Flucht aus Bogotá
Nun habe ich die nächtliche Kriminalität in Bogotá am letzten Abend meines Aufenthaltes doch noch selbst erleben dürfen: Als ich gestern gegen 23:30 Uhr vom Haupthaus des Hostels die 30m zum Nebenhaus gehe, taucht aufeinmal aus dem Schatten des Bodens direkt neben der Eingangstür ein Typ auf, der auf mich zukommt, mich auf Café anspricht und auf einmal mit einer Glasscherbe in der Hand hektisch “La plata, la plata, la plata!” schreit. Was übersetzt “Das Geld, das Geld, das Geld” bedeutet. Also krame ich aus meiner Hose das Portemonnaie raus, wo ich eh nur 30000 Pesos drin habe – ungefähr €13. Daraufhin ist er auch schon fast glücklich, es folgt noch ein “La blusa, la blusa, la blusa”, wodurch ich um einen Kapuzenpullover ärmer bin. Direkt danach verschwindet der Typ im Laufschritt und ich trete endlich ins Haus ein.
Dort unterhalte ich mich noch kurz zum Runterkommen mit zwei anderen Gästen, die dort am Fernsehgucken sind, verständige das Personal des Hostels per Telefon, dass sie die Videos sichern sollten und gehe dann irgendwann ins Bett.
Insofern bin ich jetzt auch froh, dass ich erstmal aus dem Hostel und der Straße raus bin. Heute habe ich zusammen mit Krishna, einem Ami, den ich im Hostel kennengelernt habe, den Bus richtung Tunja und dann nach Villa de Leyva genommen. Nach 4 Stunden Busfahrt kommen wir in Tunja an, wo wir gleich gefragt werden, ob wir nach Villa de Leyva wollen. Der Typ bringt uns auch sofort zu einem Kleinbus, und zusammen mit ein paar Kolumbianern machen wir uns auf den Weg durchs kolumbianische Bergland Richtung Villa de Leyva.
Villa de Leyva ist ein 6000 Seelen Dorf nordöstlich von Bogotá und besteht fast ausschließlich aus sehr gut erhaltenen Kolonialbauten aus dem Mittelalter. Photos werde ich morgen dann machen, heute sind Krishna nach einer ewig langen Fußwanderung zum Hostel nicht mehr zum Besichtigen gegangen. Wir werden hier auf jedenfall noch bis übermorgen bleiben, es ist hier schön ruhig, sicher und die Leute sind sehr sehr nett.
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