Die neue Welt
Im Flieger: Super Sache, so ein Platz am Notausgang – mehr Beinfreiheit als ich nutzen kann, nur beim Start lächelt mir Frau A. Koch, ihres Zeichens Saft…äh…Flugbegleiter zu – sie muss, mir gegenüber, auf dem Jumpseat platznehmen, obwohl der Flieger nicht voll ist und eigentlich noch normale Plätze verfügbar wären. Die 747 hebt ab und die Dame gegenüber wünscht mir noch einen schönen Flug und verschwindet nach dem Zuziehen des Vorhangs zur Businessclass.
Nachdem ich ein Gläschen Wein getrunken habe stelle ich fest, dass ich der Flugbegleiterin wohl auch auf Deutsch hätte antworten können – der spanisch/portugiesische Name auf dem Namensschild hatte mich verleitet, Englisch zu sprechen. Kurz darauf gibt es Abendessen und dann ist Schlafenszeit – als ich aufwache sind schon 8-9 Stunden des Fluges um. Eine echte Premiere im Flugzeug! Könnte aber an der Beinfreiheit liegen, mein Platz ist wirklich total geräumig und neben mir ist auch nur ein Sitz, okkupiert von einem Deutsch-Brasilianer, der vor dem Abflug mit einem Handy telefonierte und mit dem Blackberry im Internet gesurft ist…
Pünktlich zum Aufwachen gibt es dann auch schon Frühstück, nebenher läuft der aktuelle James Bond “Ein Quantum Trost” als Video. Kaum ist der hochwillkommene Kaffee leer, wird auch schon abgeräumt und kurz darauf beginnen wir den Landeanflug auf Sao Paulo.
5:30h brasilianische Zeit: In Sao Paulo kann ich gottseidank im Transitbereich bleiben, trotzdem wird mein Handgepäck heute das dritte Mal untersucht. Als ich die Abflughalle betrete traue ich meinen Augen nicht: Neben gelangweilten Servicekräften sitzen gelangweilte Fluggäste und gucken Fernsehen. Was läuft? Bundesliga, Köln gegen Leverkusen! *Kopfschüttel*. WLAN würde hier wahrscheinlich sogar mit meinem Flugticket funktionieren, ich weiß allerdings nicht, was ich zusätzlich zu meiner Eticketnummer als Passwort eingeben muss (falls Senha auf Portugiesisch Passwort bedeutet…) :(.
Boarding für die finale Strecke nach Santiago beginnt um 7:30h … und dauert ewig. Mindestens eine Stunde, ich dachte, wir heben gar nicht mehr ab. Im Flieger, der noch mal vier Stunden nach Santiago braucht, gibt es aber ein super Entertainmentsystem: Slumdog Millionaire vertreibt mir die Zeit, danach kommen noch 3/4 vom “Ja-Sager” bis der Landeanflug und damit das Chile-Werbevideo beginnt… Den Landeanflug nutzt dann auch gleich noch ein Brasilianer quer hinter mir, die blonde Russin neben sich anzubaggern – aufgrund unserer Haarfarbe dachte er, wir reisen zusammen…
Danach folgen die Passkontrollen und die Gepäckausgabe. Dort laufen lustig Hunde mit ihren Führern rum, um nach Lebensmitteln (oder auch Drogen) zu schnüffeln. Während ich auf mein Gepäck warte, klingelt auf einmal mein Handy: Maike aus dem Skiurlaub wollte mal kurz durchrufen und wundert sich, dass ich schon in Santiago bin… und nach einem letzten Durchleuchten des Gepäcks bin ich dann endlich durch und kann meinen Flughafentransfer zum Hostel “El Patio Suizo” im schönen Stadtteil Providencia suchen. Nachdem der Fahrer seine sechs Leute zusammen hatte, gings nach 20 min. auch schon los und jetzt sitze ich in meinem Zimmer am Netbook, draußen hat es gemütliche 23 Grad, und schreibe diese Zeilen – ich habe WLAN hier und konnte auch schon ein kleines Skype Videotelefonat mit meinen Eltern führen. Schon praktisch, die moderne Technik. Gleich werde ich mal was zu Essen suchen…
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