Neue China Photos

Ich habe endlich Hayats Photos aus dem China Urlaub bekommen. Meiner Meinung nach sind die Bilder sowohl von den Motiven her, als auch in der Qualität viel besser als meine. Ich will jetzt auch ne Canon EOS 400D…

Ich habe endlich Hayats Photos aus dem China Urlaub bekommen. Meiner Meinung nach sind die Bilder sowohl von den Motiven her, als auch in der Qualität viel besser als meine. Ich will jetzt auch ne Canon EOS 400D…

Die Abtei von Abondance. Quelle: madebyjay
Die F.A.Z hat einen sehr gut geschriebenen Artikel über das französische Dörfchen Abondance, ehemals Bestandteil des Skigebietes “Les Portes du Soleil”, veröffentlicht, das sich nach langen Jahren als Skigebiet nicht länger halten kann - das Ansteigen der Schneegrenze, sowie das Ausbleiben staatlicher Unterstützung aus Paris führten dazu, dass Abondance als erstes Skigebiet das Geschäft mit den Brettern aufgegeben hat. Nun wird versucht, über einen Funpark Besucher zu akquirieren, da der Export des bekannten Käses wohl nicht ausreichen wird, um finanziell wieder auf die Beine zu kommen.
Seit gestern sind wir jetzt in Jiuzhaigou, einem touristischen Zentrum von Sichuan. Im hiesigen Natur-Nationalpark, der auch ein UN-Welterbe ist, werden wohl auch viele chinesische Filme gedreht.
Nach unser gestrigen Ankunft mit dem Bus haben wir den voellig ueberteuerten Eintritt bezahlt und den Park gegen 13:30 Uhr betreten. Wunderschoene Seen mit mehrfarbigem Wasser, unglaublichen Tuerkistoenen und viele, viele Wasserfaelle erwarteten uns. Bis knapp 18:30 Uhr haben wir uns diese Naturspektakel angeschaut, bis wir rausgeschmissen wurden…
Abends haben wir dann noch mit einem Australier namens Scott, den wir schon auf dem Pferdetrek getroffen hatten, ein paar Bierchen getrunken und uns unterhalten. Seine kleine Tochter hat waehrenddessen mit dem ansaessigen Hundewelpen gespielt.
A propos Hundewelpen: Ich habe hier bisher ausschliesslich Katzenjunge und Hundewelpen gesehen. Ausgewachsene Exemplare dieser Tiere sind praktisch nie zu sehen. Entweder sterben die Tiere frueh auf natuerlichem Weg, oder der Hunger einiger ansaessiger Leute wird zu gross - ich weiss es nicht, habe allerdings auch noch keinen Strassenstand mit Hundefleisch gesehen…
Heute morgen um 9:30 Uhr ging es dann weiter, das Resultat sind an die 100 Photos, die hoffentlich die beeindruckende Natur hier wiederspiegeln koennen.
Eben haben wir dann noch an einem gestern entdecktem Strassenstrand sehr leckere Spiesse gegessen, u.a. mit Yak Fleisch. Die Milch dieser Tiere hatte ich ja schon auf dem Pferde-Trek mal probiert, was nicht so lecker war. Das Fleisch hingegen ist super-lecker, ein wenig zarter als Rindfleisch, ansonsten aber aehnlich.
Morgen frueh um 7 Uhr nehmen wir dann den Bus, der uns zurueck nach Chengdu bringt. 13 Stunden Fahrt, dann eine Uebernachtung und dann die 37 Stunden Zugfahrt von Chengdu nach Shanghai… Nach so vielen Tagen ohne Smog bin ich mal gespannt, wie die Luft so ist :-).
Wettertechnisch ist es hier uebrigens nicht wie an der Nordsee, sondern extrem warm: Wir ueberschreiten taeglich die 30 Grad Grenze bei einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit. Dementsprechend sind auch alle Busse, Autos und Zuege klimatisiert.
Habe gerade mal versucht, einen Wikipedia Link zu Jiuzhaigou zu setzen, aber die Seite ist in China leider nicht benutzbar (gesperrt)…
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Von Chengdu aus sind wir erstmal zu einem der heiligen Berge Chinas gefahren: nach Emei Shan (峨嵋山). Der Berg geht auf 3099m hoch und wir entschieden uns, den Aufstieg mittels Taxi und Gondel erst bei 1000m zu beginnen. Kurioserweise gibt es nicht nur eine Strasse bis zum Gipfel, auch der gesamte Aufstiegsweg ist eine endlose Ansammlung von Treppen und Stufen - soetwas habe ich noch nie gesehen, nicht einmal auf dem Inka Trail.

Der Beginn unserer Wanderung war somit bei 1070m ein dort stehender Tempel (den Namen ergaenze ich spaeter, hab gerade keinen LonelyPlanet zur Hand) und von da aus ging es fuer Stunden nur bergauf. Treppensteigend. Nach extrem anstrengenden 5 Stunden erreichten wir dann das buddhistische Kloster “Elephant Bathing Pool” in dem wir uebernachten wollten. Fuer laecherliche 1,5 EUR pro Person bekamen wir ein Viererzimmer fuer uns, das allerdings nicht besonders sauberes Bettzeug enthielt - benutzt habe ich jedenfalls nur mein Schlafsack-Inlay. Im ganzen Kloster wurden uebrigens fortwaehrend buddhistische Gesaenge gespielt, auch wenn man die Moenche nur selten zu Gesicht bekam. Dafuer aber zwei Affen (Makaken), da Emei Shan ein Naturschutzgebiet fuer Affen ist…
Am naechsten Morgen ging es dann weiter Richtung Gipfel, den wir dann, dank einer zweiten Seilbahn gegen 13 Uhr erreichten. Inzwischen hatte ich mir auch eine kraeftige Erkaeltung zugezogen, so dass das Bergsteigen nicht so wirklich leicht war…
Wir kamen also am Gipfel an, nur um festzustellen, dass er ein touristisches Tohuwabohu war: Die Masse der Touristen war mit Bussen hochgekommen, und der Gipfel mitsamt seiner Statuen erinnerte ein wenig an angemalten Gips… Nachdem wir dort ein bisschen rumgelaufen sind nahmen wir dann einen Bus, der uns zum Busbahnhof brachte, von wo aus wir den Bus Richtung Leishan nahmen.
In Leshan (樂山大佛) gibt es naemlich die groesste Buddha-Statue der Welt. Jeder Fingernagel dieses Buddhas ist groesser als ein Mensch… Dort angekommen buchten wir dann auch schnell eine Besichtung von Seeseite aus, anstatt mit Massen von Schaulustigen zu Fuss dorthin zu wandern. Stattdessen brachte uns ein Schiff direkt vor die Richtung Fluss ausgerichtete Statue und auch schnell wieder weg. Von Leishan ging es dann zurueck nach Chengdu, wo wir, da in Sims Cozy Guesthouse kein Platz mehr war, im Loft unterkamen. Mir persoenlich gefaellt es auch viel besser, auch wenn Sims’ eine sehr familiaere Atmosphaere hat.
Von dort aus ging es am naechsten Morgen weiter Richtung Songpan (松潘), wo wir zur Zeit sind. Die eigentlich nur fuer 8 Stunden angesetzte Busfahrt stellte sich als Abenteuerreise heraus. Abgesehen davon, dass ein Chinese samt toter Gans vesuchte, im Bus mitgenommen zu werden, standen wir wegen eines Unfalls (wahrscheinlich durch den absurd gefaehrlichen chinesischen Verkehr hervorgerufen) 1,5h im Stau. Als es wieder weiterging nahm das Verkehrschaos seinen weiteren Verlauf: ein Wettrennen auf beiden Spuren, Ueberholen an jeder (!) Stelle, als einzige Warnung fuer den Gegenverkehr ein Hupen. Nach ein paar weiteren Stunden kamen wir dann an einem umgekippten LKW vorbei, der auf der Gegenfahrbahn lag und machten wiederum spaeter Rast. Diese Rast war dann auch fuer einige der Mitreisenden ein wenig aufregender: Sie wurden vergessen, der Bus fuhr ohne sie weiter, nur um spaeter, per Handy informiert, doch noch auf die beiden Maenner zu warten, die irgendwie hinterhergekommen waren.
Wir kamen also nach ca. 11 Std. in Songpan an, wo wir erstmal assen und dann unseren Pferdetrek buchten, der gestern anfing und heute zuende war. Gestern morgen um 9 Uhr ging es jedenfalls los, alle von uns auf einem Pferd zu den heissen Quellen in der Naehe. Mein Pferd fiel erstmal fast nen Abhang runter, wie wir spaeter feststellten hatte ich das Problempferd… Der Trek ging bis um 14 Uhr, wo wir dann auf ca. 3100m Hoehe das Camp aufschlugen. Die Fuehrer bauten Zelte auf, machten ein Feuer und bereiteten das Abendessen vor, waehrend wir zu Fuss die letzten Hoehenmeter zu den auf 3400m gelegenen Quellen und dem dazugehoerigen Naturpark zuruecklegten. Wunderschoene Natur und erste Anzeichen von
Hoehenkrankheit waren die Belohnungen. Spaeter sind wir dann zurueck ins Camp, wo wir zu Abend assen und dann auch frueh ins Bett gingen. Die Nacht sollte kalt werden, die Temperaturen gingen auf unter 10 Grad zurueck und heute morgen waren wir alle ein wenig erschoepft und frierend. Also sammelten wir uns alle ums Feuer, das schon entzuendet worden war, wo wir von den Guides heissen Tee und spaeter dann selbstgebackenes Brot zum Fruestueck bekamen. Dann ging es zurueck, mit einem vor sich hinstolpernden Problempferd, das gerne auch mal die anderen Pferde biss und kaum zu halten war - obwohl es staendig stolperte…
Um 13 Uhr sind wir dann jedenfalls wohlbehalten wieder hier angekommen, konnten ins Hostel einchecken, duschen, was essen und zu guter letzt eine chinesische Ganzkoerpermassage geniessen…
Morgen geht es dann mit dem Bus in einen 3 Stunden entfernten, angeblich wunderschoenen Naturschutzpark namens Jiuzhaigou (九寨沟/九寨溝).



So, nachdem wir Shanghai, ein paar Tage erleben konnten verlassen wir heute die Stadt. Hatte ich erwaehnt, dass die Uferpromeda Kuriositaeten wie Fernglaeser mit Weihnachtsmusik als “Unterhaltung” bereithaelt? Weiterhin scheint der Fluss Huang Pu durchaus viele Schildkroeten zu beinhalten - Wir konnten jedenfalls so einige sehen.
Seit vor drei Tagen sind wir jetzt komplett: Hayat und Linh sind jetzt auch angekommen, obwohl Linhs Gepaeck erstmal fuer Probleme bei Emirates gesorgt hatte:Die Jungs und Maedels haben wohl ihren Schlafsack verloren und nach langem Suchen tauchte es dann auf einem Gepaeckband eines Fluges aus Tokyo auf…
Naja, nachdem wir in Shanghai noch lecker was gegessen haben - bei Kosten von 2 EUR pro Person ist das Essen recht billig - haben wir dann am naechsten Morgen den Zug nach Chendu genommen: 37 Stunden Zugfahrt Richtung Zentralchina, rein ins schoene Sichuan. Die Zugfahrt war relativ unspektakulaer und noch relativ komfortabel. Wir hatten jeder ein Bett in der besten verfuegbaren Reiseklasse. Angekommen sind wir dann heute morgen um 6 Uhr, woraufhin wir erstmal unser reserviertes Hostel “Sims Cozy Guesthouse” gesucht und gefunden haben. Nach 37 Stunden war auch die warme Dusche sehr willkommen, und nach 2 Tagen Instant-Nudeln und auf der Strasse gekauften Teigtaschen mit Fuellung war das Fruehstueck im Hostel eine Delikatesse…
In Chengdu sind wir dann zunaechst zur Pandabaeren-Aufzuchtsstation gefahren, wo wir neben Panda Babys (1 Woche und aelter) auch rote Pandas sehen konnten. Danach haben wir uns dann noch einen Tempel angeschaut und in zwei mir nicht besonders gefallenden Restaurants gegessen. Hinterher haben wir uns tatsaechlich mal ne Fussmassage gegoennt - die erste professionelle meines Lebens fuer 1,50 EUR…
Morgen geht es dann nach Emeishan, ein wenig wandern…
So, es ist jetzt der Morgen des vierten Tages in Shanghai (上海) und inzwischen habe ich mich an so einiges gewoehnt: Die stetig verschmutzte Luft, das gute Essen und das 7-Bett Zimmer, in dem ich hause.
Nachdem Vinh am Montag angekommen wollte, habe ich mich - nach einem ausgedehnten Ausschlafen bis 12 Uhr - erstmal alleine in Shanghai auf dem Weg zum People’s Square gemacht, um dort das Shanghai Museum zu besuchen - Bis zu 5000 Jahre alte Ausstellungsstuecke (Keramik, Porzellan, Bronze, Kalligraphie usw.) koennen dort betrachtet werden, und es ist interessant, wenn auch nicht ueberwaeltigend. Nachmittags ist dann Vinh angekommen, und wir sind dann ein wenig zusammen durch die Stadt gezogen, haben uns einen der Maerkte angeschaut, wo man die beruehmten
Kleidungsfaelschungen kaufen kann und haben auch ein wenig zugeschlagen: Sonnenbrillen und ein T-Shirt habe ich bisher mitgenommen. Abends sind wir dann noch am Bund, der Wasserfront des Huang Pu spazieren gewesen und hinterher noch in eine Bar gegangen, wo eine kleine Moechtegern-Shakira ein wenig Playback-Gesangskunst praesentierte. Hinterher sind wir dann zurueck ins Hostel gefahren, wo in meinem Zimmer allerdings noch ne Zimmerparty lief - eine Bank hatte ihren Weg ins Zimmer gefunden und es war laut und schlechte Luft… Naja, ich hab halt ein wenig mitgefeiert und bin dann ins Bett gegangen.
Gestern haben wir uns dann, nachdem wir beide schlecht geschlafen hatten, um 10 Uhr in der Lobby verabredet und haben uns dann auf die Suche nach dem Markt fuer massgeschneiderte Sachen gemacht. Der Markt war jedenfalls nicht mehr an der urspruenglichen Adresse, sondern, wie der “Fake-Market” vom Vortag woanders. Solche Dinge scheinen sich hier haeufiger zu aendern… Dort habe ich mir erstmal zwei Anzuege und 5 Hemden bestellt, die nun massgeschneidert fuer mich gefertigt werden und wenn ich wieder hier bin mitgenommen werden koennen. Vinh hat sich noch ein paar Sachen kuerzen lassen und danach haben wir uns auf den Weg zum Bahnhof gemacht, um die Tickets nach Chengdu zu erstehen.
Also stellten wir uns an, doch als wir dran waren, erzaehlte uns der Typ erstmal, dass es weder Liegeplaetze, noch Sitzplaetze mehr fuer die 37 h Fahrt gaebe. Dementsprechend frustriert sind wir erstmal aus der Schlange ausgetreten und haben uns Alternativen ueberlegt. Erstmal wollten wir versuchen, anderswo Karten aufzutreiben - haette ja sein koennen, dass es Kontingente gibt. Daher ging es dann erstmal zum Longmen Hotel, wo man als Tourist angeblich Tickets bekommen konnte. Die erzaehlten uns allerdings, dass dieser Service nicht mehr angeboten wird. Daraufhin sind wir dann in die “Softseat Ticket Lounge” gegangen, wo wir dann ganz entspannt von vier Leuten bedient wurden. Nach 10min des Raetselns haben diese Leute dann auch vier, leider nicht zusammenhaengende, Soft-Sleeper Betten fuer die Zugfahrt gefunden. Also die beste Kategorie, die buchbar ist. Insofern haben wir jetzt Karten fuer die Fahrt nach Chengdu. Ansonsten haetten wir wohl die Reiseroute aendern muessen…
Danach haben wir dann Vinhs Aenderungsschneidereizeugs abgeholt und sind dann mit einem Taxi zum Treffpunkt mit einer Freundin von Vinh gehetzt, mit der wir Abends noch Essen waren.
So, und heute steht Brillen kaufen fuer Vinh an - Hier gibt es angeblich gute Brillen fuer 15 EUR…
Ich bin angekommen. Und es war eine interessante Anreise: In Hamburg sass ich gelangweilt am Gate und wartete auf das Boarding und sah auf einmal, dass mein Sitznachbar einen chinesischen Reisefuehrer in der Hand hatte. Also habe ich ihn drauf angesprochen, und es stellte sich raus, dass Andreas das gleiche Reiseziel hatte. Das sollte sich noch als praktisch herausstellen… Naja, und im Flugzeug nach Amsterdam hatte ich dann eine nette Portugiesin mit Flugangst (Isabel) als Sitznachbarin, mit der ich dann am Amsterdamer Flughafen zusammen was essen und mir die Zeit vertreiben konnte.
Danach ging es dann in den Flieger nach Shanghai, diesmal wenigstens ein richtiges Flugzeug (eine 747) anstatt der propellergetriebenen Fokker 50, die uns nach Amsterdam gebracht hatte. Gluecklicherweise war der Sitz neben mir leer, so dass ich nach rechts genug Platz hatte, hinter mir sass aber ein extrem uebergewichtiger, elefantenaehnlicher Suedlaender. Bei jedem Aufstehen brachte er es fertig, meinen Sitz beim Abstuetzen um 20cm nach unten zu druecken und durch die Gaenge hat er es auch nur mit Beruehrungen beider Seiten geschafft…
Der Flug an sich war allerdings unspektakulaer, ich habe es sogar endlich mal geschafft, vier der 10 Stunden Flugzeit zu schlafen. Die Ohrstoepsel haben dann sogar das schreiende Kind gnaedig ausgeblendet. Beim Ausfuellens von 3 (!) fuer die Einreise erforderlicher Formulare konnte mir dann die Shanghai-erfahrene Bekanntschaft aus Hamburg helfen. Die Einreiseformalitaeten waren zwar spannend aber recht schnell durch - einmal ne Gesundheitsbescheinigung abgeben, dann den Pass kontrollieren lassen und dann durch den Zoll.
Danach habe ich mich dann von Andreas verabschiedet und den Maglev (wahrscheinlich eine Abkuerzung fuer “Magnetical Levitation”), also den in China gebauten Transrapid genommen, der den Flughafen Pudong mit der Innenstadt ueber die Station Long Yang Rd. verbindet. Ist schon verblueffend: Bei einer Spitzengeschwindigkeit von 430 km/h sehen die aus dem Zug sichtbaren Autos aus, als ob sie rueckwaerts fahren… Die 30km vom Flughafen in die Innenstadt dauern uebrigen nur 8 Minuten. Von da aus habe ich mich dann zur Metro, der hiesigen U-Bahn durchgefragt wo ich zufaellig einen Deutschen traf, der mir die richtige Station zum Aussteigen nennen konnte und mir dann auch Bescheid sagte, als wir da waren. Sehr praktisch, da der Metroplan, den ich von der Internetseite des Hostels hatte einfach falsch war.
Von E Nianjing Rd. (oder so aehnlich) musste ich dann die letzten Meter zu Fuss zuruecklegen, um meine Unterkunft, Captain Hostel, zu finden. Und das war der schwerste Teil: Kaum war ich aus der Metro raus, bot mir schon ein Chinese schon Uhren zum Kauf an - Plagiate sind hier anscheinend wirklich leicht zu bekommen. Aber immerhin konnte er mich auf den richtigen Weg weisen. Also ab in die Richtung wohin er gezeigt hatte, die Strassenschilder sind ja nur teilweise in Englisch und eine richtige Karte (meine Karte war aehnlich gut wie der Metro-Plan) hatte ich ja auch nicht… Naja, nachdem ich spaeter noch eine Chinesin gefragt hatte, die mich in die komplett falsche Richtung schickte, da sie wahrscheinlich nicht wusste, wo die Strasse ist, wo ich hinwollte, traf ich dann gluecklicherweise ein paar Spanier auf der Strasse, die einen detaillierten Stadtplan dabei hatten und selbst erst einen Tag da waren. Die kannten das Problem schon, es scheint hier naemlich so zu sein, dass man eher in die falsche Richtung geschickt wird, als dass man ein “Weiss nicht.” als Antwort bekommt. Da die beiden jedenfalls in die gleiche Richtung unterwegs waren, habe ich mich einfach angeschlossen und dann die entsprechende Abzweigung genommen. Und schon war ich da. Und habe als erstes, nach dem Einchecken, einen Stadtplan mit Englisch/Chinesischen Bezeichnungen erstanden…
Zu diesem Zeitpunkt war ich allerdings schon komplett nassgeschwitzt, wir haben hier naemlich heftigen Smog (Blauer Himmel???) bei ca. 35 Grad mit fast 100% Luftfeuchtigkeit. Gluecklicherweise scheinen alle Gebaeude, die ich bisher kennengelernt habe, klimatisiert zu sein. Ich bin also erstmal in mein Zimmer zu meiner “Sailor Bunk” gegangen, hab meine Sachen abgeladen und mich kurz mit meinen Mitbewohnern unterhalten, danach bin ich dann hoch in die Bar und hab mir erstmal ein Bierchen (Heineken!) gegoennt und mich ein wenig mit Aaron, einem Ami, der dort schon sass, unterhalten.
Jetzt, nachdem das Gewitter vorbei ist, dass hier auch noch nebenbei getobt hat, werde ich gleich mal raus in die Schwuele gehen und mir ein wenig Essen besorgen. Eigentlich wuerde ich zwar ganz gerne schlafen, aber das ist wohl aufgrund der Reise und des Jetlags noch so - Schlafenszeit wird fruehestens in drei Stunden sein… Mal schauen, vielleicht esse ich heute auch noch hier im Hostel…
Morgen kommt dann Vinh in Shanghai an, Vormittags werde ich mal das Shanghai-Museum erkunden.
So, das wars erstmal!
Ha, heute geht es nach China. Um 14:30 Uhr wird mein Flieger Hamburg gen Amsterdam verlassen, wo ich dann vier Stunden in Schiphol zubringen darf.
Also nichts mit Amsterdam angucken, sondern eher gelangweilt am Flughafen sitzen… Danach naja, so gegen 18:30 Uhr werde ich dann die Niederlande verlassen und Shanghai anfliegen, wo ich morgen gegen 10:50 Uhr dortiger Zeit ankommen werde.

photo credit: shanghaiexpat2008
Und dann wird es spannend: Ohne Chinesischkenntnisse muss ich mein Hostel finden und einchecken - den Rest des Tages werde ich dann mehr oder weniger spontan gestalten. Eine Möglichkeit wäre z.B. das angeblich sehr gute Shanghai-Museum. Aber jetzt muss ich weiter packen und noch letzte Sachen einkaufen - hab gestern doch glatt die Tube Burti vergessen…
Das passiert, wenn man im Sessellift sitzt, und mit beiden Beinen in der Bindung ist, weil das Öffen nur noch mit Schraubenzieher klappt…
Ich bin der mit der roten Jacke…
Wir sind wieder zurück aus dem Skiurlaub - mit wenig Schnee aber 7 Tagen voller Sonne war das Wetter zwar nicht perfekt, aber schon ziemlich gut. Gefehlt hat nur ein wenig Neuschnee. Es hat sich allerdings wiedermal bestätigt, dass Sölden als Skigebiet auf Dauer langweilig ist, da die Pisten nicht besonders anspruchsvoll sind. Die meisten Bilder sind übrigens schon bei Flickr hochgeladen - einfach auf das Bild klicken.
So. Nachdem wir nachmittags noch einen Dominikanerinnenkonvent angeschaut haben, haben wir also La ciudad blanca am 21.11.06 abends verlassen, um den Bus von Cruz del Sur nach Nasca zu nehmen. Die Busfahrt sollte um 19:30 Uhr losgehen und 9-10 Stunden dauern.
Nebenbei hatte ich noch Magenkraempfe und Durchfall, da ich irgendwas gegessen hatte, was ordentlich durchgeschlagen hat. Trotz meiner Durchfallmedikamente hat es mehr als einen Tag gedauert, bis ich keine fluessigen Erlebnisse mehr hatte. Die Magenprobleme sind allerdings immer noch nicht ganz weg.
Aber zurueck zur Busfahrt: Wir trafen da doch glatt eine Ecuadorianerin mit ihrer Mutter, die auf der Heimreise waren und die wir vom Ende des Inka Trails kannten. In Agua Calientes waren wir ja in die heissen Quellen gegangen und dort im Becken hatten wir uns nett mit den beiden unterhalten. Wie es der Zufall so wollte, sassen die beiden im Bus auch noch neben uns…
Naja, die Busfahrt ging zwar schnell vorueber, aber war fuer mich total anstrengend, da ich praktisch kaum geschlafen hatte (im Gegensatz zu Torben). Als wir in Nasca ankamen war es gerade mal 4 Uhr morgens, insofern ein wenig frueh fuer den Flug ueber die Geoglyphen. Also haben wir uns ein wenig vor den Fernseher gehockt und bekamen eine krass verschaerfte Variante der deutschen Show “The Bachelor” zu sehen - voellig enthemmt die Maedels…
Gegen 6 Uhr nahmen wir dann zusammen mit einer 66-jaehrigen Englaenderin, die wir schon aus Puno kannten, und die zwischenzeitlich auch angekommen war, ein Taxi Richtung Flughafen, um dort den Flug ueber die geheimnisvollen Erdzeichnungen von Nasca zu machen. Nach ein wenig verhandeln hatten wir uns auch auf eine Fluggesellschaft geeinigt und sind mit einer 4-Mann Maschine (inkl. Pilot) aufgestiegen, um den Rundflug zu machen. Die Horrorstories ueber Uebelkeit und aehnliches bewahrheiteten sich gluecklicherweise nicht und sehen konnten wir auch alles - insofern ein gelungener Flug!
Danach gings wieder zum Busdepot, wo wir direkt ein Colectivo nach Ica/Huacachina nahmen. Das Colectivo war ein alter Ami-Schlitten aus den 60er Jahren und wir sassen zu viert hinten und zu dritt vorne. Aber nur fuer zwei Stunden… Dann kamen wir naemlich in der Oase Huacachina an - tolle Duenenlandschaften, halt die “peruanische Sahara”. Und mittendrin halt dieses Wasserloch, umgeben von vielen haesslichen Gebaeuden.
Dort wohnten wir jedenfalls im Hostal El Huacachinero, welches sehr sauber war und einen Pool hatte. Und einen Papagei, der am naechsten Morgen um 4 Uhr seine Existenz neu entdeckte und einen Heidenlaerm im Wettbewerb mit ca. 2000 Haehnen veranstaltete… Um 9:30 Uhr gings dann jedenfalls mit einem 150 PS Buggy in die Sandduenen - ein tolles Erlebnis, wenn auch das integrierte Sandboarden ein wenig enttaeuschend war. Nicht halb so cool wie Snowboarden, aber trotzdem lustig. Und auch fuer unsere Kameras war es mal wieder sehr belastend - meine stand durch den Sand mal wieder kurz vorm Exitus.
Nach einer kurzen Taxifahrt nach Ica ging es dann von dort aus weiter nach Pisco, in einem Bus, wo wir die ganze Zeit Angst um unser Gepaeck hatten. Naja, nach einer Stunde waren wir dann in Pisco, der Heimatstadt des peruanischen Nationalgetraenks, des Pisco Sour. Hier uebernachteten wir im Hostal San Jorge Residencial, das ein wenig ausserhalb liegt. Heute, am darauffolgenden haben wir dann morgens eine kleine Bootstour auf die “kleinen Galapagos”, die Islas Ballestas gemacht, wo wir Seeloewen, Pelikane, Delphine und anderes Getier in freier Wildbahn sehen konnten. Super Tour, leider war das Wetter fuer Photos nicht ideal…
Und dann stand um 14 Uhr schon die Fahrt nach Lima an, diesmal mit Ormeños, deren Sitze in den Bussen anscheinend alle kaputt sind. Zumindest unsere Versuche foerderten keinen einzigen Platz mit heiler Rueckenlehne zu Tage. Naja, und nun sitze ich hier im Flying Dog Hostel in Lima, waehrend Torben gerade duscht und beende den Eintrag. Morgen gehts ja dann via Amsterdam zurueck nach Hamburg, so dass wir Sonntagabend wieder da sind.
Samstag, also am Vorabend der landesweiten Bezirks- / Kreiswahlen sind wir aus Puno mit dem Bus nach Arequipa gereist. Unsere erste laengere Busfahrt! Wir hatten bei der Gesellschaft Julsa gebucht, was uns im Nachhinein in Puno ein wenig Sorgen bereitete: Kaum hatten wir das Ticket in der Hand, erzaehlte uns eine Schweizerin, dass ihr von dieser Gesellschaft abgeraten worden war, da die Busse manchmal doch sehr alt seien…
Autos in Peru sind sowieso ein Thema fuer sich: Der Markt ist fest in der Hand von Toyota, Hyundai, Daewoo und Mitsubishi, vereinzelt sieht man mal einen alten Kaefer oder einen Mercedes Sprinter als Bus. Mittel- oder Oberklassewagen sind hier auf den Strassen sowieso nicht zu sehen: Wir haben noch keinen einzigen BMW oder Audi gesehen, von Mercedes wie gesagt auch nur die Nutzfahrzeuge. Aber zurueck zum Bus.
Unser Bus war eigentlich ganz gut erhalten, auch wenn, wie bei vielen peruanischen Autos, die Windschutzscheibe mit Spruengen gut ausgestattet war. Die Fahrerkabine war uebrigens wie im Flugzeug, durch eine Zwischentuer geschuetzt. Unsere Sitze fanden wir dann schnell, und da der Bus nicht ueberbucht war, waren auch keine Diskussionen noetig, wem denn nun die gebuchten Plaetze zustehen wuerden. Das lustige ist, dass eine Buchung der Fahrkarten eigentlich nur mit Ausweisnummer moeglich ist, aber da wir bei Kauf der Tickets keine Ausweise dabei hatten, gings halt auch ohne. Schon seltsam. Vom Preis her war das ganze auch spottbillig: Fuer die 6-stuendige Busfahrt waren nur 20 Soles faellig, also 4-5 Euro.
Die Busfahrt an sich war schon bemerkenswert: Zwischendurch stellten sich irgendwelche Leute in den Gang (leider immer direkt neben unsere Plaetze) und priesen Multivitaminpraeparate an oder fingen an mit Panfloete und Klampfe ausgestattet ein Buskonzert zu veranstalten. Der Kuenstler verteilte dann auch Bonbons “for free” und wollte spaeter dann 5 Bonbons zum Kurs von 1 Nuevo Sol verkaufen. Da Torben und ich soetwas schon geahnt hatten, drueckten wir ihm seine “milde” Gabe wieder in die Hand und das Thema war gegessen.
Gegen 13:30 kamen wir dann bei schoenem Wetter in Arequipa an. Die Aussenbezirke der Stadt sind extrem haesslich und aermlich, ueberall stehen unvollendete Haeuser und Bauten, da viele Einwohner aus Kostengruenden nur einen Raum vollenden (Miete sparen), und den Rest der Gebaeude unfertig stehen lassen. Aber je weiter wir in die Stadt reinfuhren, desto schoener wurde sie und wie sich inzwischen rausgestellt hat, ist Arequipa im Zentrum die bisher schoenste Stadt, die wir in Peru kennengelernt haben.
Am Terminal Terrestre, wo der Bus hielt, nahmen wir jedenfalls erstmal ein Taxi (zum ersten Mal haben wir uns nicht ueber den Tisch ziehen lassen und hartnaeckig verhandelt), dass uns zu der von uns gewuenschten Unterkunft brachte: Dem Casa de Avila, wo ich zur Zeit sitze, und diesen Blog-Eintrag schreibe. Von dort brachen wir dann auf, die Tour fuer die naechsten 2 Tage zu buchen: Den Ausflug in den Colca Cañon.
Dank unserer Reisefuehrer hatten wir auch schnell einen Touranbieter ausgemacht, den wir nach unserem ersten peruanischen Doener (wo wir gleich ein paar Deutsche trafen…) bei Santa Catalina Tours buchten. Dort war es nicht nur guenstig (30$ fuer 2 Tage), sondern wir trafen mit Mitarbeiterin Doris den ersten peruanischen Modern Talking Fan, der uns bisher untergekommen war. Sie war jedenfalls ganz aufgeregt, dass uns Dieter in der Naehe von Torben wohnt. Abgesehen davon konnten wir ihr ein wenig Nachhilfe in Deutsch geben, da sie gerade mit dem Sprachunterricht angefangen hatte. Zudem half sie uns, ein Busticket fuer die Reise nach Nasca zu buchen.
Nachdem wir damit durch waren, gingen wir schoen im El Viñeda, einem der besten Restaurants von Arequipa essen, wo wir sehr schoenes Filet Mignon hatten - eine Wohltat nach einigen, nicht allzu delikaten, Essen. Da wir auf dem Weg zum Essen noch David, einen Amerikaner, den wir in Puno mit auf dem Schiff hatten, und Frank vom Inkatrail getroffen hatten, gingen wir mit David nach dem Essen noch weiter in eine Bar namens Deja Vu.
Das Problem war bloss, dass das peruanische Wahlgesetz vorschreibt, dass zwei Tage vor der Wahl kein Alkohol in Kneipen ausgeschenkt werden darf. Abgesehen davon ist jeder Peruaner verpflichtet, waehlen zu gehen, ansonsten darf er ordentlich Geld lassen: Bei einem Monatsverdienst von 700 Soles fuer einen Lehrer sind 300 Soles schon eine Hausnummer…
Naja, wir versuchten natuerlich trotzdem, ein Arequipeña, das hiesige Bier aufzutreiben. Mit Erfolg! Es war zwar alles sehr verschwoererisch, da wir keine Flaschen bekamen sondern neutrale Porzellan-Becher, aber letztendlich bekamen wir dann doch ein paar Bierchen und unterhielten uns noch nett mit Kalifornien-David.
Am naechsten Tag waren Wahlen, daher ein Novum: Tourstart erst um 10 Uhr!!! Das hiess zum ersten Mal ausschlafen. Wir wurden also puenktlich um 9:40 Uhr von unserer Tourfuehrerin abgeholt, und nachdem wir die komplette Reisegruppe zusammen hatten, stellte sich raus, dass wir die einzigen waren, die Spanisch NICHT als Muttersprache hatten. Somit war die ganze Tour in den Colca Canon in Spanisch, was den beiden Venezuelanern und den 3 Spaniern in der Gruppe auch ganz gut passte. Fuer unser Spanisch war es jedenfalls auch eine gute Uebung.
Es ging jedenfalls los und als erstes hielten wir an einer Stelle, wo wir viele freigrasende Vicuñas, Lamas und Alpakas sehen konnten. Danach ging es dann in eine kleine Raststaette, wo wir erstmal einen Coca-Tee trinken durften, da es danach recht hoch gehen sollte: 4900m, zu einem Pass und Aussichtspunkt von dem man einen schoenen Blick auf die aktiven Vulkane Chachani, Misti und Ampata haben sollte.
Von da aus gings wieder weiter runter, und zwar nach Chivay, wo wir die Nacht als einzige Gaeste eines grossen Hotels verbringen sollten. Waehrend Torben warme Quellen badend genoss, surfte ich ein wenig im Internet, da ich schlauerweise meine Badehose vergessen hatte… Abends gabs dann ein Essen mit Folkloreeinlagen, wo verschiedene Leute am Tanz teilnehmen “durften”. Ich war zwar nicht betroffen, dafuer aber Torben…
Am naechsten Tag machten wir uns dann auf den Weg zum Cruz del Condor, um dort ein wenig Andenkondore anzuschauen. Ausserdem natuerlich einen der tiefsten Cañons der Welt mit seinen vielen Terassierungen, die in die Prae-Inkazeit zurueckreichen. Die Andenkondore jedenfalls werden so gross, dass sie eine Fluegelspannweite von bis zu 3m erreichen. Abgesehen davon scheinen sie bis zu 70 Jahre alt zu werden und Selbstmord zu begehen, wenn ihr Partner stirbt.
Da zur Zeit Brutzeit ist, waren die Chancen leider nicht perfekt, Kondore zu sehen, aber trotzdem hatten wir Glueck und sahen vier Kondore, leider allerdings nur aus der Ferne. Danach gings ueber kleine Orte wie Maca wieder zurueck, so dass wir gestern gegen 17 Uhr wieder in Arequipa waren.
Gestern gingen wir dann ins “Erlebnisrestaurant” Zig-Zag, wo wir zwei sehr leckere Trilogien bestellten: Die eine Trilogie war ein leckerer argentinischer Rotwein mit dreierlei Trauben, die zweite Trilogie war das Essen: Eine auf extrem heissen oesterreichischem Berggestein servierte Zusammenstellung von Alpaka-, Rinder- und Straussenfilet. Sehr lecker. Hinterher sind wir noch ins Deja Vu gegangen, wo wir noch ein paar Australier, wie immer mit GAP unterwegs, trafen und bis 1:30 Uhr durchhielten.
Momentan ist Torben noch am Schlafen, aber fuer den Rest des Tages ist eine kleine Rundtour durch Arequipa und den Konvent Sta. Catalina geplant, heute Abend gehts dann mit einem Schlafbus von Cruz del Sur nach Nasca, wo wir morgen kurz einen Rundflug ueber die in den Boden geritzten Figuren machen, um dann direkt nach Ica, in die Wueste weiterzufahren.
Aber dazu ein anderes mal mehr, dieser Eintrag ist eh schon zu lang…
So. Nachdem wir gestern Puno verlassen und in Arequipa angekommen sind, hier ein kleiner Nachbericht. Puno ist die wahrscheinlichste haesslichste Stadt in Peru. Zumindest haben wir bisher keine haesslichere Stadt gesehen, die mit so vielen Bauruinen gesegnet ist.
Wir sind also mit einem weinenden Auge von Cusco nach Juliaca geflogen, wo wir unser erstes Sammeltaxi, ein sogenanntes Colectivo nahmen, um die 45km vom Flughafen Juliaca nach Puno zu fahren. Juliaca ist uebrigens aehnlich haesslich wie Puno und ein Stueck kleiner. Die beiden Staedte liegen ca. 3800m ueber dem Meeresspiegel, also nochmal ein wenig hoeher als Cusco. Ist schon ziemlich seltsam, dass ein so grosser See wie der Titicacasee hoeher liegt als die meisten Berge der Alpen…
Im Colectivo haben wir jedenfalls erstmal zwei deutsche Polizisten kennengelernt, die uns spaeter etwas ueber eine vor wenigen Wochen passierte Entfuehrung zweier deutscher Studenten in Puno erzaehlten: Die beiden wurden ueber Wochen gezwungen, mit ihren Kreditkarten Abhebungen am Geldautomaten zu machen. Naja, auf jeden Fall dauerte es ein wenig, zum Hotel in Puno zu gelangen, da massive Demonstrationen und Wahlkampfveranstaltungen den kompletten Verkehr in der Innenstadt lahmlegten. Nachdem wir dann aber doch im Manco Capac Inn ein Zimmer bezogen hatten, mussten wir ca. 10m quer ueber die Strasse gehen, um unsere Besichtigungstour fuer den Titicacasee zu buchen.
Die Tour fand dann am naechsten Tag statt, wiedereinmal zu einer uns schon bekannten Uhrzeit: Um 6:50 Uhr wurden wir abgeholt, um 7:00 Uhr verliess dann unser Schiff den Hafen in Puno bei eher bewoelktem Wetter. Auf dem Programm stand ein Besuch der schwimmenden, von den Einwohnern selbst gebauten Uro-Schilfinseln und anschliessend ein Besuch der Insel Taquile.
Die Inseln sind komplett aus Schilf gebaut und schwimmen wie ein Floss oder Ponton auf dem Titicacasee. Wenn die Inseln nicht alle 6-9 Monate repariert werden, saufen sie einfach ab. Ein paar Photos, die demnaechst kommen, koennen da wohl eher ein Bild vermitteln…
Danach ging es nach Taquile, auf die Insel der strickenden Maenner, wo die Einwohner in einer Art Kommune leben - das gesamte wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben wird von einer Art Gemeinderat bestimmt. Die Insel war zwar ganz interessant, nach den sensationellen Aussichten auf dem Inka Trail allerdings ein wenig langweilig.
So war das schoenste dann doch die Bootsfahrt ueber den See, wo wir zwei deutsche trafen, mit denen wir dann abends versuchten wegzugehen. Das war allerdings nur maessig erfolgreich, da aufgrund der Wahlen am heutigen Sonntag nichts los war. Sogar das Ausschenken von Alkohol ist vor den Wahlen verboten, so dass wir ziemlich allein im Ekekos, der von uns besuchten Disco waren.
Naja, am naechsten Tag, also gestern haben wir uns dann um 8 Uhr in einen Ueberlandbus geschwungen und sind die 6 Stunden nach Arequipa gefahren. Mehr dazu im naechsten Blog-Eintrag, unsere Tour in den Colca Canon startet naemlich in 10 Minuten.
So, und nun - wie versprochen - etwas ueber unseren Ausflug in die Manu-Kulturzone.
Manu liegt nord-oestlich von Cusco und ist innerhalb von einigen Stunden Busfahrt zu erreichen. Wir starteten also am 12.11.2006 um 5:40 Uhr zusammen mit einem deutschen Paar und einem englischen Paar - Richard und Sarah. Die beiden Briten sollten uns auf allen 4 Tagen begleiten, waehrend die anderen beiden die 8-Tagestour nach Manu gebucht hatten und nur bis zum Fluss mit uns fuhren.
Der erste Tag war also eine weite Autofahrt von 3400m auf 400m mit einigen Zwischenstopps in kleinen Orten und Plaetzen, wo wir dann unser Mittagessen zu uns nahmen oder die (verfallenen) Kolonialbauten bewundern durften oder auch ein paar fette Moorhuehner per Teleskop verfolgen konnten. Abends kamen wir schliesslich in Pilcopata an, wo wir in einer Lodge Zimmer bekamen. Als erstes fiel uns ein dicker fetter Kaefer ins Auge, dann auch schon das Internetcafé… Da versuchten wir auch ins Internet zu kommen, aber das alles war nicht so einfach, da es anscheinend nur einen Klingeldraht fuer 5 Computer gab. Kaum hatten wir uns an den Rechner gesetzt und warteten auf das Laden der Seite fiel der Strom aus - aber Torben und ich hatten ja vorsichtshalber beide unsere Taschenlampen dabei, so dass wir die Zeit bis zum Anzuenden der Kerzen ueberbruecken konnten. Als wir dann Richtung Abendessen gingen, gabs kurze Zeit spaeter auch wieder Strom und wir konnten unser Essen sogar sehen…
Am naechsten Tag gings mit einem motorisierten Kanu auf dem Rio Madre de Dios weiter gen Dschungel, als auf einmal Torben “Pass auf!” rief und eine ca. 1m hohe Welle auf uns zukam, die uns von Kopf bis Fuss durchnaesste - die Klamotten, Schuhe und elektronischen Geraete waren so nass, als ob wir im Madre de Dios schwimmen gewesen waeren. Als wir an unserer Dschungellodge dann ankamen, dauerte es locker 2 Stunden, bis die Sachen in der prallen Sonne wieder trocken waren. Und Kameras und Mobiltelefone sollten noch bis Cusco brauchen, bis sie wieder verlaesslich funktionieren sollten. Nachmittags haben wir dann bis 19 Uhr eine Erkundung des Urwaldes gemacht, wo wir viele bunte Voegel anschauen konnten. Abends haben wir dann versucht Kaimane im Teich zu sehen, allerdings waren leider nur die Augen sichtbar, da die bloeden Viecher verdammt scheu sind. Danach sind wir dann bei totaler Dunkelheit (unser Guide Barfuss!!!) zurueck zur Lodge gegangen.
Am 3. Tag stand mal wieder fruehes Aufstehen auf dem Programm: In der Naehe der Lodge gab es eine Mineralienlecke, die von Papageien und Sittichen und anderen bunten Voegeln zur Nahrungsergaenzung benutzt wird. Da diese Voegel schon frueh essen, mussten wir leider schon gegen 5:30 Uhr an der Lecke sein. Nach dem Spektakel gabs dann Fruestueck und erst nachmittags wieder Programm: Affen angucken, Voegel suchen, Ameisen und Termiten bewundern.
Der 4. Tag war dann nur noch die Rueckreise mit dem Bus nach Cusco ueber abenteuerliche, nicht abgesicherte Schotterpisten und Bergpaesse.
Ueber unsere heutige Titicacaseetour schreiben wir dann spaeter…
Die ersten Bilder vom Inka Trail sind da!
Den Trail haben wir ja letzte Woche beendet und er war schon beeindruckend: Noch nie habe ich so dreckige Toiletten gesehen. Aber scherz beiseite: Sehr schoene Landschaft, unglaubliche Aussichten und verschiedenste Vegetation: Nebelwald, Hochgebirge, …
Der erste Tag war sehr einfach; Torben und ich haben am naechsten Tag nichts von der Wanderung gespuert, auch wenn andere in unserer Gruppe schon leichte Beschwerden ankuendigten. Der Hoehenunterschied war minimal - von 2600m auf 3000m oder so aehnlich, und das alles in 4 Stunden war gut machbar. Geregnet hat es dann uebrigens auch, eigentlich an jedem Tag des Trails.
Dafuer hatte es dann der 2. Tag in sich: 1200m Hoehenunterschied waren zu bewaeltigen, von 3000m ging es zum Pass der “Toten Frau”, mit 4200m der hoechste Punkt des Trails. Zu diesem Zeitpunkt brauchte einer aus unserer Gruppe schon Sauerstoff, andere kamen 2,5h nach uns ins Ziel. Und Alaska war 20min vor uns im Ziel… Das groesste Problem war allerdings nicht die Muskelbelastung sondern eher die duenne Luft, und, eingeschraenkt auch der Regen. Fuer mich war an diesem Tag der Abstieg das groesste Martyrium, da meine Knie die zu tausenden vorhandenen Stufen, mit z.T. 80cm Hoehe nicht gut abkonnten. Die Schmerzen sollten mich noch ein paar Tage, auch ueber den Trail hinaus, begleiten.
Der 3. Tag hatte nur einen schweren Pass (von 3200m auf 3900m), der aber vormittags gegessen war und somit war der Rest der 9h Gehdauer fuer den Abstieg auf 3000m mit vieeeeeelen Stufen reserviert. Aber, am Ende des Tages wurden wir mit einem echten Steingebaeude belohnt, wo wir in Ruhe ein Bierchen mit unseren australisch-kanadisch-englischen Bekannten trinken konnten, die wir auch nach dem Trail noch ein paar mal in Cusco gesehen haben und mit denen wir dementsprechend auch weg waren.
Am 4. Tag stand dann ein fruehmorgendlicher Sprint zum Sonnentor an, von dem man eigentlich Macchu Picchu sehen kann. Leider war alles wolkenverhangen. Trotzdem, wie auch spaeter noch an den Photos zu sehen sein wird, war Macchu Picchu sehr beeindruckend! Danach gings nur noch nach Agua Calientes, in warme Thermalbaeder und zurueck nach Cusco, wo wir erstmal gluecklich geduscht haben und das saubere Badezimmer geniessen konnten…
Torben und ich sind auch heil aus dem Regenwald wiedergekommen - ohne Gelbfieber, Malaria, Dengue-Fieber, Sandfliegen und ich sogar ohne Mueckenstiche… Das war jedenfalls ziemlich abenteuerlich mit dem Beinahe-Exitus meines Mobiltelefons und meiner Kamera sowie Elektrizitaetsausfaellen (wo vorhanden) usw. Mehr dazu hier oder dann zuhause :-).
Heute um 14 Uhr geht es mit dem Flieger nach Juliaca und von dort mit dem Bus nach Puno, was am Titicacasee liegt. Da werden wir einen Tag bleiben, uns die schwimmenden Schilfinseln und die Insel Taquile mit den strickenden Maennern anschauen und anschliessend, am folgenden Tag Richtung Arequipa marschieren.
Arequipa wird der naechste Ausgangspunkt sein, von dem aus wir eine mehrtaegige Tour in den Colca Cañon geplant haben: Condore anschauen und einen der tiefsten Cañons der Welt erforschen.