Scharfes Sichuan - Emei Shan, Leshan, Songpan
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Von Chengdu aus sind wir erstmal zu einem der heiligen Berge Chinas gefahren: nach Emei Shan (峨嵋山). Der Berg geht auf 3099m hoch und wir entschieden uns, den Aufstieg mittels Taxi und Gondel erst bei 1000m zu beginnen. Kurioserweise gibt es nicht nur eine Strasse bis zum Gipfel, auch der gesamte Aufstiegsweg ist eine endlose Ansammlung von Treppen und Stufen - soetwas habe ich noch nie gesehen, nicht einmal auf dem Inka Trail.

Der Beginn unserer Wanderung war somit bei 1070m ein dort stehender Tempel (den Namen ergaenze ich spaeter, hab gerade keinen LonelyPlanet zur Hand) und von da aus ging es fuer Stunden nur bergauf. Treppensteigend. Nach extrem anstrengenden 5 Stunden erreichten wir dann das buddhistische Kloster “Elephant Bathing Pool” in dem wir uebernachten wollten. Fuer laecherliche 1,5 EUR pro Person bekamen wir ein Viererzimmer fuer uns, das allerdings nicht besonders sauberes Bettzeug enthielt - benutzt habe ich jedenfalls nur mein Schlafsack-Inlay. Im ganzen Kloster wurden uebrigens fortwaehrend buddhistische Gesaenge gespielt, auch wenn man die Moenche nur selten zu Gesicht bekam. Dafuer aber zwei Affen (Makaken), da Emei Shan ein Naturschutzgebiet fuer Affen ist…
Am naechsten Morgen ging es dann weiter Richtung Gipfel, den wir dann, dank einer zweiten Seilbahn gegen 13 Uhr erreichten. Inzwischen hatte ich mir auch eine kraeftige Erkaeltung zugezogen, so dass das Bergsteigen nicht so wirklich leicht war…
Wir kamen also am Gipfel an, nur um festzustellen, dass er ein touristisches Tohuwabohu war: Die Masse der Touristen war mit Bussen hochgekommen, und der Gipfel mitsamt seiner Statuen erinnerte ein wenig an angemalten Gips… Nachdem wir dort ein bisschen rumgelaufen sind nahmen wir dann einen Bus, der uns zum Busbahnhof brachte, von wo aus wir den Bus Richtung Leishan nahmen.
In Leshan (樂山大佛) gibt es naemlich die groesste Buddha-Statue der Welt. Jeder Fingernagel dieses Buddhas ist groesser als ein Mensch… Dort angekommen buchten wir dann auch schnell eine Besichtung von Seeseite aus, anstatt mit Massen von Schaulustigen zu Fuss dorthin zu wandern. Stattdessen brachte uns ein Schiff direkt vor die Richtung Fluss ausgerichtete Statue und auch schnell wieder weg. Von Leishan ging es dann zurueck nach Chengdu, wo wir, da in Sims Cozy Guesthouse kein Platz mehr war, im Loft unterkamen. Mir persoenlich gefaellt es auch viel besser, auch wenn Sims’ eine sehr familiaere Atmosphaere hat.
Von dort aus ging es am naechsten Morgen weiter Richtung Songpan (松潘), wo wir zur Zeit sind. Die eigentlich nur fuer 8 Stunden angesetzte Busfahrt stellte sich als Abenteuerreise heraus. Abgesehen davon, dass ein Chinese samt toter Gans vesuchte, im Bus mitgenommen zu werden, standen wir wegen eines Unfalls (wahrscheinlich durch den absurd gefaehrlichen chinesischen Verkehr hervorgerufen) 1,5h im Stau. Als es wieder weiterging nahm das Verkehrschaos seinen weiteren Verlauf: ein Wettrennen auf beiden Spuren, Ueberholen an jeder (!) Stelle, als einzige Warnung fuer den Gegenverkehr ein Hupen. Nach ein paar weiteren Stunden kamen wir dann an einem umgekippten LKW vorbei, der auf der Gegenfahrbahn lag und machten wiederum spaeter Rast. Diese Rast war dann auch fuer einige der Mitreisenden ein wenig aufregender: Sie wurden vergessen, der Bus fuhr ohne sie weiter, nur um spaeter, per Handy informiert, doch noch auf die beiden Maenner zu warten, die irgendwie hinterhergekommen waren.
Wir kamen also nach ca. 11 Std. in Songpan an, wo wir erstmal assen und dann unseren Pferdetrek buchten, der gestern anfing und heute zuende war. Gestern morgen um 9 Uhr ging es jedenfalls los, alle von uns auf einem Pferd zu den heissen Quellen in der Naehe. Mein Pferd fiel erstmal fast nen Abhang runter, wie wir spaeter feststellten hatte ich das Problempferd… Der Trek ging bis um 14 Uhr, wo wir dann auf ca. 3100m Hoehe das Camp aufschlugen. Die Fuehrer bauten Zelte auf, machten ein Feuer und bereiteten das Abendessen vor, waehrend wir zu Fuss die letzten Hoehenmeter zu den auf 3400m gelegenen Quellen und dem dazugehoerigen Naturpark zuruecklegten. Wunderschoene Natur und erste Anzeichen von
Hoehenkrankheit waren die Belohnungen. Spaeter sind wir dann zurueck ins Camp, wo wir zu Abend assen und dann auch frueh ins Bett gingen. Die Nacht sollte kalt werden, die Temperaturen gingen auf unter 10 Grad zurueck und heute morgen waren wir alle ein wenig erschoepft und frierend. Also sammelten wir uns alle ums Feuer, das schon entzuendet worden war, wo wir von den Guides heissen Tee und spaeter dann selbstgebackenes Brot zum Fruestueck bekamen. Dann ging es zurueck, mit einem vor sich hinstolpernden Problempferd, das gerne auch mal die anderen Pferde biss und kaum zu halten war - obwohl es staendig stolperte…
Um 13 Uhr sind wir dann jedenfalls wohlbehalten wieder hier angekommen, konnten ins Hostel einchecken, duschen, was essen und zu guter letzt eine chinesische Ganzkoerpermassage geniessen…
Morgen geht es dann mit dem Bus in einen 3 Stunden entfernten, angeblich wunderschoenen Naturschutzpark namens Jiuzhaigou (九寨沟/九寨溝).

