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Archive for November, 2006

Massenklage gegen die Vorratsdatenspeicherung

Zitat von heise.de:

» Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung ruft alle besorgten Bürger zur “Sammelklage” beim Bundesverfassungsgericht gegen die von Berlin geplante halbjährige “Totalprotokollierung” der elektronischen Nutzerspuren auf. Auf der Website der Bürgerrechtsvereinigung findet sich seit dem heutigen Mittwoch ein Meldeformular. Dort kann man sich für den Fall der Verabschiedung des Gesetzesentwurfs zur Vorratsdatenspeicherung für einen Gang nach Karlsruhe vormerken lassen; die Initiatoren sehen einem “eklatanten Verstoß gegen das Fernmeldegeheimnis und das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung” durch die vom Bundesjustizministerium vorbereitete Einführung einer Pflicht für Provider, Verbindungs- und Standortdaten sechs Monate lang verdachtsunabhängig aufzubewahren.

[...]

An der vorbereiteten Verfassungsbeschwerde kann sich jeder Telekommunikationsnutzer beteiligen. Gesondert “ausweisen” sollen sich einerseits so genannte Berufsgeheimnisträger wie Seelsorger, Anwälte oder Journalisten und andererseits Anbieter von Telekommunikationsdiensten, die von der im Raum stehenden pauschalen Überwachungsmaßnahme besonders betroffen wären.

[...]

Kosten für den Anwalt, das Gericht oder insgesamt das mögliche Verfahren fallen für Interessenten, die sich für die Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung vormerken, gegenwärtig und auch bei tatsächlicher Einreichung der Klage nicht an. Dies bestätigte Starostik gegenüber heise online und dem Bürgerrechtsverbund noch einmal gesondert: “Durch eine Kostenübernahmeerklärung” sei demnach gesichert, dass den beteiligten Bürgern “keine Kosten aus der Vollmachtserteilung entstehen”. Die Kostenfreiheit wird auf der eigentlichen Vollmacht laut dem Arbeitskreis nur deshalb nicht erwähnt, da diese im Fall der Beschwerdeeinreichung im Original an das Verfassungsgericht geht. Für dieses sei eine entsprechende Vereinbarung, die sich notfalls auf einem Beiblatt noch einmal gesondert festhalten lasse, aber unerheblich.«

Als besorgter Bundesbürger werde ich mitmachen und kann nur dazu aufrufen, das selbe zu tun.

Mitmachen: Stoppt die Vorratsdatenspeicherung!

Heise Meldung: Massenklage…

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Nintendo Wii gegen Sony Playstation 3

Wie in diesem Artikel der Washingtonpost gelesen werden kann, scheint die neue Nintendo Spielekonsole einfach zu rocken und sogar von Videospielen bisher unbeeindruckte zu fesseln. Die PS3 hat dafür die massiv bessere Grafik… Es scheint gibt sogar schon Berichte von Leuten, die durch die Wii Muskelkater und einen “Wii-Arm” haben. Falls Otto jetzt die Wii auch in den Katalog nimmt, wirds schwer, womit ich den Weihnachtsgeld-Gutschein auf den Kopf hauen soll.

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Nasca - Huacachina - Pisco - Lima

So. Nachdem wir nachmittags noch einen Dominikanerinnenkonvent angeschaut haben, haben wir also La ciudad blanca am 21.11.06 abends verlassen, um den Bus von Cruz del Sur nach Nasca zu nehmen. Die Busfahrt sollte um 19:30 Uhr losgehen und 9-10 Stunden dauern.

Nebenbei hatte ich noch Magenkraempfe und Durchfall, da ich irgendwas gegessen hatte, was ordentlich durchgeschlagen hat. Trotz meiner Durchfallmedikamente hat es mehr als einen Tag gedauert, bis ich keine fluessigen Erlebnisse mehr hatte. Die Magenprobleme sind allerdings immer noch nicht ganz weg.

Aber zurueck zur Busfahrt: Wir trafen da doch glatt eine Ecuadorianerin mit ihrer Mutter, die auf der Heimreise waren und die wir vom Ende des Inka Trails kannten. In Agua Calientes waren wir ja in die heissen Quellen gegangen und dort im Becken hatten wir uns nett mit den beiden unterhalten. Wie es der Zufall so wollte, sassen die beiden im Bus auch noch neben uns…

Naja, die Busfahrt ging zwar schnell vorueber, aber war fuer mich total anstrengend, da ich praktisch kaum geschlafen hatte (im Gegensatz zu Torben). Als wir in Nasca ankamen war es gerade mal 4 Uhr morgens, insofern ein wenig frueh fuer den Flug ueber die Geoglyphen. Also haben wir uns ein wenig vor den Fernseher gehockt und bekamen eine krass verschaerfte Variante der deutschen Show “The Bachelor” zu sehen - voellig enthemmt die Maedels…

Gegen 6 Uhr nahmen wir dann zusammen mit einer 66-jaehrigen Englaenderin, die wir schon aus Puno kannten, und die zwischenzeitlich auch angekommen war, ein Taxi Richtung Flughafen, um dort den Flug ueber die geheimnisvollen Erdzeichnungen von Nasca zu machen. Nach ein wenig verhandeln hatten wir uns auch auf eine Fluggesellschaft geeinigt und sind mit einer 4-Mann Maschine (inkl. Pilot) aufgestiegen, um den Rundflug zu machen. Die Horrorstories ueber Uebelkeit und aehnliches bewahrheiteten sich gluecklicherweise nicht und sehen konnten wir auch alles - insofern ein gelungener Flug!

Danach gings wieder zum Busdepot, wo wir direkt ein Colectivo nach Ica/Huacachina nahmen. Das Colectivo war ein alter Ami-Schlitten aus den 60er Jahren und wir sassen zu viert hinten und zu dritt vorne. Aber nur fuer zwei Stunden… Dann kamen wir naemlich in der Oase Huacachina an - tolle Duenenlandschaften, halt die “peruanische Sahara”. Und mittendrin halt dieses Wasserloch, umgeben von vielen haesslichen Gebaeuden.

Dort wohnten wir jedenfalls im Hostal El Huacachinero, welches sehr sauber war und einen Pool hatte. Und einen Papagei, der am naechsten Morgen um 4 Uhr seine Existenz neu entdeckte und einen Heidenlaerm im Wettbewerb mit ca. 2000 Haehnen veranstaltete… Um 9:30 Uhr gings dann jedenfalls mit einem 150 PS Buggy in die Sandduenen - ein tolles Erlebnis, wenn auch das integrierte Sandboarden ein wenig enttaeuschend war. Nicht halb so cool wie Snowboarden, aber trotzdem lustig. Und auch fuer unsere Kameras war es mal wieder sehr belastend - meine stand durch den Sand mal wieder kurz vorm Exitus.
Nach einer kurzen Taxifahrt nach Ica ging es dann von dort aus weiter nach Pisco, in einem Bus, wo wir die ganze Zeit Angst um unser Gepaeck hatten. Naja, nach einer Stunde waren wir dann in Pisco, der Heimatstadt des peruanischen Nationalgetraenks, des Pisco Sour. Hier uebernachteten wir im Hostal San Jorge Residencial, das ein wenig ausserhalb liegt. Heute, am darauffolgenden haben wir dann morgens eine kleine Bootstour auf die “kleinen Galapagos”, die Islas Ballestas gemacht, wo wir Seeloewen, Pelikane, Delphine und anderes Getier in freier Wildbahn sehen konnten. Super Tour, leider war das Wetter fuer Photos nicht ideal…

Und dann stand um 14 Uhr schon die Fahrt nach Lima an, diesmal mit Ormeños, deren Sitze in den Bussen anscheinend alle kaputt sind. Zumindest unsere Versuche foerderten keinen einzigen Platz mit heiler Rueckenlehne zu Tage. Naja, und nun sitze ich hier im Flying Dog Hostel in Lima, waehrend Torben gerade duscht und beende den Eintrag. Morgen gehts ja dann via Amsterdam zurueck nach Hamburg, so dass wir Sonntagabend wieder da sind.

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Estamos en la ciudad blanca - Arequipa

Samstag, also am Vorabend der landesweiten Bezirks- / Kreiswahlen sind wir aus Puno mit dem Bus nach Arequipa gereist. Unsere erste laengere Busfahrt! Wir hatten bei der Gesellschaft Julsa gebucht, was uns im Nachhinein in Puno ein wenig Sorgen bereitete: Kaum hatten wir das Ticket in der Hand, erzaehlte uns eine Schweizerin, dass ihr von dieser Gesellschaft abgeraten worden war, da die Busse manchmal doch sehr alt seien…

Autos in Peru sind sowieso ein Thema fuer sich: Der Markt ist fest in der Hand von Toyota, Hyundai, Daewoo und Mitsubishi, vereinzelt sieht man mal einen alten Kaefer oder einen Mercedes Sprinter als Bus. Mittel- oder Oberklassewagen sind hier auf den Strassen sowieso nicht zu sehen: Wir haben noch keinen einzigen BMW oder Audi gesehen, von Mercedes wie gesagt auch nur die Nutzfahrzeuge. Aber zurueck zum Bus.

Unser Bus war eigentlich ganz gut erhalten, auch wenn, wie bei vielen peruanischen Autos, die Windschutzscheibe mit Spruengen gut ausgestattet war. Die Fahrerkabine war uebrigens wie im Flugzeug, durch eine Zwischentuer geschuetzt. Unsere Sitze fanden wir dann schnell, und da der Bus nicht ueberbucht war, waren auch keine Diskussionen noetig, wem denn nun die gebuchten Plaetze zustehen wuerden. Das lustige ist, dass eine Buchung der Fahrkarten eigentlich nur mit Ausweisnummer moeglich ist, aber da wir bei Kauf der Tickets keine Ausweise dabei hatten, gings halt auch ohne. Schon seltsam. Vom Preis her war das ganze auch spottbillig: Fuer die 6-stuendige Busfahrt waren nur 20 Soles faellig, also 4-5 Euro.

Die Busfahrt an sich war schon bemerkenswert: Zwischendurch stellten sich irgendwelche Leute in den Gang (leider immer direkt neben unsere Plaetze) und priesen Multivitaminpraeparate an oder fingen an mit Panfloete und Klampfe ausgestattet ein Buskonzert zu veranstalten. Der Kuenstler verteilte dann auch Bonbons “for free” und wollte spaeter dann 5 Bonbons zum Kurs von 1 Nuevo Sol verkaufen. Da Torben und ich soetwas schon geahnt hatten, drueckten wir ihm seine “milde” Gabe wieder in die Hand und das Thema war gegessen.

Gegen 13:30 kamen wir dann bei schoenem Wetter in Arequipa an. Die Aussenbezirke der Stadt sind extrem haesslich und aermlich, ueberall stehen unvollendete Haeuser und Bauten, da viele Einwohner aus Kostengruenden nur einen Raum vollenden (Miete sparen), und den Rest der Gebaeude unfertig stehen lassen. Aber je weiter wir in die Stadt reinfuhren, desto schoener wurde sie und wie sich inzwischen rausgestellt hat, ist Arequipa im Zentrum die bisher schoenste Stadt, die wir in Peru kennengelernt haben.

Am Terminal Terrestre, wo der Bus hielt, nahmen wir jedenfalls erstmal ein Taxi (zum ersten Mal haben wir uns nicht ueber den Tisch ziehen lassen und hartnaeckig verhandelt), dass uns zu der von uns gewuenschten Unterkunft brachte: Dem Casa de Avila, wo ich zur Zeit sitze, und diesen Blog-Eintrag schreibe. Von dort brachen wir dann auf, die Tour fuer die naechsten 2 Tage zu buchen: Den Ausflug in den Colca Cañon.

Dank unserer Reisefuehrer hatten wir auch schnell einen Touranbieter ausgemacht, den wir nach unserem ersten peruanischen Doener (wo wir gleich ein paar Deutsche trafen…) bei Santa Catalina Tours buchten. Dort war es nicht nur guenstig (30$ fuer 2 Tage), sondern wir trafen mit Mitarbeiterin Doris den ersten peruanischen Modern Talking Fan, der uns bisher untergekommen war. Sie war jedenfalls ganz aufgeregt, dass uns Dieter in der Naehe von Torben wohnt. Abgesehen davon konnten wir ihr ein wenig Nachhilfe in Deutsch geben, da sie gerade mit dem Sprachunterricht angefangen hatte. Zudem half sie uns, ein Busticket fuer die Reise nach Nasca zu buchen.

Nachdem wir damit durch waren, gingen wir schoen im El Viñeda, einem der besten Restaurants von Arequipa essen, wo wir sehr schoenes Filet Mignon hatten - eine Wohltat nach einigen, nicht allzu delikaten, Essen. Da wir auf dem Weg zum Essen noch David, einen Amerikaner, den wir in Puno mit auf dem Schiff hatten, und Frank vom Inkatrail getroffen hatten, gingen wir mit David nach dem Essen noch weiter in eine Bar namens Deja Vu.

Das Problem war bloss, dass das peruanische Wahlgesetz vorschreibt, dass zwei Tage vor der Wahl kein Alkohol in Kneipen ausgeschenkt werden darf. Abgesehen davon ist jeder Peruaner verpflichtet, waehlen zu gehen, ansonsten darf er ordentlich Geld lassen: Bei einem Monatsverdienst von 700 Soles fuer einen Lehrer sind 300 Soles schon eine Hausnummer…

Naja, wir versuchten natuerlich trotzdem, ein Arequipeña, das hiesige Bier aufzutreiben. Mit Erfolg! Es war zwar alles sehr verschwoererisch, da wir keine Flaschen bekamen sondern neutrale Porzellan-Becher, aber letztendlich bekamen wir dann doch ein paar Bierchen und unterhielten uns noch nett mit Kalifornien-David.

Am naechsten Tag waren Wahlen, daher ein Novum: Tourstart erst um 10 Uhr!!! Das hiess zum ersten Mal ausschlafen. Wir wurden also puenktlich um 9:40 Uhr von unserer Tourfuehrerin abgeholt, und nachdem wir die komplette Reisegruppe zusammen hatten, stellte sich raus, dass wir die einzigen waren, die Spanisch NICHT als Muttersprache hatten. Somit war die ganze Tour in den Colca Canon in Spanisch, was den beiden Venezuelanern und den 3 Spaniern in der Gruppe auch ganz gut passte. Fuer unser Spanisch war es jedenfalls auch eine gute Uebung.

Es ging jedenfalls los und als erstes hielten wir an einer Stelle, wo wir viele freigrasende Vicuñas, Lamas und Alpakas sehen konnten. Danach ging es dann in eine kleine Raststaette, wo wir erstmal einen Coca-Tee trinken durften, da es danach recht hoch gehen sollte: 4900m, zu einem Pass und Aussichtspunkt von dem man einen schoenen Blick auf die aktiven Vulkane Chachani, Misti und Ampata haben sollte.

Von da aus gings wieder weiter runter, und zwar nach Chivay, wo wir die Nacht als einzige Gaeste eines grossen Hotels verbringen sollten. Waehrend Torben warme Quellen badend genoss, surfte ich ein wenig im Internet, da ich schlauerweise meine Badehose vergessen hatte… Abends gabs dann ein Essen mit Folkloreeinlagen, wo verschiedene Leute am Tanz teilnehmen “durften”. Ich war zwar nicht betroffen, dafuer aber Torben…

Am naechsten Tag machten wir uns dann auf den Weg zum Cruz del Condor, um dort ein wenig Andenkondore anzuschauen. Ausserdem natuerlich einen der tiefsten Cañons der Welt mit seinen vielen Terassierungen, die in die Prae-Inkazeit zurueckreichen. Die Andenkondore jedenfalls werden so gross, dass sie eine Fluegelspannweite von bis zu 3m erreichen. Abgesehen davon scheinen sie bis zu 70 Jahre alt zu werden und Selbstmord zu begehen, wenn ihr Partner stirbt.

Da zur Zeit Brutzeit ist, waren die Chancen leider nicht perfekt, Kondore zu sehen, aber trotzdem hatten wir Glueck und sahen vier Kondore, leider allerdings nur aus der Ferne. Danach gings ueber kleine Orte wie Maca wieder zurueck, so dass wir gestern gegen 17 Uhr wieder in Arequipa waren.

Gestern gingen wir dann ins “Erlebnisrestaurant” Zig-Zag, wo wir zwei sehr leckere Trilogien bestellten: Die eine Trilogie war ein leckerer argentinischer Rotwein mit dreierlei Trauben, die zweite Trilogie war das Essen: Eine auf extrem heissen oesterreichischem Berggestein servierte Zusammenstellung von Alpaka-, Rinder- und Straussenfilet. Sehr lecker. Hinterher sind wir noch ins Deja Vu gegangen, wo wir noch ein paar Australier, wie immer mit GAP unterwegs, trafen und bis 1:30 Uhr durchhielten.

Momentan ist Torben noch am Schlafen, aber fuer den Rest des Tages ist eine kleine Rundtour durch Arequipa und den Konvent Sta. Catalina geplant, heute Abend gehts dann mit einem Schlafbus von Cruz del Sur nach Nasca, wo wir morgen kurz einen Rundflug ueber die in den Boden geritzten Figuren machen, um dann direkt nach Ica, in die Wueste weiterzufahren.

Aber dazu ein anderes mal mehr, dieser Eintrag ist eh schon zu lang…

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Puno, Uro, Tequila (= Taquile) und der Titicacasee

So. Nachdem wir gestern Puno verlassen und in Arequipa angekommen sind, hier ein kleiner Nachbericht. Puno ist die wahrscheinlichste haesslichste Stadt in Peru. Zumindest haben wir bisher keine haesslichere Stadt gesehen, die mit so vielen Bauruinen gesegnet ist.

Wir sind also mit einem weinenden Auge von Cusco nach Juliaca geflogen, wo wir unser erstes Sammeltaxi, ein sogenanntes Colectivo nahmen, um die 45km vom Flughafen Juliaca nach Puno zu fahren. Juliaca ist uebrigens aehnlich haesslich wie Puno und ein Stueck kleiner. Die beiden Staedte liegen ca. 3800m ueber dem Meeresspiegel, also nochmal ein wenig hoeher als Cusco. Ist schon ziemlich seltsam, dass ein so grosser See wie der Titicacasee hoeher liegt als die meisten Berge der Alpen…

Im Colectivo haben wir jedenfalls erstmal zwei deutsche Polizisten kennengelernt, die uns spaeter etwas ueber eine vor wenigen Wochen passierte Entfuehrung zweier deutscher Studenten in Puno erzaehlten: Die beiden wurden ueber Wochen gezwungen, mit ihren Kreditkarten Abhebungen am Geldautomaten zu machen. Naja, auf jeden Fall dauerte es ein wenig, zum Hotel in Puno zu gelangen, da massive Demonstrationen und Wahlkampfveranstaltungen den kompletten Verkehr in der Innenstadt lahmlegten. Nachdem wir dann aber doch im Manco Capac Inn ein Zimmer bezogen hatten, mussten wir ca. 10m quer ueber die Strasse gehen, um unsere Besichtigungstour fuer den Titicacasee zu buchen.

Die Tour fand dann am naechsten Tag statt, wiedereinmal zu einer uns schon bekannten Uhrzeit: Um 6:50 Uhr wurden wir abgeholt, um 7:00 Uhr verliess dann unser Schiff den Hafen in Puno bei eher bewoelktem Wetter. Auf dem Programm stand ein Besuch der schwimmenden, von den Einwohnern selbst gebauten Uro-Schilfinseln und anschliessend ein Besuch der Insel Taquile.

Die Inseln sind komplett aus Schilf gebaut und schwimmen wie ein Floss oder Ponton auf dem Titicacasee. Wenn die Inseln nicht alle 6-9 Monate repariert werden, saufen sie einfach ab. Ein paar Photos, die demnaechst kommen, koennen da wohl eher ein Bild vermitteln…

Danach ging es nach Taquile, auf die Insel der strickenden Maenner, wo die Einwohner in einer Art Kommune leben - das gesamte wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben wird von einer Art Gemeinderat bestimmt. Die Insel war zwar ganz interessant, nach den sensationellen Aussichten auf dem Inka Trail allerdings ein wenig langweilig.

So war das schoenste dann doch die Bootsfahrt ueber den See, wo wir zwei deutsche trafen, mit denen wir dann abends versuchten wegzugehen. Das war allerdings nur maessig erfolgreich, da aufgrund der Wahlen am heutigen Sonntag nichts los war. Sogar das Ausschenken von Alkohol ist vor den Wahlen verboten, so dass wir ziemlich allein im Ekekos, der von uns besuchten Disco waren.

Naja, am naechsten Tag, also gestern haben wir uns dann um 8 Uhr in einen Ueberlandbus geschwungen und sind die 6 Stunden nach Arequipa gefahren. Mehr dazu im naechsten Blog-Eintrag, unsere Tour in den Colca Canon startet naemlich in 10 Minuten.

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Regenwald und Manu

So, und nun - wie versprochen - etwas ueber unseren Ausflug in die Manu-Kulturzone.

Manu liegt nord-oestlich von Cusco und ist innerhalb von einigen Stunden Busfahrt zu erreichen. Wir starteten also am 12.11.2006 um 5:40 Uhr zusammen mit einem deutschen Paar und einem englischen Paar - Richard und Sarah. Die beiden Briten sollten uns auf allen 4 Tagen begleiten, waehrend die anderen beiden die 8-Tagestour nach Manu gebucht hatten und nur bis zum Fluss mit uns fuhren.

Der erste Tag war also eine weite Autofahrt von 3400m auf 400m mit einigen Zwischenstopps in kleinen Orten und Plaetzen, wo wir dann unser Mittagessen zu uns nahmen oder die (verfallenen) Kolonialbauten bewundern durften oder auch ein paar fette Moorhuehner per Teleskop verfolgen konnten. Abends kamen wir schliesslich in Pilcopata an, wo wir in einer Lodge Zimmer bekamen. Als erstes fiel uns ein dicker fetter Kaefer ins Auge, dann auch schon das Internetcafé… Da versuchten wir auch ins Internet zu kommen, aber das alles war nicht so einfach, da es anscheinend nur einen Klingeldraht fuer 5 Computer gab. Kaum hatten wir uns an den Rechner gesetzt und warteten auf das Laden der Seite fiel der Strom aus - aber Torben und ich hatten ja vorsichtshalber beide unsere Taschenlampen dabei, so dass wir die Zeit bis zum Anzuenden der Kerzen ueberbruecken konnten. Als wir dann Richtung Abendessen gingen, gabs kurze Zeit spaeter auch wieder Strom und wir konnten unser Essen sogar sehen…

Am naechsten Tag gings mit einem motorisierten Kanu auf dem Rio Madre de Dios weiter gen Dschungel, als auf einmal Torben “Pass auf!” rief und eine ca. 1m hohe Welle auf uns zukam, die uns von Kopf bis Fuss durchnaesste - die Klamotten, Schuhe und elektronischen Geraete waren so nass, als ob wir im Madre de Dios schwimmen gewesen waeren. Als wir an unserer Dschungellodge dann ankamen, dauerte es locker 2 Stunden, bis die Sachen in der prallen Sonne wieder trocken waren. Und Kameras und Mobiltelefone sollten noch bis Cusco brauchen, bis sie wieder verlaesslich funktionieren sollten. Nachmittags haben wir dann bis 19 Uhr eine Erkundung des Urwaldes gemacht, wo wir viele bunte Voegel anschauen konnten. Abends haben wir dann versucht Kaimane im Teich zu sehen, allerdings waren leider nur die Augen sichtbar, da die bloeden Viecher verdammt scheu sind. Danach sind wir dann bei totaler Dunkelheit (unser Guide Barfuss!!!) zurueck zur Lodge gegangen.

Am 3. Tag stand mal wieder fruehes Aufstehen auf dem Programm: In der Naehe der Lodge gab es eine Mineralienlecke, die von Papageien und Sittichen und anderen bunten Voegeln zur Nahrungsergaenzung benutzt wird. Da diese Voegel schon frueh essen, mussten wir leider schon gegen 5:30 Uhr an der Lecke sein. Nach dem Spektakel gabs dann Fruestueck und erst nachmittags wieder Programm: Affen angucken, Voegel suchen, Ameisen und Termiten bewundern.

Der 4. Tag war dann nur noch die Rueckreise mit dem Bus nach Cusco ueber abenteuerliche, nicht abgesicherte Schotterpisten und Bergpaesse.

Ueber unsere heutige Titicacaseetour schreiben wir dann spaeter…

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Der Inka Trail

Der Inka Trail

Die ersten Bilder vom Inka Trail sind da!

Den Trail haben wir ja letzte Woche beendet und er war schon beeindruckend: Noch nie habe ich so dreckige Toiletten gesehen. Aber scherz beiseite: Sehr schoene Landschaft, unglaubliche Aussichten und verschiedenste Vegetation: Nebelwald, Hochgebirge, …

Der erste Tag war sehr einfach; Torben und ich haben am naechsten Tag nichts von der Wanderung gespuert, auch wenn andere in unserer Gruppe schon leichte Beschwerden ankuendigten. Der Hoehenunterschied war minimal - von 2600m auf 3000m oder so aehnlich, und das alles in 4 Stunden war gut machbar. Geregnet hat es dann uebrigens auch, eigentlich an jedem Tag des Trails.

Dafuer hatte es dann der 2. Tag in sich: 1200m Hoehenunterschied waren zu bewaeltigen, von 3000m ging es zum Pass der “Toten Frau”, mit 4200m der hoechste Punkt des Trails. Zu diesem Zeitpunkt brauchte einer aus unserer Gruppe schon Sauerstoff, andere kamen 2,5h nach uns ins Ziel. Und Alaska war 20min vor uns im Ziel… Das groesste Problem war allerdings nicht die Muskelbelastung sondern eher die duenne Luft, und, eingeschraenkt auch der Regen. Fuer mich war an diesem Tag der Abstieg das groesste Martyrium, da meine Knie die zu tausenden vorhandenen Stufen, mit z.T. 80cm Hoehe nicht gut abkonnten. Die Schmerzen sollten mich noch ein paar Tage, auch ueber den Trail hinaus, begleiten.

Der 3. Tag hatte nur einen schweren Pass (von 3200m auf 3900m), der aber vormittags gegessen war und somit war der Rest der 9h Gehdauer fuer den Abstieg auf 3000m mit vieeeeeelen Stufen reserviert. Aber, am Ende des Tages wurden wir mit einem echten Steingebaeude belohnt, wo wir in Ruhe ein Bierchen mit unseren australisch-kanadisch-englischen Bekannten trinken konnten, die wir auch nach dem Trail noch ein paar mal in Cusco gesehen haben und mit denen wir dementsprechend auch weg waren.

Am 4. Tag stand dann ein fruehmorgendlicher Sprint zum Sonnentor an, von dem man eigentlich Macchu Picchu sehen kann. Leider war alles wolkenverhangen. Trotzdem, wie auch spaeter noch an den Photos zu sehen sein wird, war Macchu Picchu sehr beeindruckend! Danach gings nur noch nach Agua Calientes, in warme Thermalbaeder und zurueck nach Cusco, wo wir erstmal gluecklich geduscht haben und das saubere Badezimmer geniessen konnten…

Torben und ich sind auch heil aus dem Regenwald wiedergekommen - ohne Gelbfieber, Malaria, Dengue-Fieber, Sandfliegen und ich sogar ohne Mueckenstiche… Das war jedenfalls ziemlich abenteuerlich mit dem Beinahe-Exitus meines Mobiltelefons und meiner Kamera sowie Elektrizitaetsausfaellen (wo vorhanden) usw. Mehr dazu hier oder dann zuhause :-).

Heute um 14 Uhr geht es mit dem Flieger nach Juliaca und von dort mit dem Bus nach Puno, was am Titicacasee liegt. Da werden wir einen Tag bleiben, uns die schwimmenden Schilfinseln und die Insel Taquile mit den strickenden Maennern anschauen und anschliessend, am folgenden Tag Richtung Arequipa marschieren.

Arequipa wird der naechste Ausgangspunkt sein, von dem aus wir eine mehrtaegige Tour in den Colca Cañon geplant haben: Condore anschauen und einen der tiefsten Cañons der Welt erforschen.

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Hochebene bei Chinchero

Hochebene bei Chinchero

Kurz vorm Paragliding aufgenommen…

Die ersten Bilder sind da… einfach mal auf Photos klicken…

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Lebenszeichen

Torben und ich sind gut in Peru angekommen und haben schon die ersten Abenteuer erfolgreich ueberstanden. Nachdem wir am Freitag voriger Woche in Lima angekommen sind, sind wir am naechsten Tag direkt nach Cusco geflogen.

Dort haben wir nach erfolgreicher Herbergssuche (Hostal Koyllur ist es geworden) erstmal ein wenig die Stadt erkundet und das Rafting fuer den naechsten Tag klargemacht. Wir sind dann also am Sonntag gleich auf dem Urubamba Fluss Wildwasserrafting gewesen und haben fuer den Montag Paragliding und eine Mountainbiketour gebucht. Der Montag war dann auch recht ausgefuellt - vormittags den Fallschirmsprung, nachmittags eine sehr anstrengende und technisch anspruchsvolle (Abwaertsfahrten durch Flussbetten usw.) Radtour zu alten Inkaruinen gemacht. Und nachdem wir dann sehr verspaetet angekommen waren, mussten wir zu unserem Tour-Veranstalter hetzen, um alle Details zum Inkatrail zu erforschen und mitzukriegen.

Da erfuhren wir dann, dass wir morgens um 6:20 Uhr abgeholt wuerden. Und dann gings auch am naechsten Tag los: Erstmal mit dem Bus zum Kilometer 82 des Trails, wo der Startpunkt war. Dort uebergaben wir dann die schweren Sachen an die Traeger und fingen mit dem Trail an. Weitere Details dazu gibts dann spaeter. Nur soviel: Die vier Tage auf bis zu 4200m mit Tagestouren von bis zu 1200m Hoehenunterschied waren anstrengend und recht regnerisch… Auf jeden Fall haben wir den Trail erfolgreich beendet und sind dann gestern noch bis 2:30 Uhr morgens hier in Cusco feiern und tanzen gewesen.

Heute ist ein recht entspannter Tag und morgen geht es dann fuer vier Tage in den Regenwald (Manu). Mehr spaeter…

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