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	<title>doetsch.info &#187; 2009</title>
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		<title>Und auf einmal ist es Februar</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Feb 2010 01:08:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4251760488/"><img title="Präsidentenpalast in Bogotá" src="http://farm5.static.flickr.com/4047/4251760488_9d7eb4cc5b.jpg" alt="Präsidentenpalast in Bogotá" width="500" height="375" /></a><p class="wp-caption-text">Präsidentenpalast in Bogotá</p></div>
<p style="text-align: left;">Mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass ich im Dezember das letzte Mal was geschrieben habe. Dann schauen wir mal, was ich seitdem so erlebt und gemacht habe.</p>
<p style="text-align: left;">Zunächst kam ich in Bogotá an, wo Nathaly und ich uns auch gleich auf die Suche nach einer Wohnung machten. Nachdem wir zwei Tage durch die ganze Stadt gewandert waren, verschiedenste Apartments und Zimmer angeschaut hatten fanden wir schließlich in der Straße unseres Hostals ein günstiges, möbliertes 3-Zimmer Apartment in einem Altbau kolonialen Stils in der Altstadt, La Candelaria, Bogotás.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4165643517/in/set-72157622953617262/"><img title="Iglesia de Carmen, La Candelaria, Bogotá" src="http://farm3.static.flickr.com/2661/4165643517_82bcb7b4a7_m.jpg" alt="Iglesia de Carmen, La Candelaria, Bogotá" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Iglesia de Carmen, La Candelaria, Bogotá</p></div>
<p style="text-align: left;">Im Zuge unserer Wohnungssuche lernten wir auch gleich das verrückte Nachbarhaus kennen, wo allerlei Besucher, Studenten und Leute in unserem Alter sich ein Zimmer mieteten &#8211; bis der Hausherr zurückkam und alle Nicht-Kolumbianer rausschmiss. Vorher lernten wir allerdings Ginger, Ashley und Morgan kennen, drei Mädels aus Kalifornien, die inzwischen ein paar Blocks weiter den Berg rauf wohnen.</p>
<p style="text-align: left;">Die nächsten Tage (und Wochen) verbrachten wir damit, Freunde und Bekannte zu treffen, die Wohnung einzurichten und auf die Montage der Hängematte zu hoffen. Inzwischen sieht sie aus wie ein Geschäft für indigene Kleinkunst&#8230;</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4209172370/in/set-72157622953617262"><img title="In unserer Wohnung in der Candelaria" src="http://farm3.static.flickr.com/2608/4209172370_2e903170cd_m.jpg" alt="In unserer Wohnung in der Candelaria" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">In unserer Wohnung in der Candelari</p></div>
<p style="text-align: left;">Und bevor es am Ende des Monats wiedereinmal auf Reisen ging, schrieb Nathaly sich für einen Deutschkurs ein, der immer noch andauert. Nichtsdestotrotz ging es dann gen Norden: Nach San Gil, für 9 Tage über Weihnachten und Silvester. In San Gil kamen wir im Hostel einer Freundin Nathalys unter, dem Casa Monkora, das allerdings im Vergleich zu dem neuesten Mitbewerber, Sam&#8217;s V.I.P Hostel, überteuert ist. Abgesehen davon gab es kein warmes Wasser, was aber bei Temperaturen um die 30-32°C kein großes Problem ist.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4217402142/in/set-72157622951114859"><img title="Barichara, Santander" src="http://farm3.static.flickr.com/2678/4217402142_4558caf31d_m.jpg" alt="Barichara, Santander" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Barichara, Santander</p></div>
<p style="text-align: left;">San Gil ist in der Provinz Santander, welche sich selbstbewusst &#8220;Tierra de Aventura&#8221;, grob übersetzt Abenteuerland nennt. Dort fuhren wir zum Nationalpark &#8220;Parque Nacional de Chicamocha&#8221;, der beeindruckende Ausblicke auf den gleichnamigen Cañon erlaubt, besuchten das kleine Örtchen Barichara mit seiner wunderschönen Kolonialarchitektur und badeten am Fluss der San Gil durchfließt, erstiegen einen Kletterpfad zu Wasserfällen und genossen das Fleisch am Spieß mit Kartoffel namens Chuzo, das allerorten zu kaufen war. Die Spezialität Santanders, frittierte Ameisen (Ormigas Colonas), probierte ich allerdings nicht&#8230;</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4231335122/in/set-72157623107465390"><img title="Carnaval de los Carrancios, Straßenkampf in San Gil" src="http://farm5.static.flickr.com/4020/4231335122_8c1a7b3d8c_m.jpg" alt="Carnaval de los Carrancios, Straßenkampf in San Gil" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Carnaval de los Carrancios, Straßenkampf in San Gil</p></div>
<p style="text-align: left;">In Johanas Hostal feierten wir dann auch Weihnachten und am 30.12. nahmen wir und einige Hostel-Gäste am Carnaval de Carrancios teil. Während Heiligabend und Weihnachten für mich eher enttäuschend waren ist der Karneval schon eine besondere Erfahrung: Auf der einen Seite werden die Carrancios, mit Schwarzpulver und Böllern gefüllte Puppen, präsentiert die am folgenden Tag, an Silvester dann feierlich angezündet und in die Luft gejagt werden. Auf der anderen Seite ist der Karneval ein Straßenkampf mit Mehl, Wasser und Schaum &#8211; sehr spaßig aber am Schluss sieht man aus wie frisch aus der Schaum-Bäckerei.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4213799797/in/set-72157623069366260"><img title="Wunderkerzentanz an Silvester" src="http://farm5.static.flickr.com/4009/4213799797_7611b6d801_m.jpg" alt="Wunderkerzentanz an Silvester" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Wunderkerzentanz an Silvester</p></div>
<p style="text-align: left;">Silvester feierten wir dann wieder im Hostel, kochten zusammen und zwischendurch liefen Nathaly und Catalina einmal mit einem Koffer um den Block &#8211; eine Tradition in Kolumbien, die die Chance auf Reisen im neuen Jahr erhöhen soll&#8230; Im Hintergrund explodierten allerorts die Carrancios und Feuerwerk erleuchtete den Himmel. Weiter gings mit ein bißchen Salsa-Tanzen und irgendwann dann auch dem Bett.</p>
<p style="text-align: left;">Der Januar und bisherige Februar waren dann davon geprägt, Bogotá zu erkunden, ein paar Dörfer im Umland zu sehen (z.B. Chia mit dem beeindruckenden Erlebnisrestaurant &#8220;Andres Carne de Res&#8221;) und das Schengen-Visum für Nathaly zu beantragen. Mein Netbook ging zwischendurch kaputt, so dass ich keinen eigenen internetfähigen Computer mehr habe. Inzwischen haben wir das Visum jedenfalls nach einigen organisatorischen Hürden erhalten und freuen uns auf Deutschland. Achja, und wir haben momentan eine Mitbewohnerin in unserem Apartment: Marián, eine Spanierin, die ich seinerzeit im Mai in Medellín kennengelernt hatte.</p>
<p style="text-align: left;">In den nächsten Tagen (morgen) geht&#8217;s wohl für ein paar Tage in die Kaffeezone um Manizales, ins Hauptgebiet des kolumbianischen Kaffeeanbaus und danach evtl. noch nach San Agustín und Tierradentro. Aber mal schauen was kommt&#8230;</p>


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		<title>Frohe Weihnachten</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Dec 2009 13:58:08 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[photo credit: garlandcannon Allen Lesern ein schoenes Weihnachtsfest!!! Verwandte Artikel:Frohe Weihnachten


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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><a title="Santa Lulu Reacts to Your Christmas Request with Alarm" href="http://www.flickr.com/photos/12596956@N06/3134308138/" target="_blank"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3125/3134308138_293df9b357.jpg" border="0" alt="Santa Lulu Reacts to Your Christmas Request with Alarm" /></a><br />
<small><a title="Attribution-NonCommercial License" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank"><img src="http://doetsch.info/wordpress/wp-content/plugins/photo-dropper/images/cc.png" border="0" alt="Creative Commons License" width="16" height="16" align="absmiddle" /></a> <a href="http://www.photodropper.com/photos/" target="_blank">photo</a> credit: <a title="garlandcannon" href="http://www.flickr.com/photos/12596956@N06/3134308138/" target="_blank">garlandcannon</a></small></p>
<p style="text-align: left;">Allen Lesern ein schoenes Weihnachtsfest!!!</p>


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		<title>Bilder der Busfahrt über den Paso de Jama</title>
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		<title>Wieder in Bogotá</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 16:20:24 +0000</pubDate>
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<div class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4122664796/"><img title="Salta" src="http://farm3.static.flickr.com/2532/4122664796_04ff9c091e.jpg" alt="Salta" width="500" height="375" /></a><p class="wp-caption-text">Salta</p></div>
<p style="text-align: left;">Diesmal nur kurzer Artikel&#8230; Mit Solveig und Kim, die ich in Puerto Iguazú kennengelernt hatte, nahm ich einen Flug nach Salta, da dieser bei fast gleichem Preis, ca. 20 Stunden an Zeit sparte. Diesmal wohnten wir allerdings in unterschiedlichen Unterkünften, die Mädels entschieden sich, ein etwas teureres, komfortableres Hostel zu buchen. Dennoch waren unsere Bleiben in unmittelbarer Nähe zueinander, so dass wir abends ein paar exzellente Steaks zusammen aßen, bis die beiden dann in die Umgebung von Salta weiterzogen. Ich harrte noch ein paar Tage aus, bestieg den örtlichen Hügel, um die Stadt von oben zu sehen und lernte Uwe kennen, mit dem ich dann auch über den Paso de Jama von Salta nach San Pedro de Atacama fuhr. Der Bus kam nach ca. 12 Stunden an, die Busfahrt aber war gespickt mit wunderschönen Aussichten. Sicherlich die schönste Busroute, die ich bisher gesehen habe. In San Pedro habe ich dann nur noch auf den Tag meines Rückfluges nach Bogotá gewartet, und inzwischen bin ich hier wieder angekommen.</p>
<p style="text-align: left;">Morgen werde ich zusammen mit Nathaly ein Zimmer mieten und dann werden wir mal die Planung für den Dezember angehen&#8230;</p>


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		<title>Ab in die Wärme</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Nov 2009 15:44:34 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[  Nach all den Problemen mit dem LAN Flug von Ushuaia nach Buenos Aires komme ich mit einem anderen Flug der Aerolineas Argentinas schließlich doch gegen 1:30 Uhr nachts in Buenos Aires an und nehme sofort ein Taxi zu meiner Unterkunft, dem Hostel Kaixo im Zentrum der Stadt, nur zwei Blöcke vom berühmten Obelisken entfernt [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"> </p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4107933444/in/set-72157622687261513"><img title="Blaublühende Bäume in Buenos Aires" src="http://farm3.static.flickr.com/2694/4107933444_2c214ff483.jpg" alt="Blaublühende Bäume in Buenos Aires" width="500" height="375" /></a><p class="wp-caption-text">Blaublühende Bäume in Buenos Aires</p></div>
<p style="text-align: left;">Nach all den Problemen mit dem LAN Flug von Ushuaia nach Buenos Aires komme ich mit einem anderen Flug der Aerolineas Argentinas schließlich doch gegen 1:30 Uhr nachts in Buenos Aires an und nehme sofort ein Taxi zu meiner Unterkunft, dem <a href="http://kaixobuenosaires.com/" target="_blank">Hostel Kaixo</a> im Zentrum der Stadt, nur zwei Blöcke vom berühmten Obelisken entfernt gelegen. Dort erwartet mich schon Neil, ein Freund, den ich im Juni in Bogotá kennengelernt hatte mit einem kühlen Bier &#8211; er selbst ist auch erst eine Stunde vorher mit einem Bus aus Mendoza angekommen, da er seinen eigentlichen Bus verpasst hatte. Das Hostel hat einen Balkon zur Straße raus, und dort tauschen wir noch bis 5 Uhr morgens die Erlebnisse der letzten Monate aus, bis wir dann doch ins Bett gehen.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 190px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4107101213/in/set-72157622687261513"><img title="Der Obelisk" src="http://farm3.static.flickr.com/2563/4107101213_07913d46b8_m.jpg" alt="Der Obelisk" width="180" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">Der Obelisk</p></div>
<p style="text-align: left;">Am nächsten Morgen nach dem Frühstück machen wir uns auf, einen kleinen Stadtspaziergang zu machen, San Telmo, Palermo und das Zentrum stehen auf dem Programm. Überall blühen blauviolett Bäume, an jeder Ecke sind kleine Kaffees und viele Bäume säumen die Straßen. Die Stadt ist vielleicht die sauberste und grünste Stadt, die ich auf diesem Kontinent bisher gesehen habe, und die Menschen hier sehen zwar lateinamerikanisch aus, allerdings mit starkem europäischen Einschlag.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4107895452/in/set-72157622687261513"><img title="Regen in Buenos Aires" src="http://farm3.static.flickr.com/2710/4107895452_bd030ce987_m.jpg" alt="Regen in Buenos Aires" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Regen in Buenos Aires</p></div>
<p style="text-align: left;">Das schwül-heiße Wetter entlädt sich dann am Nachmittag: Regengüsse, wie ich sie noch nicht erlebt habe gehen auf Buenos Aires nieder, bis auf die Haut durchnässt eilen wir durch überschwemmte Straßen, queren knöcheltief unter Wasser stehende sechsspurige Straßen in Flip-Flops während uns einige Argentinier von ihrem überdachten Refugium belustigt zusehen. Überall tauchen plötzlich fliegende Regenschirmhändler auf, die die Gunst der Stunde nutzen wollen, ihre Ware an den Mann zu bringen. Als wir im Hostel ankommen, darf ich Neil erstmal Klamotten ausleihen, da seine Sachen alle noch in der Wäsche sind und wir die Wäsche erst um 20 Uhr abholen können.</p>
<p style="text-align: left;">Abends treffen wir uns dann mit Leyla zum Essen, einer Freundin aus Chile, die zufällig auf Geschäftsreise in Buenos Aires ist. Das Essen, eine Grillplatte, die Neil und ich uns teilen, ist fantastisch: Perfekt gebratenes saftiges Rindfleisch, wahrscheinlich von Rindern, die erst Stunden zuvor geschlachtet wurden: Am Ende kostet uns der Spaß nur 10€ inklusive eines leckeren Rotweins und wir ziehen weiter zum Plaza Serrano, im Stadtteil Palermo. Dort sitzen wir noch ein Weilchen mit Leyla, bis sich diese verabschiedet, am nächsten Tag steht ein Meeting an. Wir wechseln die Kneipe und lernen schließlich noch zwei Argentinier kennen, mit denen wir dort noch bis in die frühen Morgenstunden (6:30 Uhr) bleiben. Buenos Aires scheint nicht zu schlafen, Ausgehzeiten bis 8 Uhr morgens sind völlig normal, schließlich fängt man auch erst gegen 1 Uhr nachts an.</p>
<p style="text-align: left;">Am nächsten Tag schlafen wir aus und beschließen, nicht nach Montevideo in Uruguay zu fahren, sondern Buenos Aires weiter zu erkunden. Leider müssen wir unser Hostel verlassen &#8211; wir hatten vergessen, zu verlängern und eine große Reisegruppe hat alle Betten belegt. Also checken wir in ein anderes Hostel, diesmal in Palermo, ein und wandern anschließend wiedereinmal durch die Straßen der Stadt, schauen uns die Bauten an und Essen lecker. Danach geht&#8217;s wieder auf die altbekannte Stätte des Plaza Serrano, wo wir auch an diesem Abend zwei Argentinier kennenlernen, mit denen wir später noch tanzen gehen &#8211; irgendwo im Norden von Palermo. Um 7:30 Uhr geben wir auf und erreichen das Hostel rechtzeitig zum Frühstück, wonach wir ersteinmal ein paar Stunden schlafen. Den Rest des Tages laufen wir wiedereinmal durch die Stadt, bevor wir abends früh ins Bett gehen.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4119243991/in/set-72157622717209943"><img title="Wasserfälle" src="http://farm3.static.flickr.com/2558/4119243991_5f35b9f649_m.jpg" alt="Wasserfälle" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Wasserfälle</p></div>
<p style="text-align: left;">Dann steht auch schon meine Busfahrt nach Iguazú zu den Wasserfällen an: Auf der Fahrt dorthin sitze ich neben einer netten Mexikanerin, so dass die Fahrt nicht zu langweilig wird und nebenbei sind noch eine Deutsche und eine Holländerin ebenfalls im Bus, die mich zu meinem Hostel begleiten &#8211; sie selbst hatten noch nichts rausgesucht. Während die Mädels am gleichen Tag noch einen Teil der argentinischen Seite anschauen, lauf ich ein wenig durch die Stadt und mache nichts&#8230;</p>
<p style="text-align: left;">Für den nächsten Morgen verabreden wir uns aber, um den Nationalpark zusammen zu besuchen. Sie haben einen Teil der argentinischen Seite noch nicht gesehen, also gehen wir zusammen dahin, machen eine Speedboat-Fahrt mit Dusche unter zwei Wasserfällen und am Nachmittag ziehe ich dann alleine weiter &#8211; zum Teufelsschlund, la Garganta del Diablo.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4121957088/in/set-72157622846515156"><img title="Der Blick von der brasilianischen Seite" src="http://farm3.static.flickr.com/2625/4121957088_9d306def27_m.jpg" alt="Der Blick von der brasilianischen Seite" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Der Blick von der brasilianischen Seite</p></div>
<p style="text-align: left;">Der Nationalpark ist unglaublich: Unglaubliche Wassermengen stürzen die Klippen hinunter, das Hinterland steht komplett unter Wasser, vereinzelt luken die Spitzen einiger Sträucher oder Bäume aus der Seenlandschaft empor. Enge Durchflüsse erzeugen reißende brodelnde Sturzbäche und Regenbogen zeigen sich in der Gischt der brausenden Wasserfälle. Die pure Kraft der Natur, die sich hier zeigt lässt sich nur mit offenem Mund ertragen, und die 34°C im Schatten werden durch die Gischtnebel gelindert.</p>
<p style="text-align: left;">Die brasilianische Seite der Wasserfälle sehe ich am nächsten Tag: Nach Querung der Grenze erwartet uns der dortige Nationalpark, der schönste Panoramen zeigt und es ermöglicht, ganz nah an die Wasserfälle ranzukommen. Beeindruckend. Und ich kann mich einfach nicht entscheiden, welche Seite schöner ist: Beide Seiten sind wunderschön, ein Erlebnis, das man so einfach nicht vergisst.</p>
<p style="text-align: left;"> </p>
<p align="left">
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		<title>Überwintern auf Feuerland</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Nov 2009 22:28:22 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4090150894/"><img title="Schnee in Ushuaia" src="http://farm4.static.flickr.com/3092/4090150894_712090f59c.jpg" alt="Ushuaia im Schnee" width="500" height="375" /></a><p class="wp-caption-text">Schnee in Ushuaia</p></div>
<h3>06.11.09 &#8211; 12.11.09 Ushuaia, Tierra de Fuego</h3>
<p>Am 06.11.09 nehme ich um 07:30 Uhr den Bus von Puerto Natales nach Ushuaia auf Feuerland. Die ersten Stunden ziehen die Südpatagonischen Landschaften am Fenster vorbei, während der Bus unbeirrt Richtung Feuerland fährt. In der Nähe von Punta Arenas stoppen wir dann auf der Straße mitten im Nirgendwo: Wir müssen in einen anderen Bus umsteigen, der von Punta Arenas kommend weiter Richtung Süden fährt. Und schon kurze Zeit später zeigt sich am Horizont ein blauer Streifen &#8211; die Magellan Straße, die wichtigste Wasserstraße südlich des Panamakanals und nördlichste Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik. Als wir am Hafen ankommen, wartet schon eine Fähre auf uns, die uns nach Feuerland bringen soll. Die Überfahrt dauert nur 15 Minuten, dennoch genug Zeit für Delphine, uns zu finden. Sie begleiten das Schiff fröhlich bis dieses Hafen anlegt.</p>
<p>Danach geht es weiter nach Rio Grande, dem nächsten Stop auf der etwas komplizierten Route nach Ushuaia. Interessanterweise komme ich ins Gespräch mit zwei weiteren Deutschen im Bus, die, wie sich rausstellt, gerade von den Bogenschießweltmeisterschaften in Argentinien kommen &#8211; eine der beiden Damen ist Weltmeisterin im &#8220;Blank&#8221;-Schießen mit dem Bogen, also ohne Visir geworden. Bevor wir jedoch in Rio Grande ankommen, gilt es zunächst die chilenisch-argentinische Grenze zu passieren. Also wiedereinmal jeweils einen Stempel in den Pass aufgenommen und weiter geht&#8217;s &#8211; glücklicherweise sind die Argentinier nicht so paranoid an der Grenze wie die Chilenen, die grundsätzlich jedes Gepäckstück durchleuchten und mit Hunden nach Früchten suchen, um die Einfuhr von Plagen zu verhindern.</p>
</p>
<p style="text-align: left;">Als wir nach insgesamt 9 Stunden Bus- und Fährfahrt in Rio Grande ankommen, gilt es wiedereinmal das Gepäck aus dem Bus zu holen, den Busgutschein in ein Ticket umzuwandeln und auf den Anschlussbus zu warten. Die Chilenen dürfen nämlich aufgrund der schlechten Nachbarschaft mit den Argentiniern keine Bustickets für Busse in Argentinien ausstellen&#8230; Nachdem diese Hürde genommen ist, geht&#8217;s nach kurzer Wartezeit im Kleinbus weiter nach Ushuaia. Als wir einen der Pässe queren begrüßt uns schon der erste Schneesturm &#8211; der Frühling ist dank des Wetterphänomens El Niño nach wie vor im Urlaub&#8230;</p>
<p style="text-align: left;">
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4085910313/in/set-72157622636809079"><img title="Hafen von Ushuaia" src="http://farm3.static.flickr.com/2439/4085910313_2b66671f3e_m.jpg" alt="Hafen von Ushuaia" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Hafen von Ushuaia</p></div>
<p>Ushuaia begrüßt uns dann trotzdem mit Sonnenschein und einem schönen Panoramablick: Attraktiv zwischen Beagle-Channel und gebirgigem Hinterland gelegen, zeigen sich schneebedeckte Gipfel auf der einen Seite, und tiefblaues Wasser auf der anderen Seite. Im Hafen liegen ein paar alte, verrottete Kriegsschiffe, die kaum seetauglich scheinen, und ein wenig weiter begrüßen mit Container mit der Aufschrift Hamburg-Süd von Bord eines Containerschiffs. Die Häuser sind bunt und ansehnlich, die Stadt wirkt schön. Ein paar städtebauliche Sünden sind trotzdem zu sehen &#8211; an einem der Hügel wurden für Wohngebiete alle Bäume gefällt, so dass auf dem sonst waldbedecktem Berg eine weiße, kahle Schneise verbleibt, nur durch vereinzelte Häuser unterbrochen. Die Stadt ist, wie mir später ein Taxifahrer erzählt, nach Eröffnung des modernen Flughafens innerhalb von 10 Jahren von 5.000 auf 80.000  Einwohner gewachsen.</p>
<p style="text-align: left;">Vom Busterminal mache ich mich dann zu Fuß zum angeblich zentral gelegenen Freestyle Hostel &#8211; glücklicherweise ist es das tatsächlich, so dass ich dort nach 5 Minuten Fußweg auch ankomme.</p>
<p style="text-align: left;">Dort werde ich von einem augenscheinlich Reggae-süchtigen Inhaber begrüßt: Haare bis zur Hüfte, traditionell verfilzt, ein Bär, der mich erstmal umarmt und mit den Worten &#8220;Willkommen in der Familie&#8221; begrüßt&#8230; Das Hostel ist sehr modern, hat stets kostenlosen Kaffee aber auch ein paar Nachteile: Die Toiletten und Duschen lassen sich nicht verschließen und durch eine Intervallschaltung in der Toilettenbeleuchtung geht das Licht minütlich aus, so dass man den Schalter erneut drücken muss. Mein Dormitorio, und weiter oben das Billardzimmer, haben aber Fenster zur Bucht, wo man im Abendlicht jenseits der Hausdächer die Yachten schaukelnd vor Anker liegen sieht.</p>
<p style="text-align: left;">Am nächsten Morgen orientiere ich mich erstmal in der Stadt, mache ein paar organisatorische Besorgungen, informiere mich über Bus und Flugoptionen, um Ushuaia wieder zu verlassen, Tourmöglichkeiten und wandere ein wenig durch die Stadt. Auch reserviere ich noch einen Platz für eine Tour auf die Pinguinkolonie in der Nähe der Estancia Haberton. Abends gehe ich früh ins Bett, nach 12 Stunden Busfahrt habe ich keine Lust mehr auszugehen.</p>
<p style="text-align: left;">
<div class="wp-caption alignright" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4086316845/in/set-72157622636809079"><img title="Pinguine in der Nähe der Estancia Haberton" src="http://farm3.static.flickr.com/2572/4086316845_fb87998069_m.jpg" alt="Pinguine in der Nähe der Estancia Haberton" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Pinguine in der Nähe der Estancia Haberton</p></div>
<p>Den Tag darauf nehme ich dann an der Tour teil, und nach zwei Stunden Fahrt erreichen wir die Estancia, wo schon Reiseführerin und Boot auf uns warten. Es ist bitterkalt, ein aus der Antarktis kommender Wind bläst uns die Schneeflocken ins Gesicht, als wir das Boot betreten, das immerhin einen überdachten, allerdings unbeheizten Bereich hat. Nach 10 Minuten Fahrt erreichen wir die Kolonie und können uns freilebende und watschelnde Magellan-Pinguine anschauen. Es ist wirklich bitterkalt, nach wenigen Minuten bin ich nur noch am Frieren und kann kaum die Kamera halten&#8230; Als wir dann nach kurzer Zeit mit dem Boot zurückfahren, gibt es glücklicherweise die Möglichkeit noch einen heißen Kaffee und einen Kuchen zu verdrücken, bevor es nach Ushuaia zurückgeht.</p>
<p style="text-align: left;">Am folgenden Tag treffe ich ein paar Leute, mit denen wir im Hostel ein wenig Musik machen &#8211; zu Gitarre und Bongos singen wir ein wenig, spielen Billard, und betrachten die Schneestürme von drinnen. Für morgen ist eine Exkursion in den Parque Nacional Tierra del Fuego vorgesehen, leider bin ich morgens aber mit Magen-Darm-Schmerzen invalide, was sich allerdings am nächsten Tag gibt.</p>
<p style="text-align: left;">
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4100972667/"><img title="Kormorane im Beagle Channel" src="http://farm3.static.flickr.com/2794/4100972667_100a9c6a2a_m.jpg" alt="Kormorane im Beagle Channel" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Kormorane im Beagle Channel</p></div>
<p>Um zumindest noch ein wenig mehr zu sehen, habe ich eine Bootsfahrt auf dem Beagle-Channel gebucht, wo einige Seelöweninseln und ein Leuchtturm zu begutachten waren &#8211; trotz Schneesturm war das ganze allerdings nicht ganz so kalt, da es eine geheizte Kabine gab, wo wir Kaffee bzw. auf der Rückfahrt das hiesige Bier &#8220;Beagle-Channel&#8221; serviert bekamen und auf der Rückfahrt das Schiff auch selbst steuern durften &#8211; natürlich nur unter den strengen Augen des Kapitäns&#8230; Abends ging es dann noch in einen Pub mit ein paar Israelis, Amerikanern, Quebec-Kanadiern, wo wir noch bis ca. 2 Uhr blieben.</p>
<p style="text-align: left;">
<div class="wp-caption alignright" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4100995213/"><img title="Leuchtturm" src="http://farm3.static.flickr.com/2668/4100995213_06e109d46f_m.jpg" alt="Leuchtturm :)" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Leuchtturm :)</p></div>
<p>Für den gestrigen Tag war dann mein Flug nach Buenos Aires eingeplant, aber als ich morgens am Flughafen ankam, wurde ich von LAN mit der Information begrüßt, dass das Bodenpersonal von LAN in Buenos Aires streike und der Flug insofern verspätet sei &#8211; weitere Information würden um 11 Uhr folgen. Also setze ich mich hin, unterhalte mich ein wenig mit einem Litauer und einem Estonier, die mir prompt um 9:30 Uhr morgens ein Bier anbieten (das ich ablehne). Um 11 Uhr gibt es allerdings immer noch keine Neuigkeiten und das sehr freundliche und hilfsbereite Personal in Ushuaia vertröstet uns auf 13 Uhr &#8211; und gibt einen Essensgutschein für ein Mittagessen in der Kantine aus, wo ich dann mit einer Schweizerin zu Mittag esse, die auch festsitzt. Um 13 Uhr haben wir dann die finale Information, dass der Flug gestrichen wurde, und LAN uns anböte, das Ticket entweder zu stornieren oder ein Hotel gestellt zu kriegen, um morgen aufs Neue darauf zu warten, dass der Streik ein Ende findet. Wir stellen uns erstmal bei Aerolineas Argentinas an, deren Personal nicht streikt und schaffen es, Tickets für einen Flug um 21 Uhr zu ergattern &#8211; allerdings erst, nachdem das IT-System wieder läuft, das zwischendurch für ein paar Stunden abgestürzt. Nachdem alles sicher ist, und alle Fragen auch zum Around-The-World-Ticket der Schweizerin geklärt sind, lassen wir unsere LAN Tickets stornieren und kommen schließlich gegen 1:00 Uhr nachts in Buenos Aires an.</p>


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		<title>Trekking in Torres del Paine</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 23:39:33 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<h3 style="text-align: left;">03.11.2009 &#8211; 04.11.2009 Torres del Paine</h3>
<p style="text-align: left;"> </p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4084318428/in/set-72157622755871744"><img title="Cuernos del Paine im Parque Nacional Torres del Paine" src="http://farm3.static.flickr.com/2657/4084318428_4aba86e38e.jpg" alt="Parque Nacional Torres del Paine" width="500" height="375" /></a><p class="wp-caption-text">Cuernos del Paine im Parque Nacional Torres del Paine</p></div>
<p style="text-align: left;">Um 6:15 Uhr reißt mich das Handy unsanft aus meinem durch Schnarcher gestörten Schlaf: Es ist Zeit aufzustehen, um den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Torres_del_Paine" target="_blank">Nationalpark Torres del Paine</a> zu besuchen. Der Bus hat sich für 7:30 Uhr angekündigt, so dass wenigstens noch genug Zeit bleibt, das Gepäck zuendezupacken und gemütlich zu frühstücken.</p>
<p style="text-align: left;">Durch meine Reservation noch an Bord der Fähre &#8211; mobilem Internet sei Dank &#8211; konnte ich am Vortag noch ein Bett im Hostel <a href="http://www.erraticrock.com" target="_blank">Erratic Rock</a> ergattern und checkte dort gegen Mittag ein. Im Hostel wurden wir gleich freundlich vom Hausherrn begrüßt und konnten endlich mal wieder echten Kaffee genießen &#8211; kostenlos. Nachdem wir mit einem kleinen Grüppchen zu Mittag gegessen hatten, stand auch schon ein Termin auf dem Programm, nämlich eine Informationsveranstaltung zum Parque Nacional Torres del Paine: Welches Klima herrsche (von allem etwas), was mitzubringen sei, wie man die schönsten Punkte des Parkes erreichen könnte, wie der Transport funktioniert undsoweiterundsofort. Nach einer Stunde geballter Informationen ging ich somit nach nebenan, zum Ausrüstungsverleih und lieh mir Gehstöcke. Mehr brauchte ich nicht, da ich mich gegen Camping und für die Unterkunft in einem Refugio, einer im Park befindlichen Unterkunft entschieden hatte. Abends packte ich dann noch bis 1 Uhr nachts die nötigsten Dinge ein und ging ins Bett.</p>
<p style="text-align: left;">So reib ich mir also in der gefühlten Schwärze der Nacht den Schlaf aus den Augen, zieh mich an und pack das restliche Gepäck zusammen. Dann geht&#8217;s runter zum Frühstück, wo schon Bill, der Hausherr, mit selbstgebackenem Brot, frischem Kaffee, Marmelade und Joghurt auf die in den Park abfahrenden Gäste wartet. Das Brot ist eine spezielle Kreation von ihm: Erdnussbutter, Schokolade, Kaffee und Banane sind wohl die Hauptbestandteile und es schmeckt sensationell. Leider hat er für jeden nur eine Scheibe, den Rest des Hungers muss ich mit Toast und Cornflakes stillen.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 250px"><a title="Torres del Paine by bastiand, on Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4083528359/"><img src="http://farm3.static.flickr.com/2591/4083528359_edba9f45fd_m.jpg" alt="Torres del Paine" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Patagonische Landschaften auf dem Weg nach Torres del Paine</p></div>
<p style="text-align: left;">Als der Bus um 7:30 Uhr vorfährt sind wir die letzten, die restlichen Plätze sind schon besetzt &#8211; die anderen mußten also noch früher aufstehen. Die Fahrt zum Park führt durch wunderschön anzuschauende ewig weite Steppen auf denen Pferde und Schafe grasen. Die Lämmer jagen ängstlich zu ihren Eltern als der Bus vorbeifährt, von der Straße nur durch einen winzigen, aus 70cm hohen dünnen Holzstöcken gebauten Zaun getrennt, dessen rotes Tor sich deutlich vom sich endlos hinziehenden Grün der Weideflächen absetzt. Am Horizont ragen schneebekränzte Gipfel in die Höhe, an der Straße und auf der Steppe verstreut zeigen sich vereinzelt Holzhäuschen, vor denen Pferde, am Zaun angebunden, versuchen, der Steppe ihr Gras zu entreißen. Ein Mitreisender macht das entgegengesetzte: Zweimal müssen wir halten, da ihm durch die schaukelnde Busfahrt über Schotterpisten schlecht geworden ist und er sich übergeben muss.</p>
<p style="text-align: left;">Als wir uns dem Nationalpark nach ungefähr 2 Stunden Fahrt nähern, begrüßen uns unter blauem Himmel, von Wolken umkränzt, die Torres del Paine: bizarr anmutende, spitze Berge, die wie Dolche aus dem Gebirgsmassiv hervorstechen. Diese sind auch die Namensgeber des Nationalparks, der als einer der eindrucksvollsten in Lateinamerika gilt.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/eoino/59439951/"><img title="Torres del Paine" src="http://farm1.static.flickr.com/28/59439951_ae586d907f_m.jpg" alt="Die Torres del Paine" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Die Torres del Paine</p></div>
<p style="text-align: left;">Am Parkeingang müssen wir zunächst eine Wanderkarte kaufen, die zum Parkeintritt berechtigt. Diese Karte ist eindrucksvoll detailliert: Höhenlinien und Wanderzeiten zwischen verschiedenen Wegpunkten sind aufgeführt. Danach gilt es dann, den richtigen Bus zum eigentlichen Einstieg zu nehmen: Wandert man das &#8220;W&#8221;, die beliebteste Strecke mit allen Highlights, gegen den Uhrzeigersinn, so sind die Torres del Paine der Beginn, ansonsten ist der nächste Stop ein See, der per Katamaran überquert werden kann und somit die Ost-West Verbindung darstellt.</p>
<p style="text-align: left;">Da ich mich für den Uhrzeigersinn entschieden habe, besteige ich den Bus zum Katamaran, der sodann die 38km durch atemberaubende Landschaft zurücklegt: Türkisblaue Lagunen über denen sich mächtige Gebirgsmassive, die Cuernos del Paine erheben. Auf den Bergen schimmern blaue Gletscher und am Straßenrand und dem angrenzenden Land grasen gelangweilt, nicht im mindesten von den Autos eingeschüchtert, Guanakos.</p>
<p style="text-align: left;">Als wir den Bus verlassen haben wir noch eine Stunde Zeit bis der Katamaran fährt. Da es aber in direkter Nähe einen Wasserfall zu besichtigen gibt, begeben wir uns auf eine kleine, halbstündige Wanderschaft, schießen ein Foto und kehren zurück. Inzwischen ist auch der Katamaran angekommen und wir gehen an Bord. Kurz bevor das Boot ablegt werden wir Zeugen des verzweifelten Sprints derjenigen, die am Wasserfall die Zeit vergessen haben und nun versuchen, den Katamaran doch noch rechtzeitig zu erreichen. Es klappt.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/4083614875/"><img title="Grey-Gletscher" src="http://farm3.static.flickr.com/2677/4083614875_c3f599acc2_m.jpg" alt="Der Gletscher Grey" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Der Gletscher Grey</p></div>
<p style="text-align: left;">Die halbstündige Fahrt im Katamaran über die türkisblauen Wasser des Lago Pehoe erfolgt ohne Zwischenfälle und nachdem ich Schlafsack und die meisten Lebensmittel im Refugio auf meinem Bett deponiert habe, geht es los mit der Wanderung zum Gletscher Grey. Während zunächst die Sonne das Wandern begünstigt und nach ein paar Stunden spektakuläre Ausblicke auf den Gletscher samt vorgelagerten See bietet, ist der Rückweg nicht so erbaulich: Das vom Hielo del Sur produzierte Wetter hat wiedereinmal umgeschlagen und dicke Regentropfen, glücklicherweise nur wenige, versüßen die spätere Ankunft im Refugio, wo ein prasselndes Kaminfeuer zum Aufwärmen brennt und eine warme Mahlzeit geordert werden kann.</p>
<p style="text-align: left;">Am nächsten Tag stehe ich früh auf, um mir das Valle del Frances, das Franzosental, anzuschauen. Normalerweise der schönste Teil des Parkes schaue ich in freudiger Erwartung aus dem Fenster, werde allerdings arg enttäuscht. Draußen wütet ein Schneesturm, glücklicherweise nur mit kleinen Flocken, aber dennoch sieht das ganze ziemlich unangenehm aus. Aber da der Park ja ständig sein Wetter wechselt, traue ich mich raus auf den Pfad hin zum Valle del Frances.</p>
<p style="text-align: left;">Nach 4 Stunden Schneesturm, mit zeitweise schönem Ausblick auf den Gletscher am Ende des Tals, teilweiser Sicht auf die Berge, die das Tal säumen und wandern im bis zu 7cm tiefen Schnee, entscheide ich mich zurückzukehren. Als ich gerade 20min gegangen bin höre ich ein Donnern: Eine Lawine hat sich auf dem Berg am Ende des Tals gelöst. Das Geräusch der vierten Lawine erschreckt mich schon gar nicht mehr, als ich mich aber umdrehe, sehe ich, wie sich die Schneemassen über den Gletscher ergießen, Meter für Meter bedecken und in einer riesigen Schneewolke enden. Eindrucksvoll&#8230;</p>
<p style="text-align: left;">
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</p>
<p style="text-align: left;">Als ich nachmittags zurück bin, schneit es immer noch stark und ich überbrücke die Zeit bis zur Rückfahrt des Katamarans mit heißem Moccaccino bis ich abends um 22 Uhr wieder im Hostel ankomme und mich ins Bett werfe. Am nächsten Tag habe ich nichts eingeplant, ein Ruhetag, aber für den Tag darauf steht die 12-stündige Busfahrt nach Ushuaia auf Feuerland, der letzten größeren Siedlung nördlich der Antarktis, an.</p>


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		<title>Fotos von der Navimag Fährfahrt</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 17:12:22 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<h3 style="text-align: left;">Puerto Montt &#8211; Puerto Natales</h3>
<p style="text-align: left;"><strong>30.10.2009 &#8211; 02.11.2009</strong></p>
<p style="text-align: left;"> </p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/41479766@N00/381206935/"><img title="Osorno" src="http://farm1.static.flickr.com/151/381206935_0c3029006a_m.jpg" alt="Der Vulkan Osorno" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Der Vulkan Osorno</p></div>
<p style="text-align: left;">Die Sonne scheint! Als ich aufwache, traue ich meinen Augen kaum: blauer Himmel, die Sonne strahlt vom Firmament, ein frischer Wind umweht die Bäume vor dem Haus. Auf der anderen Seite des Wassers des Lago Llanquihue erhebt sich majestätisch der Vulkan Osorno aus dem See, ein konisch perfekt geformter Vulkan, dessen schneebedeckter Gipfel von Puderzucker überschüttet scheint. Es ist der erste Vulkan, den ich in der Seenregion sehe, und nun verstehe ich, warum diese majestätischen Feuerspucker so faszinieren. In einem Krater endende Berge, die allein durch ihre Präsenz spektakulär ihre umliegende Landschaft prägen, mal eine stumme Drohung an den fernen Betrachter aussendend, mal mit Lavaströmen ihr Umland für immer verändernd.</p>
<p style="text-align: left;">Den Vulkan im Rücken, verlassen Oliver, ein Mitreisender auf der Navimag, und ich Puerto Varas im Regionalbus. Nach einer kurzen Fahrt kommen wir in Puerto Montt an, wo die Fähre im Hintergrund schon bereitsteht, Autos und Passagiere aufzunehmen. Nachdem wir eingecheckt haben, lassen wir das Gepäck dort, damit es vom Fährpersonal in die Kabinen gebracht werden kann. Ich habe Glück: Statt einem Raum mit 20 Betten oder Betten im Gang bekommen Oliver und ich ein Upgrade: 4-Bett Innenzimmer. Auch andere bekommen Upgrades, eine Schweizerin, die vorher ein 4-Bett Innenzimmer hatte, ist jetzt in einer 4-Bett Außenkabine.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/73251518@N00/120992194/"><img title="Navimag" src="http://farm1.static.flickr.com/43/120992194_2d4c155f18_m.jpg" alt="Die Navimag Fähre" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Die Navimag Fähre</p></div>
<p style="text-align: left;">Die Kabinen sind schockierend klein: Auf den vielleicht 6m², mit großen Fächern für Rucksäcke oder persönliche Dinge, befinden sich zwei Doppelstockbetten in der Kabine, nur getrennt durch einen schmalen 50cm breiten Gang. Die Betten haben allerdings Vorhänge, so dass ein Minimum von Privatsphäre möglich ist. Duschen und Toiletten befinden sich außerhalb und werden sich mit anderen Kabinen geteilt.</p>
<p style="text-align: left;">In meiner Kabine sind noch zwei weitere Individualreisende, ein Kanadier und ein Israeli. Nachdem wir alle unsere Sachen in die Spinde eingeräumt haben, folgt die Sicherheitsbelehrung und Information über die Reiseroute im Essensraum. Danach laufen wir aus und lassen Puerto Montt hinter uns. Die Fähre scheint bei dieser Überfahrt ein reiner Touristendampfer zu sein. Sicherlich zwei Drittel der Passagiere sind Deutsche oder Schweizer, zwischendurch ein paar Spanier, Engländer, Amerikaner und Australier. Chilenen oder Südamerikaner sind praktisch nicht an Bord, Autos oder Laster auch nicht.</p>
<p style="text-align: left;">Während wir Passagiere uns noch mit dem Schiff bekannt machen, uns verlaufen, die Kabine nicht wiederfinden und zurechtzufinden versuchen, präsentieren sich auf einmal in der Ferne die schneebedeckten Vulkane Osorno und Calbuco, während die Fähre unbeirrt ihrer Route gen Süden folgt.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/23276991@N00/897335977/"><img title="Patagonien" src="http://farm2.static.flickr.com/1013/897335977_48e82ca3d2_m.jpg" alt="Irgendwo in Patagonien" width="240" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Irgendwo in Patagonien</p></div>
<p style="text-align: left;">Wir sind auf dem Weg in den Süden Patagoniens, jenes geheimnisumwehten Landstriches, der sich über den Süden Argentiniens und Chiles erstreckt und der Legende nach seinen Namen von Magellán, dem Weltumsegler, erhielt. Der Name bedeutet übersetzt &#8220;Große Füße&#8221;: Gemäß dem Reisebericht Magelláns bevölkerten 3m große Riesen dieses Land, hiermit dürften wohl die großen Eingeborenen gemeint gewesen sein, die durchaus auch 1,80m groß wurden &#8211; für einen 1,50m großen Südeuropäer vielleicht ein wenig viel. In Patagonien ist das Ende der Welt, jenseits erstreckt sich nur noch die Antarktis mit ihrer Handvoll Forschungsstationen. Das berüchtigte Kap Hoorn befindet sich hier, jener Punkt, wo sich atlantischer und pazifischer Ozean treffen. Feuerland, diese Inselgruppe, die ihren Namen durch spanische Segler erhielt, die die Feuer der eingeborenen auf der Insel sahen. Torres del Paine, der eindrucksvollste Nationalpark Südamerikas lädt zum Besuch ein und argentinische Gauchos treiben Rinder und Schafe über die öden Steppen des argentinischen Teils der Provinz. Der Gletscher Perito Moreno und das Eisfeld des Südens in Chile legen Zeugnis ab über die Entstehung der chilenischen Fjordlandschaft und über den Effekt des Klimawandels auf die Gletschers. Man könnte wahrscheinlich Jahre in Patagonien zubringen, ohne alles zu sehen.</p>
<p style="text-align: left;">Die Fähre fährt zunächst an Chiloé vorbei, dann geht es in direkter Linie in den Süden. Abends vertreiben wir uns an Bord die Zeit mit Kartenspielen, bis wir müde ins Bett fallen.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/rogersmith/347358327/"><img title="Kiwi" src="http://farm1.static.flickr.com/145/347358327_d17e8d743f_m_d.jpg" alt="Kiwi" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Kiwi</p></div>
<p style="text-align: left;">Um 7:30 Uhr morgens stehe ich auf &#8211; da ich in einer Innenkabine einquartiert bin, gibt es weder Lüftung noch natürliches Licht. Als ich den noch leeren Speisesaal betrete, scheint die Sonne durch die Fenster, und die die Fjorde säumenden Berge zeigen sich unter blauem Himmel im morgendlichen Licht. Nach und nach kommen andere Mitreisende in die Messe, Frühstückszeit ist von 8:00 Uhr &#8211; 9:00 Uhr.</p>
<p style="text-align: left;">Die Mahlzeiten an Bord sind großzügig, reichhaltig und abwechslungsreich. Stets gibt es Kiwis und Bananen, zum Frühstück Joghurt, Brötchen, Marmelade, Aufschnitt, Säfte, Instantkaffee, Tee und vieles mehr. Isst man keine Meerestiere, versorgt einen die Kombüse bei Mittag- und Abendessen mit vegetarischer Kost. Dies ist aber gar nicht so häufig nötig, am ersten Tag gibt&#8217;s zum Abendessen zwar Lachs, am Samstag aber Rindfleisch mit Kartoffelpü und abends dann Spaghetti Bolognese &#8211; stets mit Salat und Vorsuppe. Wahrscheinlich esse ich hier auf dem Schiff regelmäßiger als irgendwo sonst in den vorherigen 7 Monaten.</p>
<p style="text-align: left;">Das Wetter hält den ganzen Tag was es verspricht: Die Sonne strahlt munter auf die beeindruckende Fjordlandschaft bis wir am Spätnachmittag den offenen Pazifik erreichen. Dies macht sich durch stärkeren Seegang bemerkbar, der auf einige Mitreisende interessante Auswirkungen hat. Auch wenn wir nur Wellen bis zu 3m Höhe haben, schaukelt das Schiff merkbar mit Wellen und Wogen und es werden eifrigst Tabletten gegen Seekrankheit konsumiert. Ich selbst genieße Wellengang ja eher, auch wenn ich nachts Probleme mit dem Einschlafen habe &#8211; es war wohl keine gute Idee, kurz vor dem Abendessen noch ein Nickerchen zu machen.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/58117789@N00/2131688520/"><img title="Fjordlandschaft" src="http://farm3.static.flickr.com/2141/2131688520_93cfc3f4cf_m_d.jpg" alt="Chilenischer Fjorden" width="240" height="160" /></a><p class="wp-caption-text">Chilenischer Fjorden</p></div>
<p style="text-align: left;">Den nächsten Morgen habe ich für eine Dusche vorgemerkt. Aus Wassersparmaßnahmen muss man etwa alle fünf Sekunden den Wasserknopf neu drücken, aber das Wasser ist warm. Danach wartet wieder ein ausführliches Frühstück.</p>
<p style="text-align: left;">Danach wird das Tagesprogramm verkündet: Wir werden in Puerto Eden halten und den Gletscher Pio XI ansteuern. Dieser Gletscher ist Teil des Hielo del Sur, der größten zusammenhängenden Eisfläche außerhalb der Antarktis und doppelt so groß wie die chilenische Hauptstadt Santiago.</p>
<p style="text-align: left;">
<div id="attachment_560" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://doetsch.info/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/gletscher.jpg" rel="lightbox[554]"><img class="size-full wp-image-560" title="gletscher" src="http://doetsch.info/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/gletscher.jpg" alt="Ich vor dem Gletscher Pio XI" width="200" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Ich vor dem Gletscher Pio XI</p></div>
<p>Als wir dann nachmittags Fahrt den Gletscher ansteuern haben wir Sonnenschein, dennoch peitscht ein eisiger Wind das Schiff, so dass ohne Handschuhe und Mütze ein Aufenthalt auf Deck nicht möglich ist &#8211; das riesige chilenische Festlandeis erzeugt sein eigenes, frostiges Klima. So nähern wir uns dem Gletscher immer stärker an, und was zunächst nur ein kleiner weiß-blauer Fleck am Horizont ist wächst zu einer imposanten Eiswand heran, an die wir uns auf wenige Meter annähern bis die Fähre abdreht. An Deck stapeln sich die Passagiere förmlich, um sich als Hobbyfotografen hervorzutun. Es entsteht ein regelrechtes System des Vorlassens, damit sich jeder mal mit dem Gletscher als Hintergrund fotografieren lassen kann.</p>
<p style="text-align: left;">Später am Abend steht dann die sogenannte Bingo-Party auf dem Programm, wo es ein paar Weine und eine Jacke zu gewinnen gibt. Leider gehe ich leer aus&#8230; Danach ist eine Tanzparty zu lateinamerikanischen Rhythmen angesetzt, es werden allerdings fast nur Samba und Reggaeton gespielt, die von mir bevorzugte Salsa hat nur einen Gastauftritt von drei Minuten. Insgesamt kommt aber nicht richtig Feierstimmung auf, nur ein paar sehr hartgesottene halten bis zum Schluss um 2 Uhr nachts durch und lärmen danach in den Gängen der Kajüten, damit auch ja alle anderen aufwachen&#8230;</p>
<p style="text-align: left;">Der nächste Tag hält nur die Ankunft in Puerto Natales und eine sehr enge Fjordausfahrt bereit: 80m breit ist sie kaum breiter als das Schiff, die Ufer scheinen zum Greifen nahe. Und bei Sonnenschein legen wir schließlich vormittags gegen 11 Uhr in Puerto Natales an, eilen vom Boot und versuchen ein Bett in einem Hostel zu ergattern.</p>


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		<title>Zu Füßen des Vulkans Osorno</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 21:22:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[28.10.2009 &#8211; 30.10.2009, Puerto Varas, Chile photo credit: nachX Im Bus von Castro nach Puerto Varas reserviere ich per Internet und Telefon ein Bett im Hostel Compass del Sur. Bei meiner Ankunft um 20:30 Uhr in Puerto Varas regnet es selbstverständliche und ich mache mich, beladen mit meinen zwei Rucksäcken, auf den 15 minütigen Fußweg [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<h3 style="text-align: left;">28.10.2009 &#8211; 30.10.2009, Puerto Varas, Chile</h3>
<p style="text-align: left;"><a title="Postal" href="http://www.flickr.com/photos/41479766@N00/2229768474/" target="_blank"><img style="border: 2px solid black; margin: 15px;" src="http://farm3.static.flickr.com/2087/2229768474_af35ecce94_m.jpg" border="0" alt="Postal" width="240" height="135" /></a><br />
 <small><a title="Attribution-NonCommercial-ShareAlike License" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank"><img src="http://doetsch.info/wordpress/wp-content/plugins/photo-dropper/images/cc.png" border="0" alt="Creative Commons License" width="16" height="16" align="absmiddle" /></a> <a href="http://www.photodropper.com/photos/" target="_blank">photo</a> credit: <a title="nachX" href="http://www.flickr.com/photos/41479766@N00/2229768474/" target="_blank">nachX</a></small></p>
<p style="text-align: left;">Im Bus von Castro nach Puerto Varas reserviere ich per Internet und Telefon ein Bett im Hostel Compass del Sur. Bei meiner Ankunft um 20:30 Uhr in Puerto Varas regnet es selbstverständliche und ich mache mich, beladen mit meinen zwei Rucksäcken, auf den 15 minütigen Fußweg zum Hostal, über Treppenstufen einen Hügel hinauf, an schwedisch erscheinenden Häusern vorbei bis hin zum Eingang des Hostels, dessen Tür mir von zwei älteren Kolumbianerinnen, die ebenfalls dort wohnen, geöffnet wird.</p>
<p style="text-align: left;">Ich werde von Gisela, einer Chilenin aus Frutillar, begrüßt, und als sie mir mein Zimmer zeigt, schreit auf einmal eine junge Frauenstimme vom Dachboden herunter, dass sie Deutsch spräche: Jaqueline, die im Hostel arbeitet und aus Münster kommt. Ich schleiche an diesem Abend allerdings nur noch in mein Zimmer und gehe früh ins Bett. Übers Internet erhalte ich gute Nachrichten &#8211; Daniela, meine Ex-Spanischlehrerin aus Valparaíso wird am nächsten Tag in Puerto Montt, der Hauptstadt der Provinz, 20 Minuten von Puerto Varas entfernt gelegen, ankommen. Wir vereinbaren, dass wir uns am naechsten Tag treffen.</p>
<p style="text-align: left;">Am nächsten Morgen darf ich das hervorragende Frühstück des Hostels genießen. Während ich gemütlich die warmen Brötchen mit Marmelade esse, unterhalte ich mich mit ein paar Australiern und einer Italienerin und als ich danach meine Sachen für einen Zimmerwechsel zusammengepackt habe, schlägt mir eine weitere Mitarbeiterin, Maria-José, vor, ich solle doch mal nach Frutillar fahren.</p>
<p style="text-align: left;">Angekommen in Frutillar fängt es selbstverständlich an zu regnen, glücklicherweise allerdings nur schwach. Dieser Ort wirkt wie eine deutsche Kolonie: Es gibt ein Restaurant &#8220;Seeblick&#8221;, &#8220;Guten Appetit&#8221;, auf den Speisekarten stehen Kuchen und Waffeln und als ich die Straßen entlangwandere, sprechen mich zwei alte Damen an: Ob ich Deutsch spräche, was ich hier täte, usw. Sie seien Nachfahren deutscher Einwanderer erzählten sie mir in fast perfektem, aber akzentuierten Deutsch, immer wieder ins Spanische zurückfallend, wenn ein Wort fehlte. Ich schaue mich noch kurz ein wenig um, danach kehre ich allerdings schon zurück nach Puerto Varas, um mit Dani zu telefonieren.</p>
<p style="text-align: left;">Mit Dani vereinbare ich zunächst, dass sie mit einem Freund von Puerto Montt nach Puerto Varas kommt. Als wir uns dann am Abend treffen, besuchen wir noch eine Pizzeria und eine Bar, danach kehren die beiden zurück nach Puerto Montt. Bei meiner Rückkehr ins Hostel überredet mich Jaqueline noch, zusammen mit ihr, einem anderen Deutschen, ihrem Chef und einem Freund ihres Chefs noch ein wenig auszugehen. Interessanterweise landen wir in der gleichen Pizzeria, der gleichen Bar und bleiben dort dann noch ein wenig. Es ist der sehr frühe Morgen des 30.10.2009, dem Tag an dem die Fähre in den Süden Patagoniens geht, als ich schließlich ins Bett gehe.</p>


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		<title>Land des Regens, Land der Stürme</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 21:10:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<h3 style="text-align: left;">26.10.2009 &#8211; 28.10.2009 Castro, Chiloé, Chile</h3>
<p style="text-align: left;">
<div id="attachment_546" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://doetsch.info/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/IMG_1470.JPG" rel="lightbox[545]"><img class="size-medium wp-image-546" title="Panorama Castro" src="http://doetsch.info/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/IMG_1470-300x225.jpg" alt="Castro" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Castro</p></div>
<p>
Regen: Sprühregen, Nieselregen, dicke Tropfen, kleine Tropfen, gewürzt mit mal schwachen, mal starken Böen. Dunkles Grau wechselt sich ab mit hellem Grau, zwischendurch spendet die Sonne ein paar kostbare Strahlen von Frühlingswärme, aber schon wenige Sekunden später muss sie sich dann doch Wind und dem Wetter-Phänomen El Niño geschlagen geben. Wolken jagen in irrwitziger Geschwindigkeit über den Himmel, türmen sich auf, begießen das tiefgrüne, fruchtbare Land und die Felder mit Niederschlägen. Die Insel Chiloé ist bekannt für dieses Wetter, dessen Harschheit Chiloé zum Armenhaus Chiles gemacht hat: einige vorgelagerte Inseln haben bis heute keinen Strom, die Menschen leben von Fischfang und Ackerbau, Viehwirtschaft und seit kurzer Zeit vom Tourismus.</p>
<p>Die Menschen hier in Castro scheint das alles nicht wirklich zu stören: Vor mir, auf der Straße, erledigt eine alte Frau seelenruhig ihre Einkäufe, ohne Regenschirm, Regenjacke oder sonstigen Schutz vor den Elementen, gutgelaunt, gemächlich. Im Zentrum der Stadt sammeln sich Jugendliche auf dem zentralen Platz, spielen gelangweilt mit ihren Handys, unterhalten sich mit Freunden oder probieren neue Stunts mit ihren Skateboards. Freundlich und ehrlich sind die Menschen hier, als ich im Restaurant Wildschwein (Jabalí) auf der Karte entdecke und bestelle, rät mir der Kellner davon ab &#8211; das Fleisch sei sehr zäh, er könne es nicht empfehlen. Es sei leider sehr schwer, zu dieser Zeit des Jahres, frisches, gutes Wildschweinfleisch zu bekommen. Ich esse stattdessen einen zarten Rehrücken guter Qualität für einen lächerlich niedrigen Preis.</p>
<p>Das Hostal Cordillera, in dem ich unterkomme ist heimelig: Wohnzimmer mit Kamin und Pudel, dessen Lieblingsbeschaeftigung das Sitzen auf der Sessellehne ist, von wo aus er die vor dem Haus vorbeiführende Straße bestens beobachten kann. Im Kamin glühen knisternd Holzscheite, spenden Wärme für Wohnzimmer und Küche. Auch im zweiten Stock wird mit Kamin geheizt, ein kleiner Holzkaminofen bollert Tag für Tag, Nacht für Nacht und erhitzt die sich dort befindlichen Zimmer und Dormitories. Die Hausherrin ist herzlich, bietet ihren Kaffee, endlich mal echter, kein Instant-Kaffee, an und unterstützt bei Fragen. Eine so herzliche und familiäre Atmosphäre habe ich in noch keinem Hostel erlebt. Ebenfalls dort untergekommen sind zwei Amerikaner, ein paar Schweizer und eine Deutsche. Die Amerikaner versuchen am nächsten Tag, dem Montag, ihr Glück im Nationalpark, aber als sie Stunden später bis auf die Haut durchnässt wiederkommen, sprechen sie von einem Fiasko: Keine Tiere, da diese dem Regen in ihre Höhlen, Nester und Bauten entflohen sind. Stattdessen Matsch und Regen, Sturm und Böen. Es war eine gute Entscheidung, das Hostal nicht zu verlassen, auch wenn ein Tag im Hostel sehr lang sein kann.</p>
<p>Am nächsten Morgen klart der Himmel auf und die Morgensonne taucht die Frühstückstische in Wärme und Licht. Somit steht einem Besuch des Ortes Achao mit seiner Kirche nichts entgegen. Es ist Dienstag, der 27.10.2009. Zusammen mit der Deutschen, nehme ich einen örtlichen Bus, dieser fährt, vorbei an den für Chiloé typischen Palafitos, den Pfahlhäusern, Richtung Norden zur Küste, setzt mittels kurzer Fährfahrt auf die Insel über und kommt schließlich, nach weiteren 10 Minuten Fahrt, in Achao an. Inzwischen hat leider das Wetter umgeschlagen und das mir so wohlbekannte Wetter zeigt sich: Böige Winde mit Sprühregen peitschen durch die Straßen auch dieser Stadt. Als wir an der vollständig aus Holz errichteten Kirche ankommen, stehen schon zwei ratlos erscheinende Nonnen vor der Tür. In kleiner Schrift hängt dort ein Zettel: &#8220;Dienstags geschlossen&#8221;. Wir versuchen noch einen Kaffee zu ergattern, aber außer dem nirgendwo geliebten, aber überall genutzten und verbreiteten Instantkaffee läßt sich nichts finden. Wir verzichten auf den Kaffee und nehmen den Bus zurück nach Castro, wo im Hostel frischer Kaffee auf uns wartet.</p>
<p>Der Mittwoch ist der letzte Tag im regnerischen Chiloé: Nachmittags besteige ich den von Cruz del Sur betriebenen Reisebus, um die nächsten zwei Tage in Puerto Varas zuzubringen.</p>


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		<title>Herbststürme im Frühling</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 16:39:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><a title="Vulcão Villarica, vista de Pucón" href="http://www.flickr.com/photos/87677088@N00/3188864684/" target="_blank"><img class="alignright" style="border: 2px solid black; margin: 15px;" title="Lago Villarica und Vulkan Villarica" src="http://farm4.static.flickr.com/3339/3188864684_de9f97b13e_m.jpg" border="0" alt="Vulcão Villarica, vista de Pucón" width="240" height="180" /></a><small><a title="Andrecx" href="http://www.flickr.com/photos/87677088@N00/3188864684/" target="_blank"></a></small></p>
<p style="text-align: left;">Pucón: Dieses kleine Dörfchen bringt ob seiner landschaftlich herausragenden Lage die Mehrzahl der Touristen und Einheimischen zum Schwärmen. Wo gibt es schon einen aktiven Vulkan zu sehen, der direkt an einem See gelegen ist, die meiste Zeit des Tages Rauch ausspuckt und des nächstens gelegentlich vor sich hin glüht und den Abendhimmel in ein surreales rotes Farbenmeer taucht? So wird der Ort regelmäßig als Höhepunkt der chilenischen Provinz Los Lagos, der &#8220;Seen&#8221;-Provinz angepriesen, lediglich die immer zahlreicher auftauchenden Touristen seien nicht jedermanns Sache.</p>
<p style="text-align: left;">Soweit mein Wissensstand über Pucón, bevor ich ankam. Auf Höhe von Chillán fing es an zu regnen, regelrechte Flüsse tropften die Busscheiben hinab und der Himmel zeigte sich in einem einheitlichen Hamburger Grau: Es machten sich Heimatgefühle in mir breit&#8230; Am Straßenrand Felder und Wiesen in sattem Grün, grasende Holsteiner Kühe oder Schafe und dazu dieses nasskalte, windige Klima. Es wunderte mich nicht mehr, warum Chile einst in Deutschland damit warb, dass deutsche Einwanderer sich sofort heimisch fühlen würden, kämen sie nur als Pioniere und Einwanderer nach Chile.</p>
<p style="text-align: left;">So näherten wir uns an Pucón an, der Regen wurde immer stärker, ebenso der Wind, und im Hintergrund plärrten die beiden Kleinkinder im Bus. Und als wir den Zwischenstopp in Villarica, einem kleinen Dorf einlegten, war vom Lago Villarica nichts, aber auch gar nichts zu sehen. Die gleiche Situation ereilte mich dann in Pucón: Vulkan? Welcher Vulkan? See? Welcher See? Nichts war zu sehen von den ach-so-spektakulären Landschaften, lediglich die an einen österreichischen Wintersportort erinnernde touristische Infrastruktur erstreckte sich vor mir im Regen. Das Hostel schien in der Nähe des Busbahnhofs gelegen, nach 30 Sekunden im strömenden Regen entschied ich mich aber doch dafür, ein Colectivo zu nehmen, dessen Route direkt am Hostel vorbeiführte. Als ich dann im Hostel Ecole ankam, bekam ich glücklicherweise noch ein günstiges Bett, zusammen in einem Raum mit einem Engländer, Jim, der schon länger da war und sich bitterlich über das Wetter beklagte, das anscheinend schon seit Tagen sehr schlecht war.</p>
<p style="text-align: left;"><a title="Muuuuuuuuca" href="http://www.flickr.com/photos/91988540@N00/1250049249/" target="_blank"><img class="alignleft" style="border: 2px solid black; margin: 15px;" src="http://farm2.static.flickr.com/1309/1250049249_7fcbb2bdfd_m.jpg" border="0" alt="Muuuuuuuuca" width="240" height="240" /></a><br />
 Da ich nach 11 Stunden recht hungrig war, ging es erstmal ins Chef Pato, ein italienisches Restaurant, wo ich dennoch erstmal eines der stets guten chilenischen Filetsteaks verdrückte. Im Hintergrund lief ein Fußballspiel zwischen Universidad de Chile und dem brasilianischen Verein Fluminense im Rahmen des Copa Nissan Suramérica, das per Beamer auf eine Leinwand produziert wurde. Nachdem Fluminense schon nach 15min ein Tor geschossen hatte und Universidad kein Land sah, ging ich zurück zum Hostel &#8211; später erfuhr ich, dass die Mannschaft aus Brasilien noch 2:1 gegen Santiago verlor. Zurück im Hostel unterhielt ich mich dann noch ein paar Stunden mit ein paar Iren und meinem englischen Mitbewohner bevor ich gegen 1 Uhr nachts ins Bett ging.</p>
<p style="text-align: left;">Am nächsten Morgen zeigte sich dann der Himmel im gleichen Grau wie am Vortag, der Wind peitschte nach wie vor durch die menschenleeren Straßen und Gassen und der Vulkan Villarica war weiterhin nicht zu sehen, da die Wolken nach wie vor fast den Boden küssten. Somit war die Entscheidung leicht: Ich verließ Pucón schon am Morgen nach meiner Ankunft in Richtung Valdivia, eine weitere mehrstündige Busfahrt erwartete mich. Glücklicherweise war das Wetter in Valdivia besser: Bei gelegentlichem Sprühregen und böigem Wind traute sich die valdivische Sonne zwischendurch immer mal wieder aus ihrem Versteck.</p>
<p style="text-align: left;">Valdivia ist benannt nach dem spanischem Conquistador Pedro Gutiérrez de Valdivia (ca. 1500-1553), der von der  spanischen Krone nach Südamerika geschickt, unter Pizarro die chilenischen Ureinwohner unterwarf. Hierbei gründete er unter anderem die Städte Santiago und Valdivia und wurde im Jahr 1549 erster spanisch-königlicher Gouverneur Chiles. Heutzutage ist die an drei Flüssen gelegene Stadt Valdivia, die auch gleichzeitig Namensgeber der Metropolregion Valdivia ist,  insbesondere für Kunstmann, das im angrenzenden Niebla gebraute Bier bekannt. Es ist schwierig, einen Chilenen zu treffen, der nicht begeistert von diesem Bier schwärmt, auch wenn es für meinen Geschmack zu viel Malz enthält.</p>
<p style="text-align: left;"><a title="Leutturm in Niebla" href="http://www.flickr.com/photos/17475693@N00/380898686/" target="_blank"><img class="alignright" style="border: 2px solid black; margin-right: 15px; margin-left: 15px;" title="Leuchtturm in Niebla" src="http://farm1.static.flickr.com/162/380898686_6d540b9089_m.jpg" border="0" alt="Solitario" width="180" height="240" /></a></p>
<p style="text-align: left;"><small><a title="NebulaskiN" href="http://www.flickr.com/photos/17475693@N00/380898686/" target="_blank"></a></small>Im Hostal in Valdivia traf ich sogleich eine weitere Deutsche, mit der ich mir dann am nächsten Tag Niebla, ein durch seeseitige Befestigungsanlagen geschütztes Dorf anschaute. Die Befestigungsanlagen waren allerdings nicht ausreichend, das von den Mapuche-Indianern geraubte Land dauerhaft zu halten. Erst 1861, lange nach der Unabhängigkeit Chiles, gelang es den Nachkommen der Conquistadores diesen Landstrich für sich zu beanspruchen und dem Widerstand der Mapuche standzuhalten. Abgesehen von einem Salsa-Club und Seelöwen an der Hafenmole hatte Valdivia allerdings nicht viel zu bieten, auch die angeblich sichtbaren deutschen Einflüsse auf die Architektur waren für mich nicht auszumachen.</p>
<p style="text-align: left;">Aus diesem Grund ging es dann gestern morgen weiter nach Süden, so dass ich nach 7 Stunden Busfahrt gen Süden nun den Norden Patagoniens erreicht habe. Zur Zeit bin ich in Castro auf Chiloé, der zweitgrößten Insel Südamerikas, die der Bus durch eine 20min Fährfahrt von Puerto Montt aus erreichte. Die Insel war lange abgeschieden vom Festland und entwickelte sich dadurch ein wenig anders als das von Einwanderern geprägte Festland Chiles: Mystische Wesen und Legenden von Hexen und Hexern prägen die hiesige Folklore. Für Touristen interessante Ausflugsziele sind hier z.B. die 150 Kirchen oder auch ein Nationalpark, in dem großer Artenreichtum an Vögeln herrscht, Füchse und Wölfe gesehen werden können und gewandert werden kann. Weiterhin gibt es auf Chiloé die in Chile sonst nicht verbreiteten Pfahlhäuser.</p>
<p style="text-align: left;">Falls der Regen morgen schwächer wird, stehen somit Kirchen und Pfahlhäuser auf dem Besuchsprogramm. Und danach geht&#8217;s dann nach Puerto Varas, bevor ich am Freitag die Navimag-Fähre in Puerto Montt nehmen werde.</p>


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		<title>Freier Fall in Mendoza</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Oct 2009 13:53:41 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/PKeIZsngABg&amp;hl=en&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/PKeIZsngABg&amp;hl=en&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object>
</p>
<p style="text-align: left;">Am Sonntag habe ich Santiago verlassen, wo ich ein paar wenige Tage Freunde besucht hatte. Vorher war ich noch in Valparaíso, dieser wunderschönen Stadt, gewesen und hatte ein paar Tage damit verbracht, meine Bekannten dort zu sehen und alles mögliche zu regeln, z.B. von Koffer auf Rucksack zu wechseln, um die Tour in den Süden in Angriff zu nehmen. Von Santiago ging es dann nach Mendoza, Argentinien mit dem Bus &#8211; eine 5 Stunden-Fahrt, wenn alles gut geht. Die Einreiseformalitäten waren jedenfalls schnell erledigt und Abends kam ich dann im Hostal Lagares an, das ich sehr empfehlen kann: Ein sehr hilfsbereites Personal mit sauberen und guten Einrichtungen sprechen für sich.</p>
<p style="text-align: left;">Nachdem ich mir einen Tipp für ein Abendessen geholt hatte, saß ich nun dort am Tisch, als mich auf einmal eine Touristin ansprach, ob ich Lust hätte, mich bei ihr (und 2 weiteren Touristinnen) an den Tisch zu setzen. Gesagt, getan, wie sich rausstellte war das eine bunt gemischte Truppe: Eine Japanerin, eine Finnin, eine Schweizerin und dann noch ich.</p>
<p style="text-align: left;">Bei der Unterhaltung, die sich dann entwickelte erfuhr ich natürlich von den weiteren Plänen der Mädels und beschloß spontan, mich ihnen in Mendoza anzuschließen. Nach dem mexikanischen Abendessen ging ich somit zur Hotelrezeption, um meinen Fallschirmsprung für den nächsten Tag zu buchen&#8230;</p>
<p style="text-align: left;">Am nächsten morgen wurden wir um 9 Uhr abgeholt, um im Umland von Mendoza den Skydive, bzw. Fallschirmsprung zu machen. Zunächst wurden wir unterwiesen, wie der Ausstieg aus dem Flugzeug funktioniere, wie die Landung funktioniere usw. Und dann durfte ich als schwerster der Gruppe auch schon als erster fliegen&#8230; Also ab in die Cessna (oder was auch immer für ein Modell das Flugzeug war) und erstmal 15min Höhe gewinnen &#8211; der Sprung sollte aus 3500m Höhe erfolgen.</p>
<p style="text-align: left;">Als wir dann die Höhe und Position erreicht hatten machte mein Tandempartner die Tür auf und im starken Gegenwind versuchte ich zu atmen und mich zu halten. Aber dann klopfte mir Adrian auf die Schulter und ab gings, ein Schritt in die Weite des Himmels, das Flugzeug drehte ab und wir fielen&#8230; 40, 45 Sekunden freier Fall. Traumhaft schön, und Adrenalin pur&#8230; Danach segelten wir dann gemütlich mit dem Fallschirm zum Grund&#8230; Der ganze Spaß wurde auch noch auf Video festgehalten (kommt in Kürze, lädt noch hoch).</p>
<p style="text-align: left;">Der folgende Tag war nicht ganz so spannend: Fahrradtour mit Führungen und Verkostungen durch die Weinanbaugebiete Mendozas, wo 70% des argentinischen Weins produziert wird. Interessant, aber nicht spektakulär.</p>
<p style="text-align: left;">Und gestern ging es schlussendlich zurück, statt der 5-6 Std. brauchte der Bus allerdings 10-11 Stunden, da wir, in Erinnerung an die innerdeutsche Grenze, 4-5 Stunden warten durften. Dadurch konnte ich auch den Bus nach Pucón gestern nicht mehr nehmen, so dass ich erst jetzt im Bus sitze.</p>
<p style="text-align: left;"> </p>
<p>
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		<pubDate>Mon, 12 Oct 2009 23:55:41 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><a title="Torres Time- 7:24:33" href="http://www.flickr.com/photos/54796359@N00/14137431/" target="_blank"><img src="http://farm1.static.flickr.com/13/14137431_e62ae37777_m.jpg" border="0" alt="Torres Time- 7:24:33" /></a><br />
 <small><a title="Attribution-NonCommercial License" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank"><img src="http://doetsch.info/wordpress/wp-content/plugins/photo-dropper/images/cc.png" border="0" alt="Creative Commons License" width="16" height="16" align="absmiddle" /></a> <a href="http://www.photodropper.com/photos/" target="_blank">photo</a> credit: <a title="bigeoino" href="http://www.flickr.com/photos/54796359@N00/14137431/" target="_blank">bigeoino</a></small></p>
<p style="text-align: left;"> </p>
<p style="text-align: left;">Habe mal ein wenig Planung betrieben, wo ich mich in den nächsten Wochen rumtreiben werde:</p>
<p style="text-align: left;">13.10. Santiago</p>
<p style="text-align: left;">18.10. Mendoza (Argentinien)</p>
<p style="text-align: left;">20.10. Pucón</p>
<p style="text-align: left;">22.10. Valdivia</p>
<p style="text-align: left;">23.10. Osorno</p>
<p style="text-align: left;">24.10. Bariloche</p>
<p style="text-align: left;">26.10. Puerto Montt</p>
<p style="text-align: left;">30.10. Navimag-Fähre für 4 Tage nach Puerto Natales</p>
<p style="text-align: left;">03.11. Parque Nacional de Torres del Paine</p>
<p style="text-align: left;">06.11. Punto Arenas</p>
<p style="text-align: left;">07.11. Ushuaia (Feuerland, Argentinien)</p>
<p style="text-align: left;">09.11. El Calafate (Perito Moreno, Argentinien)</p>
<p style="text-align: left;">&#8230;</p>
<p style="text-align: left;"> </p>
<p style="text-align: left;">So, mehr weiß ich noch nicht. Aber von dem, was ich bisher gehört habe, sind Pucón, Bariloche, Osorno-&gt;Bariloche, Navimag, Torres del Paine und Perito Moreno sehr beeindruckend. Vamos a ver&#8230;</p>
<p style="text-align: left;"> </p>
<p style="text-align: left;"><a title="me quedé pajarito" href="http://www.flickr.com/photos/21943179@N06/2914071021/" target="_blank"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3169/2914071021_666b250f4d_m.jpg" border="0" alt="me quedé pajarito" /></a><br />
 <small><a title="Attribution-NonCommercial-ShareAlike License" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank"><img src="http://doetsch.info/wordpress/wp-content/plugins/photo-dropper/images/cc.png" border="0" alt="Creative Commons License" width="16" height="16" align="absmiddle" /></a> <a href="http://www.photodropper.com/photos/" target="_blank">photo</a> credit: <a title="Ignacio Conejo" href="http://www.flickr.com/photos/21943179@N06/2914071021/" target="_blank">Ignacio Conejo</a></small></p>


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		<title>Chiles Norden</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 14:59:21 +0000</pubDate>
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<p style="text-align: left;"> </p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.flickr.com/photos/bastiandoetsch/sets/" target="_blank">Hier klicken fuer alle neuen Photos </a>(kann noch ein wenig dauern, bin im McCafe am hochladen&#8230;)</p>
<p style="text-align: left;">Schweren Herzens habe ich nun Kolumbien verlassen, um Chile, Argentinien und Uruguay kennenzulernen. Die Tage zuvor hatte ich verzweifelt versucht, ein günstiges Hostel in Calama aufzutreiben, jedoch ohne Erfolg. Letztendlich war ich dann glücklich, eine Reservierung in einem der wenigen Hotels ergattert zu haben, die mit $50 USD noch relativ günstig war.</p>
<p style="text-align: left;">Am 29.09. nehme ich also aus Bogotá den Flug nach Calama, mit 3-stündigem Zwischenstop in Santiago. Als ich am Flughafen ankomme, bringt mich auch sofort ein Taxi zum Hotel. Calama ist eine kleine, von einer Kupfermine geprägte Stadt, die ca. 120000 Einwohner hat. Nebenbei ist sie auch noch das Sprungbrett zu San Pedro de Atacama, dem Ausgangspunkt für viele Touren in die Atacama Wüste. Die sehr hilfsbereite Tamara des Hotels hilft mir zum einen, einen späten Bus nach San Pedro zu reservieren und ebenso meldet sie mich für die Führung der Chuquicamata Mine.</p>
<p style="text-align: left;">Dieser Minenkomplex ist einer der größten, wenn nicht der größte der Welt, allein die Chuquicamata ist 5km lang, 2km breit und 1km tief. Das Kupfer wird hier nicht unterirdisch sondern offen gefördert und unter der sengenden Wüstensonne fahren speziell dafür konstruierte Laster die Terassen und Serpentinen entlang &#8211; 40 Tonner, deren Reifen alleine $50000 USD pro Stück kosten und gerademal acht Monate halten. Da die Fahrerkabine auf der linken Seite ist, herrscht Linksverkehr &#8211; die Fahrer können auf der rechten Seite wegen der Größe der Laster nichts sehen. Das geförderte Kupfer ist mit ca. 0.8%-tigem Anteil im Gestein enthalten und wird durch einen Verfeinerungsprozeß gewonnen. So werden die Steine zunächst zermalmt, daraufhin werden die Kleinstpartikel in Wasserbädern mit Sauerstoff angereichert. Das Kupfer (und einige andere Metalle) steigt nun mit dem Sauerstoff a die Wasseroberfläche, wo es abgeschöpft werden kann. Schon durch diesen Prozess wird eine Reinheit von 97% erreicht, die durch Elektrolyse noch auf 99% verbessert wird. Das so gewonnene Kupfer ist der Exportschlager Chiles: Der immense Bedarf insbesondere der Halbleiter- und Elektronikindustrie in Asien hat den Kupferpreis in den Jahren vor der Finanzkrise explodieren lassen, und so lebt die chilenische Wirtschaft zu großen Teilen von der Kupferindustrie. Da das ganze Areal so abgelegen und die Arbeit hart ist, werden die Arbeiter für chilenische Verhältnisse sehr gut bezahlt: Ein Lastwagenfahrer erhält ca. $3000 USD pro Monat an Gehalt plus zusätzliche Leistungen wie kostenlose medizinische Versorgung, Übernahme der Studiengebühren für alle Kinder an jedweder chilenischen Universität, also auch der Universidad de Chile und weiteres.</p>
<p style="text-align: left;">Nach der 1-stündigen Führung geht es dann zurück nach Calama, wo ich 2 Stunden später meinen Bus nach San Pedro de Atacama nehme. Glücklicherweise verläßt er Calama gegen 17:00 Uhr, so dass sich, während der Bus sich durch die trockenste Wüste der Welt quält, die die Wüste begrenzenden Berge im Licht der untergehenden Sonne in surrealen Farben präsentieren. Kurz darauf, gegen 19:30 Uhr komme ich in San Pedro an, wo schon Roberto vom Hostel Iquasi auf mich wartet und mich mit dem Auto zur Unterkunft fährt. Das Hostel ist einfach, hat aber warmes Wasser und mobiles Internet und saubere Betten. Da nur wenig Gäste da sind, habe ich ein Mehrbettzimmer für mich, was ja auch mal ganz angenehm ist. Abends geben mir noch ein paar Briten Tips für die Touren bevor ich ins Bett gehe.</p>
<p style="text-align: left;">Am nächsten Tag mache ich mich auf den 10-minütigen Weg ins Zentrum von San Pedro, nicht ohne vorher Sonnencreme Faktor 30 aufzutragen &#8211; San Pedro ist auf 2600m Höhe und es regnet praktisch nie &#8211; die trockenste Region der Erde. Der Fußballplatz ist trotzdem grün &#8211; Kunstrasen macht es möglich. Die Stadt überlebt nur, weil sie in einer Oase der Atacama gelegen ist und von Touristen praktisch überrannt wird. So sprießen an jeder Ecke Reiseagenturen, Restaurants und Mini-Supermärkte aus dem Boden und insbesondere Deutsch und Französisch hört man an jeder Ecke. Nachdem ich nach einigem Suchen die Agentur finde, die mir von den Briten empfohlen wurde, reserviere ich für den Nachmittag eine Tour in das sogenannte Valle de la Luna, für den nächsten Tag 2 Touren und frühstücke erstmal.</p>
<p style="text-align: left;">Nachmittags treffen sich dann alle Tourteilnehmer um 15 Uhr vor der Agentur und ausgestattet mit Pullover, Wasser, Sonnencreme, Hut und Sonnenbrille geht es los. Zunächst besuchen wir das Valle de los Muertos (Death-Valley), das so heißt, weil dort wohl mal Menschenknochen gefunden wurden. Früher war die Route die Hauptroute nach San Pedro, inzwischen wurde die Strecke allerdings durch eine andere abgelöst. Die Landschaft ist beeindruckend: Unter der gleißenden Sonne erheben sich bizarre Fels-Salz-Formationen die an Bilder des Grand Canyon erinnern. Pflanzen haben schon längst aufgegeben hier zu leben, nicht mal Kakteen oder Gestrüpp sind zu sehen &#8211; ausschließlich Salzebenen, Felsen und Sand. Nachdem wir das Tal der Toten verlassen haben ist der nächste Stopp das Valle de la Luna, das Mondtal. Es heißt so, weil die Landschaft an den Mond erinnert: Auch hier erheben sich in beeindruckendster Weise Felsen und Berge, geformt aus Salz und Fels. Vereinzelt wachsen Salzkristalle aus dem Fels und von Vegetation fehlt jede Spur. Kurz vor dem Sonnenuntergang ersteigen wir eine Sanddüne, von wo aus wir einen grandiosen Blick auf die flankierenden Anden und das Tal haben. Als sich die Sonne vom Firmament verabschiedet taucht sie die Berge und das Tal in wunderschöne Farben &#8211; und mein Kamera-Akku gibt auf. Glücklicherweise leiht mir eine Amerikanerin für den einen oder anderen Schnappschuss ihre Kamera, in die ich dann meine Speicherkarte stecke&#8230; Danach geht es zurück, ich esse noch zu Abend und gehe dann ins Bett.</p>
<p style="text-align: left;">Die folgende Nacht soll nämlich kurz sein: Um 4 Uhr morgens hält der Tour-Bus vor dem Hotel, die Tour zu den Geysiren auf einer Hochebene beginnt. Da mir von einigen Leuten mitgeteilt wurde, dass das ganze eine frostige Angelegenheit mit Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt ist, trage ich, da ich ja keine Wintersachen mithabe, vier T-Shirts, 3 Pullover und eine Jacke &#8211; gut dass ich in den letzten Monaten ein wenig Gewicht verloren habe, so dass ich die Sachen angezogen bekomme&#8230; Ich steige also in den Bus, schlafe ein wenig und zwei Stunden später erreichen wir die Geysers de Tatio, die auf einer thermoaktiven Hochebene gelegen sind. Nebenbei ist es auch ein lokaler Streitpunkt, da die Energieindustrie ein Thermo-Kraftwerk bauen möchte, das allerdings wohl die Geysire verkümmern ließe und somit eine Touristenattraktion und die Natur stark beschädigen würde. Die Geysire selbst sind interessant: Bei -11°C sieht man überall aus dem Boden Dampf aufsteigen &#8211; aufgrund der Höhenlage reichen hier schon 85°C damit sich der Aggregatzustand des Wassers ändert. Zwischendurch spritzen immer mal Fontänen mit Wasser in die Höhe, dort lebende Bakterien färben das Gestein in verschiedenen gelblich-rötlichen Farben und alle in der Gruppe frieren&#8230; Nachdem wir ein wenig rumgelaufen sind, bietet sich noch die Möglichkeit zu baden, allerdings sind die Pools nicht wirklich verlockend, so dass ich drauf verzichte. Danach gibt es noch ein Mini-Frühstück und dann geht es zurück nach San Pedro.</p>
<p style="text-align: left;">Drei Stunden später beginnt die nächste Tour: Die Salzebenen (Salar de Atacama) und eine Lagune, bevölkert von dreierlei Arten von Flamingos. Vorher besuchen wir allerdings noch ein paar Dörfer auf dem Weg, bis wir endlich an der Lagune ankommen. Leider sind wir nicht die einzigen: es sind bestimmt noch sechs weitere Reisegruppen dort. Die Landschaft aber ist wiedereinmal beeindruckend: Weit ziehen sich Salzgesteine in die Landschaft, zwischendurch die Lagune und in der Ferne die Anden und Vulkane. Chile hat ca. 150 Vulkane und einige erheben sich auch hier prominent in den Himmel, der größte hat eine Höhe von etwas über 6000m. Und es zeigt sich mal wieder das Chile ein schmales Land ist, die Grenze zu Argentinien ist nur 150km entfernt. In der Lagune machen die Flamingos das, was sie am besten können: Fressen. Sie suchen im Wasser nach Kleinstlebewesen, je mehr sie davon essen, desto stärker das Rosa ihrer Federn. Die verschiedenen Arten kann man an ihren Beinen leicht unterscheiden: Schwarze Füße, rosa Füße, rosa Beine. Während wir auf den wiedereinmal spektakulären Sonnenuntergang warten, steigen immer wieder mal Gruppen von Flamingos in die Höhe, um zu anderen Teilen der Lagune zu fliegen. Als der Sonnenuntergang anbricht, brillieren die Berge und die Lagune wiedereinmal in wunderschönen Farben, der Vollmond scheint auf die Landschaft und die Touristen photographieren was das Zeug hält&#8230; Danach geht es dann zurück nach San Pedro, wo ich noch mit zwei Chilenen zu Abend esse und danach ins Bett gehe.</p>
<p style="text-align: left;">Und schon ist Samstag, der Tag meiner Abreise aus San Pedro. Gut gebräunt von der Wüstensonne lasse ich mich um 14:20 Uhr zu meinem Bus bringen, der mich in 16 Stunden nach La Serena bringen soll. Das erste Mal habe ich mir gegönnt, den teuersten Tarif zu buchen: Salon/Cama heißt das ganze und der Sitz lässt sich komplett absenken &#8211; erinnert an Business-Class im Flugzeug, es gibt Essen und heute morgen, als wir in La Serena ankommen, weckt mich der Steward &#8211; heißen die eigentlich Busbegleiter? Hier in La Serena ist es 7 Uhr als ich ankomme, ich bringe mein Gepäck in die Aufbewahrung und mache mich auf den Weg, die Stadt anzuschauen. Abgesehen davon, dass die Stadt um diese Uhrzeit wie ausgestorben ist, nieselt es und die Architektur und das Stadtbild sind auch nicht wirklich beeindruckend. Nach 1,5h Stadtrundgang durch die leeren Gassen kehre ich zurück zum Busterminal, kaufe mein Ticket nach Valparaíso, wo ich nun schon heute Abend ankommen werde. Leyla, wo ich unterkommen werde, weiß allerdings noch nichts von ihrem Glück, sie erwartet mich morgen :D. Und jetzt werde ich weitere 4,5h auf den Bus nach Valparaíso warten&#8230;</p>


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		<title>Mit Flugangst nicht möglich</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 16:22:11 +0000</pubDate>
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<p style="text-align: left;"> </p>
<p style="text-align: left;">Drei Flüge in 9 Tagen liegen jetzt hinter mir, ein weiterer folgt am 29.09.09 &#8211; langsam werden Flugzeuge zu meinem zweiten Zuhause.</p>
<p style="text-align: left;">Der erste Flug war der Flug von Popayán nach Bogotá am 16. September, nach 2 Monaten in Popayán, wo ich Caficauca helfen durfte. Popayán habe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen &#8211; Abschiede von vielen neuen Bekannten und Freunden und von der Familie, bei der ich gewohnt hatte mischten sich mit der Vorfreude, Freunde in Bogotá wiederzusehen. Aber vielleicht werde ich schon im Dezember nach Popayán für ein paar Tage zurückkehren &#8211; meine Freundin kennt diese sogenannte Ciudad Blanca nicht und würde sie gerne kennenlernen. Popayán schickte mich jedenfalls erstmal mit einer Grippe gen Bogotá, die wohl in den folgenden Tagen mindestens 4 Freunde erwischte&#8230;</p>
<p style="text-align: left;">Nach zwei Tagen in Bogotá in meiner schon altbekannten Bleibe, dem Hostel Posada del Sol ging dann am Freitag morgen, dem 18.09., mein Flug nach Washington DC um meine dort arbeitende Freundin für 5 Tage zu besuchen. Washington als Stadt war allerdings unspektakulär &#8211; einige Memorials und Grünflächen in National Mall, der Kongress, das Weiße Haus und einige Museen bieten dem Besucher sicherlich ein Angebot an Aktivitäten, die Stadt an sich wirkt allerdings sehr ruhig und nicht sehr lebendig. Es fehlen die Menschen in dieser Stadt: Die Straßen und Restaurants sind leer, kein Vergleich zu New York City.  Nathaly und ich hatten dennoch eine schöne Zeit in Washington, erst im Henley Park Hotel im Zentrum von Washington, danach in einer einfachen Unterkunft in Alexandria, welches wir auch noch besucht haben. Und die Grippe war am Freitag auch fast weg :).</p>
<p style="text-align: left;">Am Mittwoch musste ich dann wieder zurück, mein Rückflug nach Bogotá stand auf dem Programm. So sitze ich nun wiedereinmal im Hostel und schreibe diese Zeilen. Später werde ich noch Freunde besuchen bzw. heute Abend in der Zona T Bogotás treffen. Morgen steht dann wahrscheinlich ein Ausflug nach Girardot, einem Ort 3 Stunden von Bogotá auf dem Programm, wo ich mich mit Freunden am Swimmingpool des Apartments einer Freundin entspannen kann. Wenn es denn klappt&#8230;wenn nicht werde ich die Wahlen in Deutschland verfolgen, mit der Hoffnung, dass sich in der Sitzverteilung des Parlamentes und der Regierung substantielle Änderungen ergeben.</p>
<p style="text-align: left;">Am Dienstag (29.09.) geht dann mein Flug nach Calama in Chile, wo ich meine 2-monatige Rundreise durch Chile und Argentinien beginnen werde, nicht ohne Montevideo in Uruguay und Iguacu in Brasilien zu besuchen. Aber als erstes steht San Pedro de Atacama auf dem Programm. Und kurz danach werde ich auch nach langer Zeit wieder meine Freunde in Chile wiedersehen können.</p>


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		<title>Aktuelle Reiseplanung</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Sep 2009 18:24:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[photo credit: lrargerich   Kleines Update meiner Reiseplanung: 15.09.09 Popayán  =&#62; Bogotá 18.09.09 Bogotá =&#62; Washington D.C. 23.09.09 Washington D.C. =&#62; Bogotá 29.09.09 Bogotá  =&#62; Calama (Chile) &#8211; Beginn Rundreise Chile, Argentinien, Uruguay, Brasilien (Iguacu) 26.11.09 Calama  =&#62; Bogotá &#8211; Ende Rundreise 29.12.09 Bogotá  =&#62; Cartagena de Indias 02.01.09 Panamá? Evtl. Zentralamerika bereisen, inkl. Mexico. [...]


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><a title="An Airbus in downtown Hong Kong" href="http://www.flickr.com/photos/29638083@N00/3312316496/" target="_blank"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3601/3312316496_3c7017a8c1_m.jpg" border="0" alt="An Airbus in downtown Hong Kong" /></a><br />
<small><a title="Attribution License" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank"><img src="http://doetsch.info/wordpress/wp-content/plugins/photo-dropper/images/cc.png" border="0" alt="Creative Commons License" width="16" height="16" align="absmiddle" /></a> <a href="http://www.photodropper.com/photos/" target="_blank">photo</a> credit: <a title="lrargerich" href="http://www.flickr.com/photos/29638083@N00/3312316496/" target="_blank">lrargerich</a></small></p>
<p style="text-align: left;"> </p>
<p style="text-align: left;">Kleines Update meiner Reiseplanung:</p>
<ul>
<li style="text-align: left;">15.09.09 Popayán  =&gt; Bogotá</li>
<li style="text-align: left;">18.09.09 Bogotá =&gt; Washington D.C.</li>
<li style="text-align: left;">23.09.09 Washington D.C. =&gt; Bogotá</li>
<li style="text-align: left;">29.09.09 Bogotá  =&gt; Calama (Chile) &#8211; Beginn Rundreise Chile, Argentinien, Uruguay, Brasilien (Iguacu)</li>
<li style="text-align: left;">26.11.09 Calama  =&gt; Bogotá &#8211; Ende Rundreise</li>
<li style="text-align: left;">29.12.09 Bogotá  =&gt; Cartagena de Indias</li>
<li style="text-align: left;">02.01.09 Panamá? Evtl. Zentralamerika bereisen, inkl. Mexico.</li>
</ul>
<p style="text-align: left;">Das ist so im Groben die derzeitige Planung&#8230;</p>


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		<title>Cali, Schönheitsköniginnen, Messen und Kongresse</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Sep 2009 23:46:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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<p style="text-align: left;">Seit meinem letzten Eintrag hier habe ich tatsächlich ein paar Neuigkeiten zu erzählen: Fangen wir damit an, dass ich nun seit ca. 3 Wochen Salsa-Unterricht habe. Das schöne dabei ist, dass ich guten Einzelunterricht in 20m Entfernung von meinem Haus für 3€ die Stunde bekomme. Inzwischen habe ich doch tatsächlich einige Schritte lernen können, auch wenn ich wohl niemals wie ein Latino tanzen können werde.</p>
<p style="text-align: left;">Die erste Bewährungsprobe der Unterrichtsstunden gabs dann auch prompt vor gut 2 Wochen: An diesem Wochenende stand ein Besuch Calis, einer der größten Städte Kolumbiens, an. Ich mach mich also mit gemischten Gefühlen auf den Weg dorthin, immerhin hat mir so ziemlich jeder Kolumbianer in Popayán erzählt, dass ich auf mich aufpassen soll, Cali sei gefährlich&#8230; Der Taxifahrer zum Busbahnhof gibt mir noch mit, ich solle nicht mehr als 10000 zahlen, und kaum betrete ich das Terminal, kommt auch schon ein Ticketvermittler auf mich zu. Ich wolle nach Cali? Klar, kein Problem nur 18000. Nachdem ich laut loslache und ihm ins Gesicht sage, dass der Preis ein wenig zu hoch sei, geht er sofort auf 10000 runter, und wenig später sitze ich für 3 Stunden in einem Kleinbus, der sich ruckelnder Weise auf den Weg nach Cali macht. Zwischendurch kaufe ich noch mein Mittag- und Abendessen, ein paar Fleischspieße von einer Straßenverkäuferin, die an einem Halt zwischendurch an den Busfenstern vorbeigeht.</p>
<p style="text-align: left;">Als ich in Cali ankomme, ist das von mir angeschriebene Hostel ausgebucht, aber die Eigentümerin schickt mich zu einem benachbarten Hostel, dem Pelikan Larry Hostel, das von einem Deutschen geleitet wird. Dort bekomme ich auch sofort ein Bett über der anderen deutschen Reisenden und mache mich auf den Weg zur Lobby, wo sich schon ca. 10 Leute befinden, mit denen sich schnell Kontakt aufnehmen lässt. Nach einigen Cuba-Libres machen wir uns dann zusammen auf den Weg auszugehen: Zuerst ein wenig tanzen im Salsa Club, danach allerdings mit 3 Taxis inkl. 2 neu kennengelernten Kolumbianern in Richtung eines Clubs der recht eintönige House-Musik spielen sollte. Nach langwierigen (20min) Verhandlungen mit der Eingangskontrolle und Geschäftsführung bekommen wir schließlich einen Rabatt, so dass wir statt 45000 Pesos nur 25000 Pesos Eintritt bezahlen. Heftig teuer ist das allerdings trotzdem. Der Rest ist kurz erzählt: Viel getanzt, viel geredet und um 5 Uhr morgens zurück ins Hostel gefahren. Dort verbringe ich den Tag damit, mich zu erholen und vor allem etwas zu essen &#8211; die paar Fleischspieße sind ja nicht wirklich sättigend gewesen, so dass ich völlig verhungert ein großes Steak verdrücke.</p>
<p style="text-align: left;">Abends geht&#8217;s dann weiter: Zusammen mit 2 Israelis mach ich mich nach gemeinsamer &#8220;Aufwärmrunde&#8221; mit den anderen Gästen alleine auf den Weg in eine Salsa Bar, da der Rest lieber in einen Club mit House-Musik will. Nun denn, nachdem wir vertrauensvoll den Taxifahrer um eine Empfehlung bitten (und sie im Endeffekt nicht bekommen) bringt dieser uns in die Ausgehzone von Cali, in die Zona Rosa an der Av. 6. Dort besuchen wir eine Discothek namens Praga wo viele Leute nach lateinamerikanischer Musik in topmodernem Ambiente tanzen. Im Laufe des Abends lernen wir dann Cata plus ihre Freunde kennen, mit der wir alle drei begeistert unsere Tanzkünste erkunden. Wie sich später rausstellt, ist sie trotz guten Tanzens allerdings nicht aus Cali, sondern eine Paisa, und zwar aus Medellín. Die Bewohner Calis sind ja bekannt dafür, dass sie die beste Salsa Kolumbiens (oder auch der Welt) tanzen, was sie auch regelmäßig in Wettbewerben zur Schau stellen. Nachdem wir morgens um 5 Uhr zurück ins Hostel gefahren sind, falle ich wie tot ins Bett und werde gerade noch rechtzeitig von Christina, der anderen Deutschen geweckt, die sich nach Medellín verabschiedet. Nachdem ich noch ein wenig mit Nathaly geskypt habe mache ich mich dann auf den Weg zurück nach Popayán, dessen angenehmeres Klima ich gegen Abend dann auch genießen kann.</p>
<p style="text-align: left;">Die neue Woche an, wie die alte aufgehört hat: Mit Salsa. Die folgenden Tage unternehme ich abends nichts, nur meine Salsa-Stunden stehen an. Am Wochenende geht es dann mit Gustavo, einem Kollegen, samt Freundin und einer Freundin von ihm ins Iguana, eine Salsa-Bar. Dort verlassen wir allerdings recht früh, schon um 0 Uhr den Ort des Geschehens und gehen schlafen. Am nächsten Tag geht&#8217;s dann Abends ins Corona, einem der angesagtesten Clubs in Popayán.</p>
<p style="text-align: left;">Diese Woche fing dann auch recht unspektakulär an: Salsa-Kurse am Abend, ein wenig Skype oder MSN, aber viel mehr dann doch nicht. Bis zum Donnerstag: Noch während meiner Salsastunde ruft mich Gustavo an, dass die Eröffnungsfeierlichkeiten des Gastronomiekongresses wären, und ich doch kommen solle zum Empfang. Nachdem ich dorthin gehetzt bin, und nur kurz das T-Shirt gewechselt habe, warten so einige Sicherheitskontrollen auf mich. Eintrittskarten, deren Barcodes mit Datenbanken abgeglichen werden und viel, viel Polizei erstaunen mich. Aber als ich eintrete zeigt sich warum: eine geschlossene Gesellschaft, in Anzügen und Abendkleidern, nur vereinzelt jemand der legère gekleidet ist. Naja, ich stell mich trotzdem erstmal beim Essen an und schlürf zusammen mit Gustavo ein wenig Wein.</p>
<p style="text-align: left;">Wenig später bietet sich mir dann die Möglichkeit Michelle, die amtierende Schönheitskönigin &#8220;Miss Colombia&#8221; kennenzulernen und ein Foto mit ihr zu schießen. Und so unterhalten wir uns noch mit ein paar weiteren Gästen bis es um 23 Uhr ab ins Bett geht, ist ja schließlich Donnerstag.<br />
 Am Freitag (gestern) geht&#8217;s dann weiter mit dem Kongress. Abends mache ich mich auf den Weg dahin, wo die Standcrew schon in lustiger Runde mit Bier der Marke Club Colombia feiert. Glücklicherweise möchte Melissa, eine der Hostessen, ihr noch geschlossenes Bier nicht, so dass ich es leeren kann&#8230; Es wird viel geredet gelacht, ein wenig getanzt und ein paar gute Weine der Gastronomiemesse werden geöffnet und degustiert. Aber auch heute geht es recht zeitig, um 0 Uhr ins Bett, da morgen der nächste Kongresstag wartet.</p>
<p style="text-align: left;">Heute sollte es dann weitergehen mit der Präsentation der Projekte &#8220;Organischer Kaffee&#8221; oder auch &#8220;Café de Caficultores mujeres&#8221;, was eine Assoziation von weiblichen Kaffeebauern ist, die sich zusammengeschlossen haben, um ihre Belange besser durchsetzen zu können. Dabei ist unter anderem auch die Schönheitskönigin der hiesigen Provinz, Senorita Cauca, oder auch Karen, die ordentlich Werbung für den Kaffee der Region macht. Da das ganze von Caracol, einem der größten Fernsehsender Kolumbiens, gefilmt wird lerne ich in diesem Zuge Pilar Schmitt, Tochter eines deutschen Vaters ;), kennen. Nachdem wir uns gemeinsam haben fotografieren lassen, erfahre ich dann auch, wer sie ist: Eine bekannte Reporterin von Caracol, die überall im Land bekannt ist. Naja, ein wenig peinlich ist es schon, dass ich sie nicht kenne, aber da ich nie Fernsehen gucke&#8230; Mal schauen, ob wir dann in Bogotá, wo sie wohnt, Kontakt haben werden oder nicht.</p>
<p style="text-align: left;">So, das wars für heute, eine Nacht des Tanzes steht vor der Tür, wahrscheinlich geht&#8217;s ins Millenio.</p>


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		<title>Blumenfanatiker in Medellín</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Aug 2009 02:58:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
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<p style="text-align: left;">Nachdem die letzten Wochen nicht allzuviel hier in Popayán passiert ist, stand am letzten Wochenende ein kleiner Ausflug nach Medellín an: Am Donnerstag morgen stehe ich daher um 5 Uhr auf, da um 6 Uhr Treffpunkt bei Gustavo sein soll. Gustavo hat unsere Spritztour organisiert und zu acht wollen wir Medellín anläßlich der alljährlichen Feria de las Flores (übersetzt heißt das Blumenmesse), dem größten Volksfest des Jahres in Medellín, heimsuchen.</p>
<p style="text-align: left;">Als ich bei Gustavo, der nur 3 min. entfernt von mir wohnt, ankomme sind schon die beiden Mädels der Gruppe dort und gemeinsam warten wir, einen Cafe Tinto schlürfend darauf, dass der angeheuerte Wagen samt Fahrer auftaucht. Das tut er auch ungefähr 2 Stunden später, was nach kolumbianischer Zeitrechnung zwar nicht pünktlich, aber noch erträglich ist. Die Koffer runterschleppend darf ich dann einen ersten Eindruck von unserem Gefährt gewinnen: Ein Kia Kombi mit 9 Sitzen&#8230;ich hatte mir eigentlich einen Kleinbus erhofft, aber der Preis war wohl zu gut, um nicht diesen Wagen zu nehmen.</p>
<p style="text-align: left;">Wir sammeln also die anderen nach und nach ein und verlassen Popayán gegen 8:30 Uhr in sportlichem Tempo, abenteuerliche Überholmanöver inbegriffen. Für die Fahrt sind ca. 12 Stunden anzusetzen, was in diesem kleinen Wagen wohl noch interessant werden wird. Auf der anderen Seite bin ich ja seitdem ich in Südamerika bin durchaus einiges an Reisezeiten gewöhnt, mit einem Rekord von 26 Stunden im Bus von Ipiales nach Bogotá.</p>
<p style="text-align: left;">Beim ersten Halt wird dann auch der Grundstock für ein immer wiederkehrendes Ritual der Autopflege gelegt, das Kühlwasser (ja, es ist wirklich Wasser, keine Kühlflüssigkeit) muss nachgefüllt werden. Weiter geht&#8217;s, an Cali vorbei, ab in die Zona Cafetera um Manizales und Armenia. An Pereira vorbei, wo eindrucksvolle Kaffeeplantagen die Straße säumen hin Richtung Medellín, das wir gegen 20 Uhr erreichen.</p>
<p style="text-align: left;">Dort erwartet uns ein Apartment im Stadtteil Laureles, das allerdings nur für 7 Personen ausgestattet ist. Da Gustavo Familie in Medellín hat, schläft er dann halt dort, die Mädels Angela und Sandra nehmen sich das einzige Zimmer mit eigenem Bad und der Rest teilt sich auf Wohnzimmer und zweites Schlafzimmer auf.</p>
<p style="text-align: left;">Abends geht&#8217;s dann noch auf einen Improvisations-Gesangs-Wettbewerb im Rahmen der Feria de las Flores, wo sich jeweils zwei Kombatanten ein Frage-Antwort Duell singend liefern. Ziemlich langweilig für mich, da ich im Grunde nichts verstehe &#8211; zuviele Wörter sind mir unbekannt, da straßenkolumbianisch.</p>
<p style="text-align: left;">Am nächsten Morgen stehen wir dann gegen 8 Uhr auf und machen uns auf den Weg in die Umgebung Medellíns: Las Palmas und Rio Negro erwarten uns, leider aber kein genießbares Frühstück, da ich morgens um neun wirklich kein fettiges, warmes Essen à la Mittagessen (Comida corriente) verdrücken kann. Also kauf ich kurz nen Joghurt und hoffe auf das Mittagessen.</p>
<p style="text-align: left;">Nachdem wir in Las Palmas und Rio Negro die Handwerksläden besucht haben und ein wenig die Städte angeschaut haben, essen wir kurz zu Mittag und dann geht&#8217;s auch schon schnell wieder zurück ins 20km entfernte Medellín, wo die Hauptparade ansteht: Der &#8220;Desfiles de los silleteros&#8221; (oder so ähnlich).</p>
<p style="text-align: left;">Das ganze ist verblüffend: Überall werden natürlich auf der Straße Ponchos und Hüte verkauft, unerlässliche Accessoires des loyalen Paisas, sprich Ureinwohners der Region Antioquía, in der sich Medellín befindet. Auch Getränkeverkäufer (&#8220;Cerveza, Cerveza, Cerveza&#8230;&#8221;) sind niemals weit, öffentliche Toiletten dafür nicht-existent. Zum Glück gibt es aber ein Restaurant in der Nähe, wo ich dann auch gerne hin bin. Während vor Beginn der Parade die Massen noch einigermaßen ruhig sind, glücklich auf ihren angemieteten Stühlen über die Köpfe der vorderen Reihen blicken oder für viel Geld auf einer Tribüne einen VIP-Platz gefunden haben, Merchandising Teams der Biermarke Pilsen Riesenflaschen und T-Shirts verteilen (Ja, ich hab eins!) und die Hutverkäufer einen übers Ohr hauen wollen (statt 50000 hab ich dann doch nur 20000 gezahlt&#8230;) , Uralt-Kampfflugzeuge in Formation über die Köpfe donnern und ein Militärhubschrauber Blüten über die Menschenmengen verstreut ändert sich das ganze schlagartig als die Parade losgeht: Es entsteht ein Gedränge und Geschiebe als ob Michael Jackson überraschenderweise doch noch einen Auftritt geben will, und das alles nur wegen ein paar Leuten, die Blumenkränze umhertragen. Die sind allerdings auch sehr schön anzuschauen. Nach einer halben Stunde wird mir das jedenfalls zu blöd und ich setz mich, ein Bier genießend ein paar Reihen hinter den fanatischen Blumenmädchen und -jungen zu den anderen, die auch schon genug Körperkontakt gefühlt haben.</p>
<p style="text-align: left;">Als wir danach erschöpft ins Apartment zurückkommen um uns &#8220;kurz&#8221; auszuruhen war&#8217;s das auch schon &#8211; irgendwie hat zu meinem großen Bedauern keiner mehr Lust, sich in das freitägliche Nachtleben Medellíns zu stürzen, weder die Leute mit denen ich in Medellín bin, noch die Bekannten, die ich dann anrufe und die mir dann versprechen, dass wir uns am Samstag sehen würden.</p>
<p style="text-align: left;">Der Samstag beginnt wieder früh, diesmal steht eine Tour ins Zentrum, zum Museum Botero und zu den Seilbahnen an: Die Stadt Medellín hat im Rahmen der Integration der sozial schwachen Randgebiete auf den Hügeln Seilbahnen gebaut, die den Bewohnern nun seit 2004 bzw. 2006 ermöglichen, die Innenstadt in endlicher Zeit zu erreichen und somit auch dort Arbeit anzunehmen. Soweit mir bekannt ist, ist das ganze so erfolgreich, dass die Slums wesentlich sicherer geworden sind und insgesamt eine Verbesserung der Lage eingetreten ist.  Caracas in Venezuela kopiert das Modell jedenfalls jetzt. Dennoch ist aus den Liften zu sehen, in welch ärmlichen Verhältnissen manche Bewohner der Stadt leben müssen &#8211; einfachste Hütten, deren Dächer mit Steinen beschwert und damit fixiert sind, ohne Strom (oder mit illegal abgezapftem Strom aus nem Mast), keine Straßen, und ein Abwassersystem kann ich mir schwerlich dort vorstellen.</p>
<p style="text-align: left;">Später am Tag schauen wir uns dann den &#8220;Desfiles de los carros antiguos y históricos&#8221; (oder so ähnlich) an, eine Autoparade, bei der die meisten Autos allerdings weder alt, noch historisch sind und wo die Automarken dick Werbung machen. Als Auflockerung haben sich manche, z.B. Pilsen, Wagen mit Aufbauten organisiert, wo laut Musik aus den Boxen dröhnt und Tänzerinnen sehenswert ihre Tanzkünste präsentieren. Wir überleben das ganze unbeschadet trotz der Pferde-Polizeistreife hinter uns, deren bockiges Pferd im Takt durch die Gegend tanzt, und während sich die anderen zum Shoppen aufmachen, lass ich mich in Poblado, einem anderen Stadtteil Medellíns absetzen.</p>
<p style="text-align: left;">Dort will ich mit Marián treffen, der Spanierin, die mich während meines ersten Aufenthaltes in Medellín ins Krankenhaus begleitet hatte. Da die Avenida Las Vegas leider gesperrt ist, bleibt mir nichts anderes übrig, als den Weg zu ihrer Wohnung zu Fuß zu suchen und zu beschreiten, was sage und schreibe 40min. dauert.</p>
<p style="text-align: left;">Als wir uns dann endlich treffen, machen wir uns zunächst ein weiteres Mal auf den Weg zur Clinica Las Vegas, da diese trotz sicherlich 20-30 Anrufen sich nicht in der Lage gesehen hatte, die Resultate meines Dengue-Antikörpertests zu faxen, per E-Mail zu schicken oder telefonisch durchzugeben. Dort angekommen habe ich nach 5 min. die Ergebnisse in der Hand und darf mich freuen: Trotz der damaligen Beteuerungen zweier Ärzte, es sei zu 95% Dengue und dass ich den Test gar nicht brauche, zeigt der Antikörpertest, dass ich Dengue-Negativ bin, also gar kein Dengue-Fieber hatte&#8230;</p>
<p style="text-align: left;">Von der Klinik machen wir uns dann auf den Weg zur Zona Rosa, DER Parteimeile Medellíns um uns über die vergangenen zwei Monate, die wir uns nicht gesehen haben, auszutauschen und ein wenig was zu trinken. Zwischendurch werde ich immer wieder von Gustavo angerufen, ob ich ein Ticket für das Vallenato-Konzert wolle und wann ich denn käme&#8230; Der Plan, ein wenig was zu trinken wird jedenfalls von unserer ersten Station in der Zona Rosa durchkreuzt: Ich bestelle einen Passionsfrucht-Caipirinha und bekomme drei &#8211; Happy Hour Aktion, da wehre ich mich dann auch nicht :). Später gehen wir dann noch woanders hin und gegen 23:30 Uhr mache ich mich dann, nachdem ich Marián bei sich zu Hause abgeliefert habe, auf den Weg zur &#8220;Carpa Cabarete&#8221;, einem Festzelt, wo ein Vallenato Konzert mit einigen der bekanntesten Interpreten Kolumbiens stattfindet (Ohhhhhhh, me gusta, me gusta, &#8230;). Nach gefühlten 200 Anrufen nimmt dann auch einer meiner Mitreisenden das Telefongespräch an, so dass sie mich vom Eingang abholen können. Beim Konzert geht es noch lustig mit Tanz und Trank zu, bis wir dann um 4 Uhr morgens wieder im Apartment sind.</p>
<p style="text-align: left;">Der nächste Tag steht im Zeichen der Rückfahrt: Um 9 Uhr stehen wir auf, frühstücken und gegen 12 Uhr wollen wir dann los. So der Plan. Leider muss das Auto erstmal repariert werden, da der Motorlüfter / Ventilator seinen Geist aufgegeben hat. Nach 2 Stunden ist die Reparatur dann getan und unser Fahrer gibt alles, um die verlorengegangene Zeit wieder aufzuholen. Worauf ich gerne verzichtet hätte&#8230; Nach 2 Beinahe-Unfällen beruhigt er sich und seinen Fahrstil und es geht ein wenig gemächlicher weiter, bis wir gegen 20 Uhr im Stau stecken bleiben: Vollsperrung der Straße zwischen Pereira und Cali wegen eines Unfalls. Zwei jugendliche Motorradfahrerinnen sind wohl des nächtens ohne Licht gefahren, wurden von einem Autofahrer nicht gesehen und jetzt gibt es 3 Tote mehr. Nach 2 Stunden des Wartens in Moskito-Central ist das Moskitofestmahl dann aber vorbei und wir können weiterfahren.</p>
<p style="text-align: left;">Popayán erreichen wir um 3:30 Uhr morgens nach 15 1/2 Stunden Fahrt.</p>


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		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 14:15:58 +0000</pubDate>
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<p style="text-align: left;">Bitte lesen&#8230;sehr guter <a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/08/02/die-meinungsfreiheit-als-sondermull/" target="_blank">Beitrag </a>von Udo Vetter zum Thema Internetsperren und Zensur in Deutschland. Werde definitiv eine der kleinen Parteien waehlen&#8230;</p>


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