Shanghai

Ich bin angekommen. Und es war eine interessante Anreise: In Hamburg sass ich gelangweilt am Gate und wartete auf das Boarding und sah auf einmal, dass mein Sitznachbar einen chinesischen Reisefuehrer in der Hand hatte. Also habe ich ihn drauf angesprochen, und es stellte sich raus, dass Andreas das gleiche Reiseziel hatte. Das sollte sich noch als praktisch herausstellen… Naja, und im Flugzeug nach Amsterdam hatte ich dann eine nette Portugiesin mit Flugangst (Isabel) als Sitznachbarin, mit der ich dann am Amsterdamer Flughafen zusammen was essen und mir die Zeit vertreiben konnte.

Danach ging es dann in den Flieger nach Shanghai, diesmal wenigstens ein richtiges Flugzeug (eine 747) anstatt der propellergetriebenen Fokker 50, die uns nach Amsterdam gebracht hatte. Gluecklicherweise war der Sitz neben mir leer, so dass ich nach rechts genug Platz hatte, hinter mir sass aber ein extrem uebergewichtiger, elefantenaehnlicher Suedlaender. Bei jedem Aufstehen brachte er es fertig, meinen Sitz beim Abstuetzen um 20cm nach unten zu druecken und durch die Gaenge hat er es auch nur mit Beruehrungen beider Seiten geschafft…

Der Flug an sich war allerdings unspektakulaer, ich habe es sogar endlich mal geschafft, vier der 10 Stunden Flugzeit zu schlafen. Die Ohrstoepsel haben dann sogar das schreiende Kind gnaedig ausgeblendet. Beim Ausfuellens von 3 (!) fuer die Einreise erforderlicher Formulare konnte mir dann die Shanghai-erfahrene Bekanntschaft aus Hamburg helfen. Die Einreiseformalitaeten waren zwar spannend aber recht schnell durch - einmal ne Gesundheitsbescheinigung abgeben, dann den Pass kontrollieren lassen und dann durch den Zoll.

Danach habe ich mich dann von Andreas verabschiedet und den Maglev (wahrscheinlich eine Abkuerzung fuer “Magnetical Levitation”), also den in China gebauten Transrapid genommen, der den Flughafen Pudong mit der Innenstadt ueber die Station Long Yang Rd. verbindet. Ist schon verblueffend: Bei einer Spitzengeschwindigkeit von 430 km/h sehen die aus dem Zug sichtbaren Autos aus, als ob sie rueckwaerts fahren… Die 30km vom Flughafen in die Innenstadt dauern uebrigen nur 8 Minuten. Von da aus habe ich mich dann zur Metro, der hiesigen U-Bahn durchgefragt wo ich zufaellig einen Deutschen traf, der mir die richtige Station zum Aussteigen nennen konnte und mir dann auch Bescheid sagte, als wir da waren. Sehr praktisch, da der Metroplan, den ich von der Internetseite des Hostels hatte einfach falsch war.

Von E Nianjing Rd. (oder so aehnlich) musste ich dann die letzten Meter zu Fuss zuruecklegen, um meine Unterkunft, Captain Hostel, zu finden. Und das war der schwerste Teil: Kaum war ich aus der Metro raus, bot mir schon ein Chinese schon Uhren zum Kauf an - Plagiate sind hier anscheinend wirklich leicht zu bekommen. Aber immerhin konnte er mich auf den richtigen Weg weisen. Also ab in die Richtung wohin er gezeigt hatte, die Strassenschilder sind ja nur teilweise in Englisch und eine richtige Karte (meine Karte war aehnlich gut wie der Metro-Plan) hatte ich ja auch nicht… Naja, nachdem ich spaeter noch eine Chinesin gefragt hatte, die mich in die komplett falsche Richtung schickte, da sie wahrscheinlich nicht wusste, wo die Strasse ist, wo ich hinwollte, traf ich dann gluecklicherweise ein paar Spanier auf der Strasse, die einen detaillierten Stadtplan dabei hatten und selbst erst einen Tag da waren. Die kannten das Problem schon, es scheint hier naemlich so zu sein, dass man eher in die falsche Richtung geschickt wird, als dass man ein “Weiss nicht.” als Antwort bekommt. Da die beiden jedenfalls in die gleiche Richtung unterwegs waren, habe ich mich einfach angeschlossen und dann die entsprechende Abzweigung genommen. Und schon war ich da. Und habe als erstes, nach dem Einchecken, einen Stadtplan mit Englisch/Chinesischen Bezeichnungen erstanden…

Zu diesem Zeitpunkt war ich allerdings schon komplett nassgeschwitzt, wir haben hier naemlich heftigen Smog (Blauer Himmel???) bei ca. 35 Grad mit fast 100% Luftfeuchtigkeit. Gluecklicherweise scheinen alle Gebaeude, die ich bisher kennengelernt habe, klimatisiert zu sein. Ich bin also erstmal in mein Zimmer zu meiner “Sailor Bunk” gegangen, hab meine Sachen abgeladen und mich kurz mit meinen Mitbewohnern unterhalten, danach bin ich dann hoch in die Bar und hab mir erstmal ein Bierchen (Heineken!) gegoennt und mich ein wenig mit Aaron, einem Ami, der dort schon sass, unterhalten.

Jetzt, nachdem das Gewitter vorbei ist, dass hier auch noch nebenbei getobt hat, werde ich gleich mal raus in die Schwuele gehen und mir ein wenig Essen besorgen. Eigentlich wuerde ich zwar ganz gerne schlafen, aber das ist wohl aufgrund der Reise und des Jetlags noch so - Schlafenszeit wird fruehestens in drei Stunden sein… Mal schauen, vielleicht esse ich heute auch noch hier im Hostel…

Morgen kommt dann Vinh in Shanghai an, Vormittags werde ich mal das Shanghai-Museum erkunden.

So, das wars erstmal!

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