Käfersuizid im Dschungel

Gestern morgen schlafen Krishna und ich aus, dann geht’s gegen 11 Uhr Richtung Santa Marta: Der Tayrona Nationalpark steht auf dem Programm. In Santa Marta angekommen lassen wir unser Gepäck im Hostel, in dem ich mir für heute Nacht ein Zimmer reserviert habe, und machen uns sodann, nur mit dem nötigsten ausgestattet, auf den Weg zu den Bussen.

Nach ein paar Irrwegen in Santa Marta, die wir zum Kaufen von Früchten und Wasser nutzen, finden wir die Busse auch – sie stehen nicht an einem Busbahnhof, sondern einfach an der Straßenkreuzung Cra. 11 Clle. 11. Der Helfer des Busfahrers komplimentiert uns rein in das schon etwas ältere Gefährt, aber leider sind nur noch Plätze frei, die senkrecht zum Fahrer direkt an der Windschutzscheibe sind. So richtig wohl fühle ich mich dabei allerdings nicht…

Nachdem wir ein wenig durch die Straßen Santa Martas gefahren sind, geht’s aus der Stadt raus auf eine Landstraße. Zwischendurch stehen mal  ein paar Militärs, die darauf achten, dass die Straße nicht geklaut wird, aber ansonsten passiert nicht viel, außer dass der Bus brechend voll wird.

In Tayrona steigen wir dann aus, gehen zum Parkeingang und werden erstmal freundlich aber bestimmt von Polizisten angehalten: Ob wir Drogen oder Waffen in unseren Rucksäcken hätten und wir mögen die Rucksäcke doch bitte mal öffnen. 5 min. später sind die Jungs fertig mit dem Durchstöbern unserer Taschen und weiter geht’s zur Kasse. Dort dürfen wir die Touri-Eintrittsgebühr von 10 € für ein lustiges gelbes Armband bezahlen, dass uns als zahlende Parkbesucher ausweist.

Wir waren zum Tauchen zwar schon vorher seeseitig im Park, aber somit sind wir nun offiziell als Besucher dort. Leichtsinnigerweise ignoren wir Pferdevermieter und Taxifahrer und machen uns zu Fuß auf den Weg. Somit gehen wir dann erstmal ein paar Stunden durch den Dschungel, nur durch Trinken, Sonnencreme und Insektenspray auftragen unterbrochen. Doch endlich kommen wir dann auch mal an den ersten Strand, an dem leider das Baden verboten ist – zu starke Strömung, es gab laut Schildern wohl schon mehr als 100 Tote an diesem Strand, insofern lassen wir das Baden dann mal sein.

Weiter geht’s Richtung Badestrand (Arecife), der eine gute Stunde entfernt ist. Durch Dschungelpfade erreichen wir Arrecife dann auch bald und auch unseren Campingplatz, wo wir übernachten. Dort warten schon ein paar Franzosen auf uns, mit denen wir, nachdem wir sie kennengelernt haben dann bis in die Nacht Karten spielen bzw. Insektenkunde betreiben. Als Übernachtungsmöglichkeiten gibt es Hängematte oder Zelt, aber aufgrund des günstigen Preises für die Zeltmiete entscheiden wir uns fürs Zelt, auch wenn das ziemlich warm ist. Nachdem es ab 23 Uhr nur noch Kerzenlicht gibt, da der Generator abgeschaltet ist, werden wir Zeugen spektakulärer Selbstmordversuche abenteuerlustiger Käfer, Moskitos und anderer Insekten, die nichts besseres zu tun haben, als in die Flammen zu fliegen. Rafael, einer der einheimischen Betreiber des Campingplatzes, versucht noch Élodie, eines der französischen Mädels, von ihrer Insektenphobie zu befreien, indem er ihr die Viecher überall an den Körper setzt, aber danach geht’s dann auch langsam ins Bett.

Am Morgen entfernen wir dann die neu gefundene Kakerlake aus dem Zelt und machen uns sehr früh, um 7:30 Uhr, auf den Weg zu den schönen Stränden. Und tatsächlich finden wir einen Strand, der nicht benahmst ist, trotzdem sehr schön ist und wo wir erstmal ein morgendliches Bad bei angenehmen 28-30°C Luft- und 26°C Wassertemperatur nehmen. Danach geht’s dann zu den großen, schönen Karibikstränden.

Dort nehmen wir dann gegen 13 Uhr ein Motorbötchen (45 PS Motor auf 12 Personen…), dass uns in etwas mehr als 1,5h nach Taganga bringt. In Taganga essen wir dann zu Mittag und fahren dann per Mikrobus nach Santa Marta.

Hier trinken wir noch ein paar Bierchen und dann verabschiedet sich Krishna, er fliegt jetzt über Bogotá nach Hause. Für mich geht’s morgen nach Cartagena – ich bin gespannt, die Stadt soll sehr schön, aber auch sehr touristisch sein.

Photos gibt es schon bald, wie übich, hier.

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