Beiträge getagged ‘asado’

Beck’s in Valpo

28 April 2009

To keep cool - Beck´s!
Creative Commons License photo credit: Wollbinho

Während ich gestern mein Spanisch-Zertifikat aus der Sprachschule abgeholt habe, war auch Dani, meine ehemalige Spanischlehrerin da. Wir haben uns dann spontan auf ein abendliches Bier verabredet, da sie ja “für etwaige Aufenthalte in Deutschland das Biertrinken trainieren müsse”.

Also rufe ich sie wie abgesprochen so gegen 19:30 Uhr an, und wir verabreden uns für 20 Uhr an einer Straßenecke. So gegen 20:10 Uhr kommt sie dann auch an und wir gehen in ein Bierlokal, aufgemacht wie ein irischer Pub. Dort finden wir doch tatsächlich Bier auf der Karte und auch wenn es ihr ein wenig bitter schmeckt, trinkt sie schneller als ich… Während der Unterhaltung lerne ich, dass das Studienleben echt nicht leicht ist, da die Studiengebühren für die hiesigen Verhältnisse sehr hoch sind: Manche Leute studieren nur jedes zweite Jahr, in der Zeit dazwischen müssen sie jobben und Geld verdienen, um ihr Studium bezahlen zu können. Das Schlimme ist, dass die Gebühren aus europäischer Sicht gar nicht hoch sind.

Während wir noch da sitzen, ruft Eva an, sie und Nadja wollen sich jetzt mit Pablo, einem hier wohnenden Chilenen, treffen, und wir machen uns auf den Weg, die drei zum Essen zu treffen. Das Essen ist extrem viel, keiner von uns bekommt seinen Teller leer. Leider muss Dani nun auch schon gehen, da sie am nächsten Morgen um 9 Uhr Spanischunterricht geben muss – ein Hamburger und eine andere Deutsche wollen mit ihr lernen.

Nachdem ich Dani zu ihrem Colectivo gebracht habe, das sie zurück in einen entfernten Hügel bringt, kehre ich zu unserem Restaurant zurück und wir ziehen weiter, hin zu einer kleinen aber sehr netten Bar, wo endlich mal nur Einheimische, keine Touris sitzen. Dort trinken wir einen sehr leckeren Wein-/Früchtemix, der aussieht wie Wein, aber sehr süß nach Früchten schmeckt. Extrem lecker :). Im Hintergrund läuft lateinamerikanische Gitarrenmusik, leider kann uns die Bedienung nicht den Namen der Gruppe nennen, da die MP3s nicht vernünftig benahmst sind… Wir unterhalten uns dann noch ein paar Stündchen mit Pablo und verabreden am Donnerstag ein Asado in Evas Hostel zu machen und irgendwann gehen wir dann schlafen…

Nachdem ich dann heute morgen aufgestanden bin und meine Jacke gebührend vermisst habe, gönnen Nadja, sie muss erst um 15 Uhr arbeiten, und ich uns eine 40-minütige Massage auf einem Massagestuhl mit Jadesteinen. Gewöhnungsbedürftig, entspannend aber niemals so gut wie eine echte Handmassage. Dafür kostet der Spaß aber auch nur 1,50 Euronen.

Heute Abend werde ich wohl zu einer Theateraufführung / Show in einer Bar namens Abasto gehen die Soledad, eine einheimische Mitarbeiterin hier im Hostel empfohlen hat.

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Carretear en Valparaíso

18 April 2009

Der gestrige Tag startet mit blauem Himmel – auch heute ist wunderschönes Wetter, die Bewölkung,die sonst typischerweise im Herbst in Valparaíso vorherrscht ist verschwunden. Die Straßen Valparaísos wirken frühlingshaft: Die Farben der Hauswände wirken viel freundlicher und heller, die Häuser werfen Schatten und die Stadt lebt spürbar auf. Überall auf den Straßen sind Einwohner zu sehen: Hausfrauen gießen die Blumen am Straßenrand, in den Einkaufsstraßen treten sich die Passanten gegenseitig auf die Füße, um frisches Obst, Gemüse oder Fleisch zu erstehen. Vor einem Regierungsgebäude – Valparaíso ist Parlamentssitz -  sind Schulklassen, die gegen irgendetwas lautstark mit Sprechgesängen protestieren, während Marktschreier ihre Produkte anpreisen. Im Zentrum eilen Banker durch die Straßen, um die Mittagspause bestmöglich zu nutzen und Taxis und Busse streiten sich um den schnellsten Weg durch die Straßen. Studenten sitzen im Park an der Avenida Brasil und genießen die Sonnenstrahlen, so dass sich schon die Frage aufdrängt, ob eigentlich jemand in den Vorlesungen sitzt.

Bei diesem schönen Wetter bietet sich endlich die Chance, ein paar schöne Photos zu machen, und so starte ich gegen 12 Uhr im Cerro Alegre, wo ich wohne, einen ungeplanten Rundgang durch Straßen und Gassen. Die überall gegenwärtigen Restaurants, Cafés und kneipen sind packend voll: Mittagessenszeit. Nach dem Mittagessen im “Filou de Montpellier” entscheide ich mich, dem hiesigen Haus Pablo Nerudas einen Besuch abzustatten: La Sebastiana ist der Name. Um dorthin zu kommen, nehme ich ein Micro, einen der Kleinbusse, die überall in der Stadt in halsbrecherischem Tempo die Hügel erklimmen – schnelles Anfahren und Vollbremsungen gehören hier zum normalen Fahrstil – selbst wenn es nur der normale Busstop ist. Das Micro 612 Richtung Viña del Mar bringe ich per Winken zum Anhalten, so dass ich einsteigen kann. Auf dem Weg zur Avenida Ferrari, wo La Sebastiana ist, fahren wir die Av. Alemana entlang, vorbei an Stichstraßen, die Namen wie Av. Bismarck haben. Die Strecke auf der Av. Alemana bietet wunderschöne Aussichten auf Hafen und Bucht, und, angekommen in Pablo Nerudas Haus, zeigt sich, dass auch die Aussicht aus dem Haus heraus spektakulär ist.

La Sebastiana ist ein mehrstöckiges Haus, das noch komplett so möbliert ist, wie es Pablo Neruda damals hinterlassen hat – inzwischen wird es als Museum betrieben und ist eine der Sehenswürdigkeiten Valparaísos. Skurrile Einrichtungsgegenstände, wie z.B. ein Karusselpferd im Wohnzimmer zeugen von Nerudas interessantem Geschmack.

Nachdem ich einen Anruf von Leyla bekommen habe, dass wir uns eine Stunde später in der Innenstadt treffen könnten, nehme ich ein Micro zurück nach Cerro Alegre, und mach mich von dort aus auf den Weg nach “El Plan”, die Innenstadt, wo Leyla in einem Institut für maritime Biologie arbeitet. Dort erhalte ich von ihr und Kollegen eine kleine Führung und Erklärung was dort untersucht und erforscht wird und später machen wir uns auf den Weg zur Schwesterstadt Viña del Mar.

Diese Stadt, nur wenige Minuten von Valparaíso entfernt, könnte kaum gegensätzlicher sein: Teurere Autos auf den Straßen, ein Casino, eine Strandpromenade und viele, z.T. sehr häßliche Neubauten. Während wir noch den Sonnenuntergang zusammen mit wahrscheinlich der halben Stadtjugend am Strand mitbekommen essen wir noch kurz ein Gebäck, das deutschen Schweineohren sehr nahe kommt und betrachten die Sandskulpturen am Rand der Strandpromenade. Als es dunkel ist, wandern wir noch zu einem Imbiss, wo ich den größten Burger, den ich je gesehen habe für knappe 3 Euro vorgesetzt bekomme: Schweinebraten mit Avocadocrème (Palta heißt das hier) sind drauf, aber die Avocadocrème in unglaublichen Mengen, der Burger ertrinkt förmlich in ihr – wie die Chilenen es halt mögen… Leyla isst ein anderes chilenisches Nationalgericht: Wiener Würstchen in leicht pappigem Weißbrötchen mit ein wenig Gemüse drin und unglaublichen Mengen an Mayo, Avocadocrème – einen sogenannten Completo.

Nach einem kurzen Einkauf im Supermarkt, wo wir als Party-Mitbringsel zwei Flaschen guten chilenischen Wein erstehen, fahren wir zurück nach Valparaíso, um dort der Einladung eines Arbeitskollegen zu folgen, der seinen Geburtstag feiert. Dort angekommen, stellt sich schnell raus, dass auf der Dachterasse des Hochhausneubaus in dem er wohnt, ein Asado stattfinden wird. Der Blick von dieser Terasse auf das nächtliche Valparaíso ist wiedereinmal spektakulär und während Bier und Wein, Rum und Vodka-Mischgetränke in nicht zu verachtenden Mengen verzehrt werden, das Fleisch auf dem Grill langsam vor sich hinbrutzelt, und ich versuche, den Gesprächen der anderen zu folgen bzw. selbst dran teilzunehmen, trudeln immer mehr Leute ein – darunter auch eine Kolumbianerin.

Später am Abend unterhalte ich mich mit ihr, und sie erzählt mir, dass auch sie Meeresbiologin ist und deswegen hier in Chile arbeitet. Sie habe aber eine kleine Schwester in Bogotá, und wenn ich wolle, könne sie Kontakt herstellen, so dass diese dort treffen könne… Die Welt kann wirklich einfach sein, es scheint, als ob man immer irgendwelche Leute trifft, die wiederum Kontakte in Regionen haben, die sich mit meinen Reisezielen decken…

Wir feiern noch bis 2:30 Uhr weiter, und ich habe Gelegenheit mich mit verschiedensten Leuten zu unterhalten: Die meisten interessiert natürlich, wo ich herkomme, was ich vorhabe und wie mir Chile gefällt, aber es ist schon interessant, wie z.B. Schule und Kindergarten organisiert sind, wie die Internetabteilung der Polizei in Chile arbeitet, oder dass einige, sehr lateinamerikanisch aussehende Leute auf einmal mit einem deutschen Nachnamen, geerbt von der väterlichen Seite, aufwarten.

Heute werde ich noch eine E-Mail an Diana, die Kolumbianerin, schreiben, damit sie ihrer Schwester meine Kontaktdaten geben kann und ich im Gegenzug auch die Daten ihrer Schwester erhalte.Außerdem muss ich noch meinen Flug nach Kolumbien buchen, laut dem Besitzer des Hostels – er ist der Autor des Footprint Reiseführers für Chile – könnte das ganze interessant werden: Die Flüge auf der chilenischen Internetseite scheinen günstiger zu sein als auf der englischsprachigen Seite und z.T. wird wohl nach der Kreditkartenprüfung noch der Preis geändert, da eine europäische Kreditkarte entdeckt wurde. Falls der Preisunterschied zu hoch ist, hat er mir empfohlen, in ein LAN Chile Reisebüro zu gehen und statt über das Internet dort zu buchen. Außerdem will ich auch noch zum Oasis-Konzert in Santiago am 4. Mai, wofür ich allerdings noch Karten benötige.

Vom gestrigen Erdbeben, 1600km nördlich war hier in Valparaíso übrigens nichts zu spüren, anscheinend war aber Arica betroffen. Inzwischen hat auch meine Dusche warmes Wasser, so dass ich auch mal wieder lange duschen konnte.

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Asado über den Dächern von Santiago

12 April 2009

Den gestrigen Tag habe ich sehr ruhig angehen lassen: Frühstück bis ca. 12 Uhr, dann ein wenig nichtstun und im Anschluss Essen gehen beim Ecuadorianer. Aber es stand ja auch Abends ein Treffen mit Didi, einer Freundin einer Kollegin, an. Also gehe ich so gegen 19:20 Uhr los, wir sind in der Nähe meines Hostels am Plaza Italia verabredet.

Der Plaza Italia ist direkt an einer Hauptstraße gelegen, und sozusagen einer der Haupteingangspunkte um ins Nachtleben von Bellavista einzutauchen. Neben einer riesigen Kreuzung, einer U-Bahn Station und einem Busbahnhof toben dort Menschenmassen, insbesondere junge Leute durch die Straßen. Genau an diesem Ort sind Didi und ich also verabredet.

Ich stehe kaum 2 min. und warte, da kommt ein älterer Chilene auf mich, den wartenden, allein dort stehenden Gringo zu und fragt ziemlich unverblümt nach 500 Pesos – er sei kopfkrank und brauche dieses Geld für die Behandlung. Interessante Masche, aber ich gebe vor, dass ich nichts verstehe – weder Englisch (“Coin!”) noch Spanisch. Nach 10 min. rufe ich bei Didi an, ob sie schon da sei – ja, sie und Marcos, ihr Freund, würden schon länger auf der anderen Straßenseite warten. Also gehe ich rüber und zusammen gehen wir zunächst in eine Bar, wo wir erstmal mein Spanisch trainieren – mit Didi hab ich ja ein wandelndes Wörterbuch zur Verfügung :). Nachdem wir unsere Pisco Sour chilenischer Art ausgetrunken haben, machen wir uns auf, Getränke für später zu kaufen.

Während wir durch die Pia Nono, eine sehr lebhafte Straße mit vielen Cafés, Kneipen, Straßenständen wandern, erzählt mir Marcos erstmal, dass ich hier später in der Nacht auf keinen Fall alleine rumgehen sollte – das wäre gefährlich. Macht aber für den Moment nichts, wir kaufen ne Flasche Pisco, ne Flasche Rum, ein wenig O-Saft und Cola und machen uns auf den Weg zu Marcelo, einem Freund von Didi und Marcos, der, so erzählen mir die beiden, ein Asado veranstalten würde.

Nach ca. 30 min Fußweg erreichen wir dessen Wohnhaus: ein 25 stöckiges Hochhaus, wo wir nach der Registrierung beim Portier in den 25. Stock fahren, um dann noch ein Stockwerk zu Fuß zur Dachterasse zu erklimmen. Als wir rauskommen, zeigt sich das nächtliche Santiago von allen Seiten: Kleine Lichter säumen Straßenläufe, der Fernsehturm ist bunt angestrahlt, die Stadt sieht von oben sehr friedlich aus.

Oben begrüßen uns dann Marcelo und Vale samt Vales Tochter in schönstem schnellen, unverständlichen chilenischen Spanisch. Verstehen tue ich das ganze nur, wenn sie langsam reden, auch wenn ich mich langsam aber sicher reinhöre. Der Grill wird zum Säubern des Rosts mit einer rohen Zwiebel abgerieben, die Kohle verteilt und entzündet, und Marcelo erklärt mir, dass er nach brasilianischer Art grillen wird: Stark gesalzen, mit geringer Hitze, also hohem Rost.

Da es inzwischen schon spät ist, haben wir alle allerdings schon großen Hunger, deswegen trinken wir als Alternative zum Fleisch erstmal ne Cola-Rum – der gute chilenische Wein, den Didi mitgebracht hat wird erst später getrunken.

Um 0:30 Uhr gibt es dann endlich das erste gegrillte Fleisch: pikante Würstchen im Brötchen mit Mayonaise. Die haben auch einen Namen, den ich allerdings inzwischen vergessen habe… Aber sehr lecker! Jetzt geht es Schlag auf Schlag: leckere Rippchen, feines Filetfleisch und ein schöner Rotwein führen dazu, dass ich nach kurzer Zeit bis zum Anschlag satt bin und nicht mehr mag…

Währenddessen kommt noch ein Freund von Marcelo und Marco vorbei, wie mir berichtet wird, ist er chilenischer Schauspieler, der wohl auch mal in einem Film mitgewirkt hat. Jetzt gibt es Pisco-Cola, im Verhältnis 50/50.

Gegen 2:30 Uhr nehmen Didi, Marcos und ich ein Taxi nach Hause, wenn ich von Peru wieder nach Chile komme, werde ich zusammen mit Marcos, haben wir beschlossen, ein Wochenende Sozialarbeit in den ärmeren Gegenden der Stadt machen. Außerdem werde ich wohl demnächst eine Tour in das Anbaugebiet des Weinhandels, bei dem Didi arbeitet, machen.

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