Zu Füßen des Vulkans Osorno
28.10.2009 – 30.10.2009, Puerto Varas, Chile
Im Bus von Castro nach Puerto Varas reserviere ich per Internet und Telefon ein Bett im Hostel Compass del Sur. Bei meiner Ankunft um 20:30 Uhr in Puerto Varas regnet es selbstverständliche und ich mache mich, beladen mit meinen zwei Rucksäcken, auf den 15 minütigen Fußweg zum Hostal, über Treppenstufen einen Hügel hinauf, an schwedisch erscheinenden Häusern vorbei bis hin zum Eingang des Hostels, dessen Tür mir von zwei älteren Kolumbianerinnen, die ebenfalls dort wohnen, geöffnet wird.
Ich werde von Gisela, einer Chilenin aus Frutillar, begrüßt, und als sie mir mein Zimmer zeigt, schreit auf einmal eine junge Frauenstimme vom Dachboden herunter, dass sie Deutsch spräche: Jaqueline, die im Hostel arbeitet und aus Münster kommt. Ich schleiche an diesem Abend allerdings nur noch in mein Zimmer und gehe früh ins Bett. Übers Internet erhalte ich gute Nachrichten – Daniela, meine Ex-Spanischlehrerin aus Valparaíso wird am nächsten Tag in Puerto Montt, der Hauptstadt der Provinz, 20 Minuten von Puerto Varas entfernt gelegen, ankommen. Wir vereinbaren, dass wir uns am naechsten Tag treffen.
Am nächsten Morgen darf ich das hervorragende Frühstück des Hostels genießen. Während ich gemütlich die warmen Brötchen mit Marmelade esse, unterhalte ich mich mit ein paar Australiern und einer Italienerin und als ich danach meine Sachen für einen Zimmerwechsel zusammengepackt habe, schlägt mir eine weitere Mitarbeiterin, Maria-José, vor, ich solle doch mal nach Frutillar fahren.
Angekommen in Frutillar fängt es selbstverständlich an zu regnen, glücklicherweise allerdings nur schwach. Dieser Ort wirkt wie eine deutsche Kolonie: Es gibt ein Restaurant “Seeblick”, “Guten Appetit”, auf den Speisekarten stehen Kuchen und Waffeln und als ich die Straßen entlangwandere, sprechen mich zwei alte Damen an: Ob ich Deutsch spräche, was ich hier täte, usw. Sie seien Nachfahren deutscher Einwanderer erzählten sie mir in fast perfektem, aber akzentuierten Deutsch, immer wieder ins Spanische zurückfallend, wenn ein Wort fehlte. Ich schaue mich noch kurz ein wenig um, danach kehre ich allerdings schon zurück nach Puerto Varas, um mit Dani zu telefonieren.
Mit Dani vereinbare ich zunächst, dass sie mit einem Freund von Puerto Montt nach Puerto Varas kommt. Als wir uns dann am Abend treffen, besuchen wir noch eine Pizzeria und eine Bar, danach kehren die beiden zurück nach Puerto Montt. Bei meiner Rückkehr ins Hostel überredet mich Jaqueline noch, zusammen mit ihr, einem anderen Deutschen, ihrem Chef und einem Freund ihres Chefs noch ein wenig auszugehen. Interessanterweise landen wir in der gleichen Pizzeria, der gleichen Bar und bleiben dort dann noch ein wenig. Es ist der sehr frühe Morgen des 30.10.2009, dem Tag an dem die Fähre in den Süden Patagoniens geht, als ich schließlich ins Bett gehe.
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