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	<title>doetsch.info &#187; beagle channel</title>
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	<description>Im Wendekreis des Elbfisches</description>
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		<title>Überwintern auf Feuerland</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Nov 2009 22:28:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4090150894/"><img title="Schnee in Ushuaia" src="http://farm4.static.flickr.com/3092/4090150894_712090f59c.jpg" alt="Ushuaia im Schnee" width="500" height="375" /></a><p class="wp-caption-text">Schnee in Ushuaia</p></div>
<h3>06.11.09 &#8211; 12.11.09 Ushuaia, Tierra de Fuego</h3>
<p>Am 06.11.09 nehme ich um 07:30 Uhr den Bus von Puerto Natales nach Ushuaia auf Feuerland. Die ersten Stunden ziehen die Südpatagonischen Landschaften am Fenster vorbei, während der Bus unbeirrt Richtung Feuerland fährt. In der Nähe von Punta Arenas stoppen wir dann auf der Straße mitten im Nirgendwo: Wir müssen in einen anderen Bus umsteigen, der von Punta Arenas kommend weiter Richtung Süden fährt. Und schon kurze Zeit später zeigt sich am Horizont ein blauer Streifen &#8211; die Magellan Straße, die wichtigste Wasserstraße südlich des Panamakanals und nördlichste Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik. Als wir am Hafen ankommen, wartet schon eine Fähre auf uns, die uns nach Feuerland bringen soll. Die Überfahrt dauert nur 15 Minuten, dennoch genug Zeit für Delphine, uns zu finden. Sie begleiten das Schiff fröhlich bis dieses Hafen anlegt.</p>
<p>Danach geht es weiter nach Rio Grande, dem nächsten Stop auf der etwas komplizierten Route nach Ushuaia. Interessanterweise komme ich ins Gespräch mit zwei weiteren Deutschen im Bus, die, wie sich rausstellt, gerade von den Bogenschießweltmeisterschaften in Argentinien kommen &#8211; eine der beiden Damen ist Weltmeisterin im &#8220;Blank&#8221;-Schießen mit dem Bogen, also ohne Visir geworden. Bevor wir jedoch in Rio Grande ankommen, gilt es zunächst die chilenisch-argentinische Grenze zu passieren. Also wiedereinmal jeweils einen Stempel in den Pass aufgenommen und weiter geht&#8217;s &#8211; glücklicherweise sind die Argentinier nicht so paranoid an der Grenze wie die Chilenen, die grundsätzlich jedes Gepäckstück durchleuchten und mit Hunden nach Früchten suchen, um die Einfuhr von Plagen zu verhindern.</p>
</p>
<p style="text-align: left;">Als wir nach insgesamt 9 Stunden Bus- und Fährfahrt in Rio Grande ankommen, gilt es wiedereinmal das Gepäck aus dem Bus zu holen, den Busgutschein in ein Ticket umzuwandeln und auf den Anschlussbus zu warten. Die Chilenen dürfen nämlich aufgrund der schlechten Nachbarschaft mit den Argentiniern keine Bustickets für Busse in Argentinien ausstellen&#8230; Nachdem diese Hürde genommen ist, geht&#8217;s nach kurzer Wartezeit im Kleinbus weiter nach Ushuaia. Als wir einen der Pässe queren begrüßt uns schon der erste Schneesturm &#8211; der Frühling ist dank des Wetterphänomens El Niño nach wie vor im Urlaub&#8230;</p>
<p style="text-align: left;">
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4085910313/in/set-72157622636809079"><img title="Hafen von Ushuaia" src="http://farm3.static.flickr.com/2439/4085910313_2b66671f3e_m.jpg" alt="Hafen von Ushuaia" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Hafen von Ushuaia</p></div>
<p>Ushuaia begrüßt uns dann trotzdem mit Sonnenschein und einem schönen Panoramablick: Attraktiv zwischen Beagle-Channel und gebirgigem Hinterland gelegen, zeigen sich schneebedeckte Gipfel auf der einen Seite, und tiefblaues Wasser auf der anderen Seite. Im Hafen liegen ein paar alte, verrottete Kriegsschiffe, die kaum seetauglich scheinen, und ein wenig weiter begrüßen mit Container mit der Aufschrift Hamburg-Süd von Bord eines Containerschiffs. Die Häuser sind bunt und ansehnlich, die Stadt wirkt schön. Ein paar städtebauliche Sünden sind trotzdem zu sehen &#8211; an einem der Hügel wurden für Wohngebiete alle Bäume gefällt, so dass auf dem sonst waldbedecktem Berg eine weiße, kahle Schneise verbleibt, nur durch vereinzelte Häuser unterbrochen. Die Stadt ist, wie mir später ein Taxifahrer erzählt, nach Eröffnung des modernen Flughafens innerhalb von 10 Jahren von 5.000 auf 80.000  Einwohner gewachsen.</p>
<p style="text-align: left;">Vom Busterminal mache ich mich dann zu Fuß zum angeblich zentral gelegenen Freestyle Hostel &#8211; glücklicherweise ist es das tatsächlich, so dass ich dort nach 5 Minuten Fußweg auch ankomme.</p>
<p style="text-align: left;">Dort werde ich von einem augenscheinlich Reggae-süchtigen Inhaber begrüßt: Haare bis zur Hüfte, traditionell verfilzt, ein Bär, der mich erstmal umarmt und mit den Worten &#8220;Willkommen in der Familie&#8221; begrüßt&#8230; Das Hostel ist sehr modern, hat stets kostenlosen Kaffee aber auch ein paar Nachteile: Die Toiletten und Duschen lassen sich nicht verschließen und durch eine Intervallschaltung in der Toilettenbeleuchtung geht das Licht minütlich aus, so dass man den Schalter erneut drücken muss. Mein Dormitorio, und weiter oben das Billardzimmer, haben aber Fenster zur Bucht, wo man im Abendlicht jenseits der Hausdächer die Yachten schaukelnd vor Anker liegen sieht.</p>
<p style="text-align: left;">Am nächsten Morgen orientiere ich mich erstmal in der Stadt, mache ein paar organisatorische Besorgungen, informiere mich über Bus und Flugoptionen, um Ushuaia wieder zu verlassen, Tourmöglichkeiten und wandere ein wenig durch die Stadt. Auch reserviere ich noch einen Platz für eine Tour auf die Pinguinkolonie in der Nähe der Estancia Haberton. Abends gehe ich früh ins Bett, nach 12 Stunden Busfahrt habe ich keine Lust mehr auszugehen.</p>
<p style="text-align: left;">
<div class="wp-caption alignright" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4086316845/in/set-72157622636809079"><img title="Pinguine in der Nähe der Estancia Haberton" src="http://farm3.static.flickr.com/2572/4086316845_fb87998069_m.jpg" alt="Pinguine in der Nähe der Estancia Haberton" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Pinguine in der Nähe der Estancia Haberton</p></div>
<p>Den Tag darauf nehme ich dann an der Tour teil, und nach zwei Stunden Fahrt erreichen wir die Estancia, wo schon Reiseführerin und Boot auf uns warten. Es ist bitterkalt, ein aus der Antarktis kommender Wind bläst uns die Schneeflocken ins Gesicht, als wir das Boot betreten, das immerhin einen überdachten, allerdings unbeheizten Bereich hat. Nach 10 Minuten Fahrt erreichen wir die Kolonie und können uns freilebende und watschelnde Magellan-Pinguine anschauen. Es ist wirklich bitterkalt, nach wenigen Minuten bin ich nur noch am Frieren und kann kaum die Kamera halten&#8230; Als wir dann nach kurzer Zeit mit dem Boot zurückfahren, gibt es glücklicherweise die Möglichkeit noch einen heißen Kaffee und einen Kuchen zu verdrücken, bevor es nach Ushuaia zurückgeht.</p>
<p style="text-align: left;">Am folgenden Tag treffe ich ein paar Leute, mit denen wir im Hostel ein wenig Musik machen &#8211; zu Gitarre und Bongos singen wir ein wenig, spielen Billard, und betrachten die Schneestürme von drinnen. Für morgen ist eine Exkursion in den Parque Nacional Tierra del Fuego vorgesehen, leider bin ich morgens aber mit Magen-Darm-Schmerzen invalide, was sich allerdings am nächsten Tag gibt.</p>
<p style="text-align: left;">
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4100972667/"><img title="Kormorane im Beagle Channel" src="http://farm3.static.flickr.com/2794/4100972667_100a9c6a2a_m.jpg" alt="Kormorane im Beagle Channel" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Kormorane im Beagle Channel</p></div>
<p>Um zumindest noch ein wenig mehr zu sehen, habe ich eine Bootsfahrt auf dem Beagle-Channel gebucht, wo einige Seelöweninseln und ein Leuchtturm zu begutachten waren &#8211; trotz Schneesturm war das ganze allerdings nicht ganz so kalt, da es eine geheizte Kabine gab, wo wir Kaffee bzw. auf der Rückfahrt das hiesige Bier &#8220;Beagle-Channel&#8221; serviert bekamen und auf der Rückfahrt das Schiff auch selbst steuern durften &#8211; natürlich nur unter den strengen Augen des Kapitäns&#8230; Abends ging es dann noch in einen Pub mit ein paar Israelis, Amerikanern, Quebec-Kanadiern, wo wir noch bis ca. 2 Uhr blieben.</p>
<p style="text-align: left;">
<div class="wp-caption alignright" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4100995213/"><img title="Leuchtturm" src="http://farm3.static.flickr.com/2668/4100995213_06e109d46f_m.jpg" alt="Leuchtturm :)" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Leuchtturm :)</p></div>
<p>Für den gestrigen Tag war dann mein Flug nach Buenos Aires eingeplant, aber als ich morgens am Flughafen ankam, wurde ich von LAN mit der Information begrüßt, dass das Bodenpersonal von LAN in Buenos Aires streike und der Flug insofern verspätet sei &#8211; weitere Information würden um 11 Uhr folgen. Also setze ich mich hin, unterhalte mich ein wenig mit einem Litauer und einem Estonier, die mir prompt um 9:30 Uhr morgens ein Bier anbieten (das ich ablehne). Um 11 Uhr gibt es allerdings immer noch keine Neuigkeiten und das sehr freundliche und hilfsbereite Personal in Ushuaia vertröstet uns auf 13 Uhr &#8211; und gibt einen Essensgutschein für ein Mittagessen in der Kantine aus, wo ich dann mit einer Schweizerin zu Mittag esse, die auch festsitzt. Um 13 Uhr haben wir dann die finale Information, dass der Flug gestrichen wurde, und LAN uns anböte, das Ticket entweder zu stornieren oder ein Hotel gestellt zu kriegen, um morgen aufs Neue darauf zu warten, dass der Streik ein Ende findet. Wir stellen uns erstmal bei Aerolineas Argentinas an, deren Personal nicht streikt und schaffen es, Tickets für einen Flug um 21 Uhr zu ergattern &#8211; allerdings erst, nachdem das IT-System wieder läuft, das zwischendurch für ein paar Stunden abgestürzt. Nachdem alles sicher ist, und alle Fragen auch zum Around-The-World-Ticket der Schweizerin geklärt sind, lassen wir unsere LAN Tickets stornieren und kommen schließlich gegen 1:00 Uhr nachts in Buenos Aires an.</p>


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