Nachdem ich mir ja gestern einen faulen Lenz gemacht habe und quasi nichts mehr unternommen habe, stand für heute ein wenig Touristsein auf dem Programm.
Aber erstmal startet der Tag damit, dass ich um 2:30 Uhr hellwach bin – dem Jetlag sei Dank. Also kurz zum Weiterschlafen gezwungen und dann um 6:30 Uhr ist aufstehen angesagt. Schon zwei Stunden später gibt es Frühstück, das damit startet, dass ich ein paar Mitbewohner dieses Hostels kennenlerne: Ein Pärchen aus Deutschland und ein weiteres Pärchen aus Österreich. Da die beiden Österreicher heute abreisen, bringen sie erstmal eine Flasche Champagner mit zum Frühstück, um ihren Abschied zu feiern. Die beiden Herren sind schon seit ein paar Monaten unterwegs und wollen einen Bus nach Buenos Aires nehmen – 24h Stunden Fahrt heißt das…
Nach dem Frühstück mach ich mich dann langsam fertig und verlasse das Hostel, um die Lonely Planet Walking Tour zu machen. Dabei versucht mich auch schon der erste findige Chilene zu betrügen: Er sei Student und sammle Spenden, um sein Studium zu finanzieren. Da ich sowas schon erwartet hatte (der Reiseführer warnt direkt vor dieser Masche), erzähle ich ihm, dass ich aus Litauen sei, nicht studieren würde, da ich kein Geld habe und sowieso die Ausnahme bin – kein reicher Gringo und kaum weiß, wie ich überleben soll. Daraufhin zwitschert er freundlich und mit Händedruck ab. Achja, sein Vater hat mal als Architekt in Litauen gearbeitet – was ein Zufall!!!
Vorher hatte ich noch in die Kathedrale am Plaza del Armas reingeschaut – brechend voll, anscheinend fand gerade ein Gründonnerstagsgottesdienst statt. Ungefähr 150 weißgekleidete Priester sitzen da samt Bischoff, man kommt kaum durch.
Naja, nach der Rundtour entscheide ich mich, im Cerro San Cristobal, die Marienstatue anzuschauen, die 457m über Santiago auf einem Berg steht. Nach kurzem Nachfragen, wo es denn lang geht, schaut mich der Ticketverkäufer am Zoo komisch an und sagt, dass es zu Fuß “mucho lejos” ist, also sehr weit. Davon lass ich mich aber nicht abschrecken und mach mich auf dem Weg. Nach ca. 45 min. bin ich dann auch schon oben, mach ein paar Photos und schau mich ein wenig um. Dabei fällt mir doch glatt ein Restaurant mit der Bezeichnung Biergarten auf, wo ich prompt hingehe und ein Erdinger Weißbier (für einen sündhaften Preis) bestelle. Im Restaurant sitzen auch zwei Iren, Kira und Jason, mit denen ich dann noch ein Stündchen quatsche und mich dann auf den Rückweg mache.
Gestern hatte ich überraschender Weise eine E-Mail im Postfach, wo mich ein Open Source Entwickler, der meine Open Source Arbeit kennt, anschrieb und erzählte, dass er Jython Entwickler sei und in Santiago lebe. Ob ich Lust hätte, mit ihm ein Bier zu trinken (auf seine Kosten…). Also treffe ich mich heute Abend mit ihm, glücklicherweise gar nicht so weit weg von meiner Unterkunft. Und morgen steht ein Treffen mit Diana auf dem Programm, einer Freundin einer Kollegin. Mal schauen, wie Santiago bei Nacht ist :).
So, das wars erstmal, Bilder lade ich jetzt im Anschluss hoch :).
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