und Mareike noch kein Hostel haben, kommen sie erstmal mit zu meinem, die Hoffnung ist, dass dort noch was frei ist.

Nach einer halben Stunde kommen wir im Hostel an, und es gibt tatsächlich noch freie Betten. Das Hostel namens Platypus ist klein und doch recht groß – mehrere Wohnhäuser gehören dazu, wir sind in Casa 3. Die erste positive Überraschung ist, dass es zu jeder Tag und Nachtzeit kostenlosen echten Kaffee gibt. In Chile gibt es ja leider überwiegend nur Instant-Kaffee, insofern ist das eine echte Wohltat nach der langen Reise. Während wir unseren Kaffee trinken treffen wir u.a. Lisa, eine Deutsche, die uns allerlei unheimliche Geschichten über Kolumbien und Brasilien erzählt, andere erzählen uns aber recht positives über Bogotá, so dass wir wieder einigermaßen beruhigt sind. Die üblichen, in Südamerika zu treffenden, Sicherheitsvorkehrungen sollten auch hier ausreichen.

Später gehen wir noch kurz etwas zu Abend essen, lächerliche 2 Euro zahlt man hier für ein 2-Gänge Tagesmenü. Danach unterhalten wir uns noch und ich pack mir meine Ohrstöpsel in die Ohren, da neben meinem Raum der sehr laute Fernsehraum ist und man in diesem Haus alles hören kann (jetzt, wo ich gerade diese Zeilen schreibe, kann ich einem Israeli der nebenan telefoniert problemlos zuhören – kann aber kein Hebräisch). Ich telefonier noch kurz mit Carolina, der Schwester von Diana (die ich in Valpo kennengelernt hatte), und wir verabreden uns für den nächsten Tag um 11 Uhr am Goldmuseum.

Nach einer eher kalten Dusche trinke ich noch kurz einen Kaffee, bevor ich mich auf die Suche nach dem Goldmuseum, dem “Museo de Oro” mache. Dort angekommen, ich bin 5 Minuten zu spät, ist von Caro noch keine Spur. Kolumbianische Zeit halt. Um ca. 11:15 Uhr schlägt sie dann auf und zusammen schauen wir uns die sehr eindrucksvollen Exponate dieses hochgelobten Museums an.

Nachdem wir diesen kulturell schönen Pflichtteil hinter uns gebracht haben, zeigt Caro mir den historischen Kern Bogotás: La Candelária. Dort gehen wir noch ins Museo Bóltero, wo Werke dieses Künstlers ausgestellt sind und treffen uns dann mit einer Freundin von ihr, Andrea, zum Mittagessen. Diese ist übrigens noch schlechter zu verstehen als Caro: Wie mir die beiden erklären, spricht die kolumbianische Jugend wesentlich schneller als die Leute in meinem Alter. Die beiden sind jedenfalls doppelt so schnell in der Sprache unterwegs wie Diana und insofern habe ich meine liebe Not, sie zu verstehen. Zwischendurch sprechen uns mehrere Bettler an, die aber sehr höflich sind und genauso höflich von den Mädels behandelt werden. Eine seeeehr höfliche Gesellschaft hier.

Nachdem wir noch die von mir dringend benötigten Flip-Flops in einem Shop reserviert haben – ich werde sie morgen abholen – trinken wir noch ein Bierchen. Auf dem Rückweg werden wir dann Zeugen einer Meerschweinchenwette auf der Straße: Man kann darauf wetten, in welches Häuschen ein Meerschweinchen laufen wird… Wir essen noch eine kolumbianische Spezialität die einem Döner Hawaii ähnelt (Arepa oder so ähnlich) und dann bringen mich die beiden zurück zu meinem Hostel. Dort stelle ich dann fest, dass mich die kolumbianische Sonne im Nacken gut verbrannt hat – 2600m über dem Meer plus Sonne sind halt doch nicht ohne, auch wenn ich so gar nichts gemerkt hatte…

Morgen werde ich dann das Abenteuer unternehmen, mich mit den beiden in einem weiter entfernten Teil der Stadt zu treffen, wozu ich mehrere Buslinien nehmen muss. Dafür zeigen mir die beiden dann, wie man in Bogotá seine Abende verbringt :). Zudem wird sie mir einen kolumbianischen Chip fürs hiesige Telefonnetz mitbringen, so dass ich hier eine lokale Telefonnummer für mein Handy habe.

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