Abwarten und Tee trinken

Munnar - Top Station
Creative Commons License photo credit: kcbimal

Am 28.11.2011 machen wir uns auf den Weg nach Munnar. Rony faehrt, Rocio liegt hinten auf der Rueckbank und schlaeft und ich verfolge die Route und Strecke auf meinem Telefon per GPS. Nachdem wir Gewuerze in Periyar gekauft haben, geht es gegen 19 Uhr los, auf engen, dunklen, unbeleuchteten engen Gebirgspaessen, oftmals nur Sand unter und ein Abhang neben uns, fahren wir mit durchschnittlich 25 km/h gen Munnar.

Wir brauchen – im Gegensatz zur Angabe im Routenplaner von Google – sage und schreibe 4 Stunden fuer die 104 km und sind hinterher heilfroh, angekommen zu sein. Unsere Unterkunft heisst Green Wood Cottage und ist ein kleines Haus am Hang eines Berges, ca. 13 km ausserhalb von Munnar. Das eigentlich reservierte Hostel hat uns zu seiner Zweigstelle im Gruenen geschickt, weil direkt in Munnar kein Platz mehr war. Ausser zwei Touristinnen aus Daenemark bzw. England sind wir die einzigen Gaeste auf dem Berg, lediglich der Verwalter ist noch da.

Am naechsten Morgen stehen wir gegen 9 Uhr auf, fruehstuecken mit den anderen und machen uns dann auf die Suche nach Rony. Der erzaehlt uns, dass wie in Munnar die Strassen blockiert sind, er aber versuchen koenne, und zum Spicegarden zu bringen. Wir stimmen zu, und 3 Minuten spaeter haelt unser kleiner Tata – ein Auto kann man es kaum nennen – vor dem Spicegarden.

Der Spicegarden ist eine Mischung aus Zoo und botanischer Ausstellung: Neben zwei Elefanten und einem Kamel ist auch noch ein Pferd da auf dem man reiten kann, so man denn will. Ausserdem gibt es noch zwei Baumhaeuser und viele Gewuerzpflanzen und Baeume, die mit Aufstellern ausgestattet sind, so dass man auch weiss, welches Gewuerz gerade vor einem waechst. Im grossen und ganzen ist das ganze jedenfalls unspektakulaer und nach einer halben Stunde sind wir wieder draussen.

Rony guckt uns verbluefft an, dass wir so schnell sind, kann uns aber nirgendwo sonst hinbringen. Daher machen wir uns zu Fuss auf, Teeplantagen zu sehen – wir muessen lediglich der Strasse nach Munnar folgen. Der Plan ist, die 13 km zu wandern, und sich dann abends von Rony abholen zu lassen, da der Streik ja um 18 Uhr vorbei ist.

Nach einer Stunde wandern sehen wir die ersten Teefelder, gruene Flickenteppiche auf den Berghaengen. Als wir weiterlaufen und Fotos machen, die Natur bewundern und uns langsam Richtung Munnar vorarbeiten haelt auf einmal ein Gelaendewagen neben uns. Das Fenster geht auf, und ein Mann fragt uns, ob er uns mitnehmen koenne – er bricht mit seinem Auto den Streik und versucht trotz der Blockaden nach Munnar durchzukommen. Wir steigen ein und sind 15 Minuten spaeter in Munnar, wo wir aussteigen – auf dem Weg haben wir genug schoene Landschaft fuer den Rueckweg gesehen…

In Munnar wird erstmal ein Tee geordert, dann ganz geheim im Restaurant Mittag gegessen – offiziell ist das ja auch wegen des Streiks geschlossen. Wir sind hingegangen, da uns ein anderer Tourist, ein Franzose, den Tipp gegeben hatte, dass es zwar zu sein, man aber, wenn man die Betreiber fragt, trotzdem etwas bekommt. Gesagt getan und kurze Zeit spaeter steht das beste Chicken Masala meiner Indien Reise auf dem Tisch – fuer unter 100 Rupien, also weniger als 1,40 EUR.

Danach machen sich Rocio und ich auf den Rueckweg: Vorbei am Wasserkraftwerk, Teeplantagen die 13km Richtung Green Wood Cottage. Und wieder haben wir Glueck – nach ca. 6 km Wanderung nimmt uns ein weiterer streikbrechender Autofahrer ein paar Kilometer mit, da er aber in eine andere Richtung muss geht es danach zu Fuss weiter.

Als wir fast am Ziel sind werden die uns schon laenger begleitenden dunklen Wolken tatsaechlich zu Regen, und wir erreichen das Hostel mit Muehe und Not bevor der Himmel die Schleusen entgueltig oeffnet und einen kleinen Ozean Richtung Boden schickt.

Zu Abend kocht der Hausverwalter fuer uns ein Kartoffelcurry und ich lasse den Abend mit einem indischen Bierchen ausklingen.

Am naechsten Tag geht es auf den Rueckweg nach Cochin, von dort mit dem Flugzeug nach Mumbai und von dort mit dem Flieger Richtung Heimat – zur Zeit sitze ich in Dubai in der Emirates Lounge und warte auf meinen Anschlussflug nach Hamburg. Der Flug in Mumbai ging um 4:30 Uhr los, und da ich vorher nicht geschlafen habe, war ich sofort eingeschlafen. Auf dem Hamburg Flug habe ich dann noch mal 6 Stunden Zeit fuer ein Nickerchen – die 2,5h von Mumbai nach Dubai waren dann doch zu wenig.

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